Olympische Spiele - erst Paris, dann Los Angeles

Einigung auf die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris und 2028 in Los Angeles erzielt

Entscheidung gefallen

Olympische Spiele - erst Paris, dann Los Angeles

Die Austragungsorte der Olympischen Spiele 2024 und 2028 haben sich auf eine feste Reihenfolge verständigt: Paris richtet die Spiele 2024 aus, vier Jahre später ist dann Los Angeles an der Reihe.

Eine entsprechende Vereinbarung sei getroffen, bestätigte am Montag (31.07.2017) das Internationale Olympische Komitee (IOC). Die Organisatoren in LA erhalten laut IOC-Mitteilung kurz- und mittelfristig 1,8 Milliarden Dollar für Programme, um den Jugendsport zu fördern. "Das IOC begrüßt die Entscheidung von Los Angeles", sagte IOC-Präsident Thomas Bach.

Beschluss gilt als Formsache

Der Vertrag muss noch von der Vollversammlung der IOC-Mitglieder am 13. September in der peruanischen Hauptstadt Lima gebilligt werden. Ein Beschluss gilt als Formsache. Es sei eine Olympia-Vereinbarung mit drei Gewinnern, schrieb die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidal auf Twitter und kündigte an: "Wir wollen den Mitgliedern des IOC das ehrgeizigste mögliche Projekt für die Zukunft des Olympismus präsentieren. (...) Wir werden alles dafür tun, damit die Abstimmung in Lima am 13. September ein historischer Moment ist."

Olympia - Paris erhält 2024, Los Angeles 2028

Sportschau | 31.07.2017 | 01:10 Min.

Auch in Los Angeles muss noch endgültig zugestimmt werden. Der Vorsitzende des Stadtrats, Herb Wesson, bestätigte am Montag über seine Sprecherin zwar den ausgehandelten Deal, allerdings muss der Stadtrat der Westküstenmetrople der Absprache noch formell zustimmen. Eine entsprechende Anhörung sei für Freitag festgesetzt worden.

Evaluierungskommission begleitet Entwicklung in LA

Das IOC hatte am 11. Juli den Weg für diese Doppelvergabe frei gemacht. Es war ein historischer Beschluss, denn es ist erst die zweite Doppelvergabe in einem Jahrhundert: Im Juni 1921 waren die Spiele 1924 an Paris und 1928 an Amsterdam vergeben worden.

Nachdem Los Angeles nun offiziell die Kandidatur für 2028 erklärt hat, wird eine sogenannte Evaluierungskommission des IOC das Organisationskomitee in den kommenden Jahren begleiten und darauf achten, dass die vereinbarten Bedingungen und Versprechen eingehalten werden.

Die französische Hauptstadt war mit Bewerbungen für 2008 und 2012 gescheitert. 1900 und 1924 war Paris schon zwei Mal Gastgeber. Auch in Los Angeles waren die Spiele schon zwei Mal zu Gast - 1932 und 1984. Beide Bewerbungen hatten großes Lob geerntet - vor allem wegen vergleichsweise geringer Kosten: Beide Städte wollen auf schon bestehende Wettkampfstätten zurückgreifen.

Bach als Befürworter

IOC-Präsident Bach hatte die Doppelvergabe vorangetrieben. Seiner Ansicht nach bringt das bisherige Vergabeverfahren zu viele Verlierer hervor. Schon eine Bewerbung ist mit hohen Kosten und politischen Risiken verbunden. Gescheiterte Bewerber mit durchaus konkurrenzfähigen Konzepten treten nicht unbedingt ein zweites Mal an.

Bach hatte Anfang Juli zu dem Grundsatzbeschluss in Lausanne gesagt, eine Doppelvergabe sei eine "goldene Gelegenheit". Das IOC müsse nun die Zeit nutzen, sein Vergabeverfahren grundsätzlich zu überarbeiten. In immer weniger Staaten - vor allem in Westeuropa - gebe es noch Bereitschaft der Menschen, Olympische Spiele zu unterstützen, beklagte Bach.

Für 2024 hatten sich ursprünglich auch Hamburg, Boston, Rom und Budapest beworben. Alle vier zogen zurück. Grund war fast immer das Misstrauen der Bürger in das Versprechen, die Ära des teuren Gigantismus bei Olympia sei vorbei. Für Boston ging Los Angeles ins Rennen.

dpa/red | Stand: 01.08.2017, 08:45

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