Sailer setzt den Sprint-Höhepunkt

Verena Sailer

Leichtathletik-Hallen-DM in Dortmund

Sailer setzt den Sprint-Höhepunkt

Gerade eine Grippe auskuriert und gleich wieder auf den Sprinter-Thron: Verena Sailer war schnellste Frau bei der Hallen-DM in Dortmund. Stark auch die Kugelstoßer.

Vom Krankenbett auf das oberste Podest: Deutschlands Top-Sprinterin Verena Sailer ist bei den deutschen Hallen-Meisterschaften der Leichtathleten über 60 m zu ihrem insgesamt fünften nationalen Titel gelaufen. Die Europameisterin über 100 m von 2010 kam in 7,18 Sekunden ins Ziel und weckte zum Abschluss des ersten Wettkampftages Medaillenhoffnungen für die Hallen-EM in einer Woche in Göteborg. Wegen eines grippalen Infektes hatte die 27-Jährige aus Mannheim ihren Start zunächst abgesagt, lief nach einem letzten Test am Freitag dann aber doch.

Das zum Höhepunkt des Tages ausgerufene Duell mit der zweitplatzierten Nachwuchs-Hoffnung Tatjana Pinto entschied Sailer um sechs Hundertstel für sich. "Ich wollte hier laufen wegen der EM, es war mir wichtig, nochmal einen Wettkampf zu machen", sagte sie.

EM-Hoffnung für die "starken Zwei"

Titelhoffnungen für Göteborg weckten die "starken Zwei" im Kugelstoßen: Der frühere Europameister Ralf Bartels wuchtete die Kugel in Abwesenheit von Weltmeister David Storl auf die deutsche Jahresbestweite von 20,08 m und kämpft in seiner letzten Saison um eine erfolgreiche Verteidigung seines Titels von Paris 2011. "Nächste Woche ist die Weite egal, wenn eine Medaille rausspringt. Wenn man sich die Bestenliste anschaut, kann man mit dem EM-Titel liebäugeln", sagte Bartels.

Bei den Frauen steigerte Christina Schwanitz mit 19,79 m ihre eigene Jahresweltbestleistung und würde ihr Silber von vor zwei Jahren zu gern vergolden. "Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Vielleicht geht bei der EM noch mehr", sagte die Olympiazehnte.

Weitsprung auf hohem Niveau

Christian Reif

Weitspringer Christian Reif - Hoffnung für Göteborg

Einen Kampf mit Blickrichtung EM-Medaillen lieferten sich die Weitspringer Christian Reif und Sebastian Bayer. Reif, Freiluft-Europameister 2010, lag mit 8,06 m schließlich neun Zentimeter von dem aktuellen Europameister Bayer. "Ich bin wirklich platt. Der Wettkampf hat mir alles abverlangt, und Sebastian hat es mir trotz seiner langen Pause schwer gemacht", meinte Reif.

Erst zwei Wettkampf-Sprünge hatte Bayer wegen Kniebeschwerden und einer Grippe in diesem Jahr absolviert. Nun übertraf er mit 7,97 die Göteborg-Norm um zwei Zentimeter und darf nun um seinen dritten Hallen-EM-Titel in Folge springen. Stark präsentierte sich auch Sprintsieger Julian Reus, der in 6,56 Sekunden persönlichen Rekord und die sechstbeste Zeit der deutschen Rekordliste hinlegte.

Großes Team für Göteborg

Bayer und Bartels sowie Hürdensprinterin Carolin Nytra, die auf diese Hallen-Saison verzichtet, hatten dem Deutschen Leichtathletik-Verband bei der vergangenen Hallen-EM 2011 in Paris bei zehn Medaillen drei Titel beschert. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) rechnet mit mindestens 30 Athleten im Aufgebot für Göteborg. Vor der DM in Dortmund hatten gab es bereits 28 Normerfüller.

Diskussion um Spitzensport-Studie

Großes Gesprächsthema war in der mit 4.000 Zuschauern ausverkauften Helmut-Körnig-Halle die alarmierende Studie zum Zustand des deutschen Spitzensports. DLV-Präsident Clemens Prokop rief zum Handeln auf: "Wir sehen uns in unseren Forderungen bekräftigt, dass die Nationale Anti-Doping-Agentur finanziell besser ausgestattet werden muss und im Dopingkampf neue gesetzliche Vorschriften geschaffen werden müssen."

Prokop befürchtet zudem einen noch viel höheren Wert von regelmäßig dopenden Athleten als die Studie aussagt (5,9 Prozent) und bezeichnete die Strukturen der NADA als nicht effizient.

sid | Stand: 23.02.2013, 18:35