Degenkolb nach schwerem Unfall operiert

John Degenkolb

Trainingslager in Spanien

Degenkolb nach schwerem Unfall operiert

John Degenkolb wurde nach dem schweren Autounfall mit einem Pkw beim Training in Spanien mehrmals operiert. und soll nun nach Deutschland verlegt werden. Von den sechs verletzten Profis erwischte es Chad Haga am schlimmsten.

Der Straßenrand glich nach dem Horrorunfall einem Trümmerfeld. Zerbrochene Rahmen, herausgerissene Reifen, herumliegende Trinkflaschen und Helme - ein einziges Bild der Verwüstung. Dass der deutsche Star John Degenkolb und seine fünf Kollegen vom Team Giant-Alpecin am Samstag (23.01.16) nach dem Frontalzusammenstoß mit einem Auto im Trainingslager in Calp/Spanien mit Knochenbrüchen und tiefen Risswunden davonkamen, war bei diesem Anblick nicht selbstverständlich.

Keine Chance habe es gegeben, dem Unfall auszuweichen, berichtete Manager Jörg Werner nach einem Telefonat mit seinem Schützling Degenkolb. Das Auto, das laut lokalen Berichten von einer britischen Touristin gesteuert wurde, sei ungebremst auf der falschen Fahrbahnseite direkt in die Gruppe gefahren.

Team unter Schock

Neben Degenkolb waren der Deutsche Max Walscheid sowie der Franzose Warren Barguil, Chad Haga (USA), Fredrik Ludvigsson (Schweden) und Ramon Sinkeldam (Niederlande) betroffen. Alpecin-Teamchef Iwan Spekenbrink reagierte schockiert auf die Nachricht und sprach von "einem sehr harten Tag. Die Mannschaft wird dadurch einige Monate zurückgeworfen. Ich habe das Bild mit den Rädern am Boden gesehen, da fehlen mir die Worte. Es hätte noch dramatischer ausgehen können."

Wie schnell beispielsweise Degenkolb ins Training zurückkehren kann, ist völlig offen. Der gebürtige Geraer hat sich bei dem Unfall eine Fingerkuppe beinahe komplett abgerissen. In einer Klinik in Valencia wurde am Sonntag versucht, den Zeigefinger wieder herzustellen. Bleibende Funktionsschäden sind aber nicht ausgeschlossen.

Degenkolb mittlerweile operiert

Neben verschiedenen Risswunden hat der 27-Jährige zudem einen Unterarmbruch erlitten, der in einer Operation mit einer Platte fixiert wurde. Danach war eine rasche Rückkehr nach Deutschland vorgesehen.

In einem Unfallkrankenhaus in Hamburg, in dem im zurückliegenden Sommer auch Tony Martin nach seinem Ausscheiden bei der Tour de France behandelt worden war, sollen weitere Untersuchungen folgen. Erst dann seien laut Manager Werner Prognosen zu Degenkolbs Ausfalldauer möglich.

Haga schwerer verletzt

"Es geht mir den Umständen entsprechend gut", hatte Degenkolb auf Facebook in einer ersten Reaktion mitgeteilt und geschrieben, dass sein Zeigefinger "nur noch am letzten Zipfel an meiner Hand" gehangen habe.

Die schwerwiegendsten Verletzungen erlitt Haga, bei dem unter anderem beschädigte Venen und Arterien behandelt werden mussten. Der Amerikaner, der sich zudem einen Augenhöhlenbruch zuzog, wurde zunächst auf der Intensivstation überwacht, soll nach Angaben seiner Familie aber in stabilem Zustand sein.

Walscheid (22), der vor der Saison seinen ersten Profivertrag unterschrieben hatte, erlitt Brüche an Hand und Schienbein, Barguil einen Kahnbeinbruch.

dpa | Stand: 24.01.2016, 16:20

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