Mehr Marathonläufer dürfen nach Rio

 Anna Hahner (links), Lisa Hahner

DLV senkt Olympia-Normen

Mehr Marathonläufer dürfen nach Rio

Durch die gesenkten Normanforderungen haben bei den deutschen Leichtathleten plötzlich gleich vier weitere Marathon-Läufer das Olympia-Ticket sicher.

Philipp Pflieger (Regensburg), Julian Flügel (Roth) sowie die Zwillinge Anna und Lisa Hahner (Gengenbach) dürfen mit ihren im vergangenen Jahr gelaufenen Zeiten nach Rio de Janeiro - wenn sie noch einen Leistungsnachweis im Halbmarathon erbringen.

"Wir freuen uns extrem darüber", teilten Anna und Lisa Hahner am Mittwoch (27.01.15) mit. "Wir waren ja letztes Jahr schon mal in Rio. Jetzt freuen wir uns, dass wir bei Olympia gemeinsam am Marathon-Start stehen können." Bei den Frauen wurde die bisher geforderte Zeit von 2:28:30 auf 2:30:30 Stunden verändert, bei den Männern von 2:12:15 auf 2:14:00.

Reaktion auf Doping und Korruption

Die Marathon-Asse hatten in den vergangenen Monaten mehrfach ihren Unmut darüber geäußert, dass die Normen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes höher waren als die des Weltverbandes IAAF. In die Debatte hatten sich sogar die Veranstalter der großen deutschen Marathon-Läufe eingeschaltet und dafür plädiert, mehr Athleten nach Rio mitzunehmen. Der Vorstand des Deutschen Olympischen Sportbundes stimmte auf seiner Sitzung einem entsprechenden Antrag des DLV vollumfänglich zu.

Der Verband hatte nach dem Doping- und Korruptionsskandal beantragt, 17 der 43 Einzelnormen für die Sommerspiele zu senken. Bisher hatte sich für Rio nur der Hamburger Arne Gabius qualifiziert, der im Oktober in Frankfurt in 2:08:33 Stunden deutschen Rekord über die 42,195 Kilometer gerannt war. Pflieger war beim gleichen Rennen nach 2:15:50 Stunden ins Ziel gekommen. Flügel rannte Ende September in Berlin 2:13:57.

"Ausgleich für unsere ehrlichen Athleten"

Bei den Hahner-Zwillingen hatte Lisa in Frankfurt in 2:28:39 Stunden die ursprüngliche Qualifikationszeit nur um wenige Sekunden verpasst. Auch Anna (2:30:19 in Berlin) ist nun dabei. "Wir freuen uns sehr, dass die in den zurückliegenden Jahren stetig gewachsene Zusammenarbeit mit unserer Dachorganisation auch in dieser bedeutsamen Frage zu einer einvernehmlichen Lösung geführt hat", teilte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen nach der Entscheidung mit.

Zur Begründung seines Antrags sagte Kurschilgen: "Wir haben uns vor dem Hintergrund der skrupellosen Verfehlungen in der internationalen Leichtathletik in der Verpflichtung gesehen, einen Ausgleich der Interessen und der Chancen für unsere ehrlichen Athleten vorzunehmen."

sid/dpa/red | Stand: 27.01.2016, 17:01

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