Russlands Leichtathlen weiter suspendiert

Sebastian Coe

Council des Weltverbandes IAAF in Monaco

Russlands Leichtathlen weiter suspendiert

Russlands Leichtathleten bleiben weiterhin für alle internationalen Wettkämpfe gesperrt - damit droht weiterhin ein Olympia-Bann. Das gab der Weltverband IAAF zum Abschluss seiner Council-Sitzung in Monte Carlo bekannt.

"Russland muss weiter erkennbare Schritte tun, um die Bedingungen der Wiederaufnahme zu erfüllen", sagte IAAF-Präsident Sebastian Coe am Freitag. Das Land habe noch nicht genug für die Reformierung seines Anti-Doping-Programms getan. Den Russen droht rund fünf Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Rio wegen massiver Dopingverstöße damit weiter der Ausschluss für das Mega-Event in Brasilien.

"Derzeit sollte Russland nicht wieder zugelassen werden", bekräftigte der Chef des Weltverbandes. Im Mai will das 27-köpfige Council eine endgültige Entscheidung treffen.

DLV-Präsident Clemens Prokop begrüßte die IAAF-Entscheidung: "Das ist zum jetzigen Zeitpunkt auf jeden Fall richtig und nachvollziehbar. Ich bin aber weiter skeptisch, ob die Suspendierung überhaupt aufgehoben werden kann", sagte der Chef des deutschen Verbandes.

Im Laufe des Freitags hatte der Norweger Rune Andersen als Vorsitzender der IAAF-Task-Force zu Russland dem Council die ersten Ergebnisse seiner Recherchen zu den systematischen Betrugsvorwürfen vorgestellt. Die Task-Force wurde gegründet, nachdem die IAAF Russland Ende November aufgrund des Berichts einer unabhängigen WADA-Kommission bis auf Weiteres gesperrt hatte. Der Bann soll erst aufgehoben werden, wenn Russland nachweist, sich an die Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA zu halten.

Russland will sich unabhängiger von westlicher Medizin machen

Russland hatte vor der Pressekonferenz erklärt, keine baldige Aufhebung der Dopingsperre zu erwarten. Ein Grund dafür seien die Fälle von Meldonium-Doping im russischen Sport, so Sportminister Witali Mutko. Er übernehme dafür die grundsätzliche Verantwortung, sagte der Vertraute von Präsident Wladimir Putin. Allerdings gebe es im Land kein systematisches Doping mit Meldonium, meinte Mutko.

Der Minister rief die Sportmediziner seines Landes zur Entwicklung eigener Präparate auf, um unabhängiger von westlicher Medizin zu sein. Mutkos Mitarbeiterin Julia Miroschnikowa sagte, die russischen Sportmediziner würden sich dafür einsetzen, dass Meldonium wieder von der Liste verbotener Präparate verschwindet. Kremlsprecher Dmitri Peskow teilte mit, Putin habe die Situation rund um Doping in Russland mit dem Sicherheitsrat des Landes besprochen. Details der Sitzung wurden nicht mitgeteilt.

dpa/sid | Stand: 11.03.2016, 16:00

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