Titelverteidiger Bayer verpasst EM-Finale

Sebastian Bayer

Leichtathletik-EM

Titelverteidiger Bayer verpasst EM-Finale

Weitspringer Sebastian Bayer hat den deutschen Leichtathleten bei der Hallen-EM die nächste Enttäuschung beschert. Der Titelverteidiger scheiterte am Samstag (02.03.2013) bereits in der Qualifikation. Die deutsche Mannschaft wartet vor dem Schlusstag noch immer auf eine Medaille.

"Die Enttäuschung ist sehr, sehr groß. Ich war einfach zu dämlich, das Brett zu treffen", sagte der 26-jährige Bayer nach mäßigen 7,91 Metern, die nicht für einen Platz im Finale reichten. Acht andere Athleten, darunter der deutsche Meister Christian Reif, sprangen weiter. Ex-Europameister Reif darf nach persönlicher Hallen-Bestleistung von 8,15 am Sonntag als einzig verbliebener deutscher Weitspringer auf Edelmetall hoffen.

Sprinter Julian Reus wurde in einem dramatischen 60-Meter-Rennen in 6,62 Sekunden immerhin Sechster. "Es ist okay, aber mehr auch nicht", sagte der 24-Jährige dazu. Die beiden Stabhochspringerinnen Kristina Gadschiew (4,37 Meter) und Katharina Bauer (4,22) enttäuschten auf den Plätzen sieben und acht.

Dem Trio blieb immerhin der Trost, ein Teil der bislang spannendsten Entscheidungen bei dieser EM gewesen zu sein. Beim Stabhochsprung setzte sich die Britin Holly Bleasdale im Stechen mit 4,67 Metern vor Ex-Weltmeisterin Anna Rogowska aus Polen durch. Und über 60 Meter stand der Franzose Jimmy Vicaut sogar erst nach der Auswertung des Zielfotos als neuer Europameister fest. Der 21-Jährige siegte in der Weltjahresbestzeit von 6,48 Sekunden nur hauchdünn vor dem zeitgleichen Briten James Dasaolu.

Hoffnung auf Sailer, Schwanitz und Otto

Nach zwei weiteren medaillenlosen Finals am Samstagabend wartet die stark verjüngte deutsche Mannschaft in Göteborg vor dem Schlusstag noch immer auf den ersten zählbaren Erfolg. Immerhin: Die Auftritte von Sprinterin Verena Sailer, Kugelstoßerin Christina Schwanitz und Stabhochspringer Björn Otto lassen den Deutschen Leichtathletik-Verband auf ein versöhnliches Ende in Göteborg hoffen. Sie alle kamen mühelos durch ihre Vorkämpfe und gehören nun am Sonntag zu den heißen Medaillenkandidaten.

Über 60 Meter lief Sailer bereits im Vorlauf eine persönliche Bestzeit von 7,12 Sekunden und besiegte damit auch die 100-Meter- Europameisterin Ivet Lalova aus Bulgarien. "Ich fühle mich gut. Aber ich konzentriere mich jetzt erst einmal nur auf das Halbfinale", sagte die 27-Jährige. Der Olympiazweite Otto (5,75) sprang erneut höher als seine ebenfalls locker für das Finale qualifizierten Teamkollegen Malte Mohr und Raphael Holzdeppe (beide 5,60). "Damit kann ich zufrieden sein. Mein Gefühl ist sehr positiv", meinte er. Die Weltjahresbeste Christina Schwanitz (Thum) war mit 18,77 m ebenfalls Qualibeste.

sid/dpa | Stand: 02.03.2013, 19:46