Radsport - Scharping bleibt Verbands-Präsident

Rudolf Scharping

Wahl im Bund Deutscher Radfahrer

Radsport - Scharping bleibt Verbands-Präsident

Der Amtsinhaber hat gewonnen: Rudolf Scharping bleibt BDR-Präsident. Der ehemalige Verteidigungsminister setzte sich deutlich gegen Sylvia Schenk durch.

Politprofi Rudolf Scharping hat erfolgreich Wahlkampf betrieben, der 65-Jährige bleibt für vier weitere Jahre Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR). In einer flammenden und rhetorisch gewieften Rede überzeugte der einstige SPD-Kanzlerdandidat bei der BDR-Bundesversammlung am Samstag (23.03.13) in Gelsenkirchen die letzten Zweifler und hat damit Herausforderin Sylvia Schenk klar ausgestochen.

Mit 411 zu 156 Stimmen entschied Scharping die mit Spannung erwartete Wahl überraschend deutlich für sich. Dabei gab es 26 ungültige Stimmen oder Enthaltungen. "Ich nehme die Wahl an und werde mich bemühen", sagte Scharping, der den Posten seit 2005 ausfüllt und in seine dritte Amtszeit geht.

Scharpings Trumpf: Sponsorenakquise

Knapp eine Stunde vor Beginn der Abstimmung hatte sich Scharping im "Bericht des Präsidiums" an die Delegierten gewandt und sich dabei als einzig möglicher Steuermann inszeniert, der den Verband durch die von Themen wie den Anti-Doping-Kampf oder die finanzielle Stabilität aufgewühlte See manövrieren kann. "Als 2006 die Jahre der Depressionen anfingen, habe ich mir nicht vorstellen können, wie hart das wird", sagte Scharping, der besonders seine Verdienste in der Gewinnung von Sponsoren hervorhob: "Der Radsport braucht eine wirtschaftliche Grundlage. Wer nicht klar und professionell ökonomische Fragen beantworten kann, läuft in Schwierigkeiten", sagte Scharping und verteilte damit Spitzen in Richtung Schenk.

Zehn Minuten für Sylvia Schenk

Dieser waren kurz vor der Wahl, wie im Anschluss auch erneut Scharping, eine Redezeit von zehn Minuten eingeräumt worden. Dabei konzentrierte sich die als Reformerin angetretene Juristin jedoch zu sehr auf die Stärkung des Anti-Doping-Kampfes sowie eine verbesserte Kommunikation. "Die Dopingdiskussion überlagert alles", sagte die 60-Jährige, die dem bisherigen Präsidium vorwarf, die eigene Vorreiterrolle nicht glaubwürdig zu verkaufen. "Wenn man eine solche Geschichte wie den Fall Lance Armstrong hat, muss man vielleicht mehr leisten als andere. So unfair das klingt."

Scharping hatte Ende Februar angekündigt, nicht mehr für das Amt des BDR-Präsidenten zur Verfügung zu stehen. Kurz darauf revidierte er seine Entscheidung. Von besonderer Bedeutung seien zahlreiche Anrufe und E-Mails gewesen, die er in den vergangenen Tagen erhalten habe. "Darunter Nachrichten von 13 der 17 Landesverbandspräsidenten", sagte Scharping.

Bartko gescheitert

Sydney-Olympiasieger Robert Bartko ist derweil mit seiner Kandidatur für das Amt des Vizepräsidenten Leistungssport beim Bund Deutscher Radfahrer gescheitert. Der langjährige Spitzen-Bahnradprofi hatte in der Kampfabstimmung gegen Amtsinhaber Günter Schabel mit 265:325 Stimmen das Nachsehen. Schabel gehört zur Mannschaft von Rudolf Scharping.

dpa | Stand: 23.03.2013, 13:47

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