Packt Lance Armstrong dosiert aus?

 Lance Armstrong

US-Medien berichten von erwartetem Doping-Geständnis

Packt Lance Armstrong dosiert aus?

Lance Armstrong

will laut US-Medienberichtem dosiert auspacken - eine detailreiche Schilderung des Doping-Systems ist aber offenbar nicht zu erwarten.

Keine Spielchen, keine Tabus: Lance Armstrong will "ehrlich und aufrichtig" sein, Oprah Winfrey dürfe alles fragen, was sie fragen wolle. Der gestürzte Ex-Radprofi versicherte vor der Aufzeichnung des Interviews mit Amerikas Beichtmutter, dass den Zuschauer kein abgekartetes Tete-a-tete erwartet, wenn der Texaner auf seiner heimischen Couch in Austin erstmals ausführlich über seinen Dopingskandal spricht. "Ich habe ihr (Winfrey) gesagt, sie kann so weit gehen, wie sie möchte, und ich werde direkt, ehrlich und aufrichtig antworten. Das ist alles, was ich sagen kann", schrieb Armstrong laut Berichten von US-Medien in einer Textmitteilung.

Nur, wieviel er dann preisgibt, das liegt freilich an ihm. Zwar plant Armstrong für seinen Auftritt angeblich ein Doping-Geständnis. So berichtete es die Zeitung "USA Today", die auch zuerst von Gerüchten über eine Beichte wusste, und berief sich dabei auf Informationen durch "eine Person mit Kenntnissen über die Situation". Doch dass der Texaner macht, womit er seinem Sport noch einen wirklichen Dienst erweisen würde, nämlich alle Hintergründe und Zusammenhänge auf den Tisch zu packen, wird nicht erwartet. Armstrong werde voraussichtlich keine Einzelheiten zu seinen jahrelangen Dopingpraktiken schildern, hieß es.

Armstrong war im vergangenen Jahr wegen Dopings als siebenmaliger Tour-de-France-Gewinner abgesetzt und lebenslang gesperrt worden. Zuvor hatte die US-Anti-Doping-Agentur USADA durch umfangreiche Ermittlungen systematisches Doping nachgewiesen.

"Weg zur Erlösung"

Mit einem Geständnis würde Armstrong allerdings in gewissem Maße das richtige Timing beweisen: Der Streit mit einer Firma aus Dallas über einen Vertragsbonus von 7,5 Millionen US-Dollar ist möglicherweise inzwischen verjährt. Laut einem Bericht der CBS-Fernsehsendung "60 Minutes Sports" hatte sich Armstrong jüngst mit USADA-Chef Travis Tygart getroffen, um einen "Weg zur Erlösung" auszuloten. Tygart kommentierte dies nicht.

Bei Krebsstiftung entschuldigt

Antreiben könnte ihn auch der Imageschaden, den seine Krebsstiftung "Livestrong", bei der er sich aus dem Vorstand zurückzog, erlitten hat. Am Montag (14.01.2013) entschuldigte er sich bei den Mitarbeitern, bat sie um Verzeihung. Dabei habe er sich aber nicht explizit auf die Vorwürfe des jahrelangen Dopings als Radprofi bezogen, wie die Nachrichtenagentur AP unter Verweis auf eine anonyme Quelle berichtete. Zudem heißt es, Armstrongs Ambitionen im Triathlon seien ein Grund für die öffentliche Reue. Er würde gerne wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Aber seine lebenslange Sperre kann nach dem Regelwerk der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) eigentlich bestenfalls auf acht Jahre reduziert werden. Es sei denn, seine Informationen und seine Bereitschaft zur Kooperation erreichen ein beispielloses Ausmaß. Doch genau damit rechnet niemand.

dpa/sid | Stand: 14.01.2013, 21:45