Zwei Todesfälle im belgischen Radsport

Unfall bei Gent - Wevelgem

Zwei Todesfälle im belgischen Radsport

Der belgische Radsport trauert um zwei tote Radprofis. Nachdem Antoine Demoitie nach einer Kollision mit einem Motorrad seinen Verletzungen erlag, starb der der 22 Jahre alte Daan Myngheer nach einem Herzstillstand.

Myngheer, der für das französische Zweitliga-Teams Roubaix ML startete, starb am Montagabend im Krankenhaus von Ajaccio auf Korsika. Dort hatte er am Rennen Critérium International teilgenommen. Am Samstag (26.03.16) hatte er 25 Kilometer vor dem Ziel der 2. Etappenach Aussagen seiner Teamkollegen über Unwohlsein geklagt und sich aus einem abgeschlagenen Fahrerfeld zurückfallen lassen. Als er anhielt, brach er zusammen und musste vom medizinischen Dienst reanimiert werden. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein. Am Samstag waren die Teamfahrzeuge und die Hotelzimmer von der Polizei durchsucht worden. "Er hat sein letztes Rennen verloren, nachdem er gekämpft hat wie ein Champion", schrieb sein Rennstall auf Facebook. Der junge Belgier sei im Beisein seiner Familie und Lebensgefährtin gestorben.

Unfall mit Begleitmotorrad

Antoine Demoitie

Damit hat der belgische Radsport binnen kurzer Zeit zwei Profis verloren: Am Osterwochenende war bereits der 25 Jahre alte Sprinter Antoine Demoitié nach einer Kollision mit einem Begleitmotorrad beim Frühjahrs-Klassiker Gent-Wevelgem an seinen Verletzungen gestorben. Demoitie, der für das unterklassige Team Wanty-Groupe Gobert fuhr, war nach einem Sturz von einem Motorrad erfasst worden. "Wir haben eine Untersuchung eingeleitet, um die genauen Umstände zu klären", sagte Frederic Evrard, Sprecher der Polizeibehörde in der Region Nord-Pas-de-Calais.

Demoitie war nach rund 150 der 242,8 Kilometer mit vier weiteren Fahrern in Sainte-Marie-Cappel gestürzt. Laut der französischen Sportzeitung L'Equipe berichteten Augenzeugen, dass Demoitie nach dem Sturz noch nicht aufgestanden war, als das Motorrad ihn traf. Der Rennstall Wanty-Groupe kündigte eine Stellungnahme an, die Homepage des Rennstalls war am Morgen nicht mehr zu erreichen. Auch der ehemalige belgische Meister Jens Debusschere wurde nach einem Sturz ins Krankenhaus gebracht. Wie sein Team Lotto-Soudal bestätigte, erlitt der 26-Jährige eine Gehirnerschütterung.

Contador fordert Konsequenzen

Alberto Contador forderte Konsequenzen nach dem tödlichen Unfall. "Wir brauchen eine Kontrolle der Motorräder bei den Rennen", schrieb der 33 Jahre alte Spanier bei Twitter und drückte sein Mitgefühl für die Familie des gestorbenen Radkollegen Antoine Demoitié aus. Deutschlands Sprint-Ass Marcel Kittel schrieb: "Es fühlt sich unwirklich an zu lesen, dass Antoine Demoitié den gestrigen Unfall nicht überlebt hat."

sid/dpa | Stand: 29.03.2016, 08:20

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