Zabel legt umfassendes Doping-Geständnis ab

Erik Zabel

Beichte des Ex-Sprinters

Zabel legt umfassendes Doping-Geständnis ab

Erik Zabel hat nun doch ein Geständnis über umfangreiches Doping während seiner aktiven Karriere abgelegt.

Wenige Tage nach der Überführung durch Doping-Experten aus Frankreich hat Zabel zugegeben, jahrelang leistungssteigernde Methoden angewandt zu haben. "EPO, Cortison, dann sogar Blutdoping: Es ist doch eine ganze Menge", sagte der ehemalige Radprofi in einem Interview in der "Süddeutschen Zeitung". Zabel erklärte, dass er sich 1996 bewusst entschlossen habe, mit dem Dopen zu beginnen.

Eigenbluttransfusionen aus Sorge, entdeckt zu werden

Bislang hatte der 43-Jährige 2007 einmal zugegeben, zu Beginn der Tour de France 1996 EPO genommen, es aber nicht vertragen zu haben. Am vergangenen Mittwoch (24.07.13) war aus einem Senatsbericht in Frankreich aber klargeworden, dass Zabel auch bei der Tour 1998 positiv getestet worden war. Nachdem die Nachweismethoden besser geworden seien, schwenkte er damals nach eigenen Angaben auf Eigenbluttransfusionen um.

"2003 habe ich vor der Tour de France eine Re-Infusion bekommen", sagte Zabel. Zabel ist sechsmaliger Gewinner des Grünen Trikots für den besten Sprinter bei der Frankreich-Rundfahrt. Dass er bislang nur von einer einmaligen kurzen EPO-Phase zu Beginn der Tour 1996 gesprochen hatte, begründete Zabel mit seinem damaligen sportlichen Wunschdasein. "Vor allem wollte ich mein Leben behalten, mein Traumleben als Radprofi. Das hat man ja so geliebt, diesen Sport, die Reisen. Dieser Egoismus, der war einfach stärker."

Neue Ermittlungen gegen ehemalige Teamärzte?

Nach dem Doping-Geständnis des früheren Radprofis Erik Zabel prüft die Staatsanwaltschaft Freiburg nach einem Bericht der Badischen Zeitung, ob sie die Ermittlungen noch einmal aufnimmt. Nach fünf Jahre andauernden Ermittlungen hinsichtlich einer Verwicklung der ehemaligen Freiburger Sportmediziner Andreas Schmid und Lothar Heinrich in das systematische Doping beim früheren Team Telekom/T-Mobile hatte die Staatsanwaltschaft 2012 diese Ermittlungen eingestellt.

Oberstaatsanwalt Christoph Frank, Leiter der Schwerpunkt-Abteilung Doping in Freiburg zur Zeitung: "Wir müssen jetzt natürlich überprüfen, ob sich in nicht verjährter Zeit noch einmal Verdachtsmomente ergeben haben. Dabei interessieren uns allerdings nur die Ärzte und Helfer. Der Sportler, der verbotene Mittel zur Leistungssteigerung genommen hat, hat sich ja nicht wegen Dopings strafbar gemacht."

dpa | Stand: 29.07.2013, 10:35