Britische Legende Farah weiter unter Verdacht

Britisches Leichtathletik-Idol Mo Farah

Ermittlungen der US-Anti-Dopingbehörde

Britische Legende Farah weiter unter Verdacht

Großbritanniens Leichtahletik-Star Mo Farah bleibt im Visier der Doping-Jäger. Und auch um eine weitere britische Sport-Legende gibt es neue Anschuldigungen.

Nach den Vorwürfen gegen den umstrittenen Leichtathletik-Trainer Alberto Salazar hat die US-Anti-Doping-Behörde USADA offenbar Dopingproben des viermaligen Olympiasieger Mo Farah angefordert. Nach Informationen der Tageszeitung "Daily Mail" sollen diese Proben auf verbotene Substanzen nachgetestet werden. Laut "Daily Mail" habe die britische Agentur UKAD aber vor einer Freigabe der Proben noch um weitere Informationen gebeten.

Im Fokus der Doping-Ermittler: Farah-Coach Salazar

Salazar steht nach einem Bericht der englischen "Sunday Times" im Mittelpunkt der Doping-Ermittlungen der USADA. Der amerikanische Coach soll bei seinen Athleten rezeptpflichtige Medikamente missbraucht und verbotene Infusionen zur Leistungssteigerung angewendet haben. Dies geht aus einem vertraulichen Bericht der USADA die nun Farahs Dopingproben für Nachtests anforderte, an die texanische Ärztekammer hervor.

Die russische Hacker-Organisation Fancy Bears soll den USADA-Untersuchungsbericht über das Nike Oregon Project, das von Salazar gecoacht wird, verschiedenen Medien zugespielt haben. Neben Farah gehören zu der Trainingsruppe unter anderem auch 1500-m-Olympiasieger Matthew Centrowitz und der Marathon-Dritte von Rio, Galen Rupp (beide USA). Laut dem Bericht sei es "nahezu sicher", dass Salazar gegen Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen habe. Sowohl Farah als auch Salazar haben jegliche Vorwürfe zurückgewiesen. "Ich bin ein sauberer Athlet, habe niemals die Regeln gebrochen", hatte Farah in einer Stellungnahme mitgeteilt

Ungeklärte Medikamentenlieferungen an Wiggins

Dopingermittlungen werfen auch einen Schatten auf eine weitere britische Sport-Ikone, den Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins. Die britische Anti-Doping-Agentur hat dem Landesverband, dem Renommier-Rennstall Sky, dessen Manager Dave Brailsford und dem einstigen Kapitän und fünfmaligen Rad-Olympiasieger Wiggins schwere Vorwürfe gemacht. Bei der Aufarbeitung möglicher Doping-Verstöße macht das Team, das seit 2012 mit einer Unterbrechung zuletzt immer den Tour-Sieger stellte, keine gute Figur.

Britisches Radsport-Idol Bradley Wiggins

Schatten auf Radsport-Idol Wiggins

Im Fall des Ende vergangenen Jahres zurückgetretenen Radsport-Idols Wiggins geht es um mysteriöse Medikamenten-Lieferungen an seine Adresse vor sechs Jahren. Der frühere Sky-Teamarzt Robert Freeman war der Ladung vor den Parlamentsausschuss zu Untersuchungen der Unregelmäßigkeiten rund um das 28-Millionen-Euro-Team in der vergangenen Woche nicht gefolgt. Der Mediziner konnte die Gaben an Wiggins nicht dokumentieren - Aufzeichnungen darüber seien bei einem Diebstahl seines Laptops 2014 in Griechenland verloren gegangen, ließ Freeman wissen.

Team Sky: Glaubwürdigkeit "in fürchterlicher Situation"

Das Team Sky, das unter der Prämisse des sauberen Radsports und diesbezüglich werbewirksam immer Null-Toleranz-Politik propagiert hatte, habe sich nicht kooperativ verhalten, hieß es. "Vom ersten Moment an gab es eine spürbare Abwehrhaltung gegenüber unseren Bemühungen", hatte die UKAD-Chefin Nicole Sapstead der britischen Zeitung "Independent" erklärt. Die Profis im Team hätten bereits Rücktrittsforderungen an Manager Brailsford diskutiert. Er hatte sich zuletzt in immer mehr Widersprüche verstrickt. Das berichtete die Internetplattform "cyclingnews", ohne Namen zu nennen. Das Parlamentsmitglied des Unterhauses, Damian Collins, erklärte, der britische Radsport und das Team Sky befände sich bezüglich seiner Glaubwürdigkeit "in einer fürchterlichen Situation".

red/dpa/sid | Stand: 08.03.2017, 08:33

Darstellung: