Kantersieg für deutsche Handballerinnen

Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland

Kantersieg für deutsche Handballerinnen

Die deutschen Handballerinnen dürfen auf eine optimale Ausgangsposition für das Achtelfinale bei der Heim-WM hoffen.

Die Deutsche Jenny Karolius (m.) wird von zwei Chinesinnen verteidigt

Die Deutsche Jenny Karolius (m.) wird von zwei Chinesinnen verteidigt.

Die Mannschaft von Bundestrainer Michael Biegler fertigte in ihrem vierten Vorrundenspiel am Mittwoch (06.12.2017) den überforderten Außenseiter China in Leipzig mit 24:9 (10:3) ab und stürmte in der Gruppe D mit 7:1 Punkten auf Platz eins.

Angriffsschwäche fällt nicht ins Gewicht

Beste deutsche Werferin gegen die in allen Belangen unterlegenen Chinesinnen war Ausnahmetalent Emily Bölk mit vier Toren. Weniger Gegentreffer hatte das Team des Deutschen Handballbundes (DHB) in einem WM-Spiel zuletzt 1965 bei der Heim-WM gegen Dänemark (7:5) kassiert.

Nach dem vorzeitigen Achtelfinaleinzug durch den Punktgewinn im Krimi gegen Serbien (22:22) ließ der EM-Sechste gegen den Dritten der Asienmeisterschaft vor 3.165 Zuschauern von Beginn an keine Zweifel am Erfolg aufkommen. Das DHB-Team zeigte zwar erneut einige Schwächen im Angriff, doch die Abwehr vor einer starken Torfrau Clara Woltering entwickelte sich zu einer Festung.

Das DHB-Team baute seinen Vorsprung dadurch kontinuierlich aus und Woltering gelang eine Premiere. Die Torhüterin von Bundesligist Borussia Dortmund erzielte in ihrem 220. Länderspiel ihren ersten Treffer zum 9:1 (26. Minute), als die Chinesinnen in Unterzahl ihre Torfrau zugunsten einer Feldspielerin herausgenommen hatten. Woltering erledigte aber auch ihre Hauptaufgabe bravourös und wehrte in den ersten 30 Minuten 10 von 13 Bällen ab.

Clara Woltering - "Ein Lob an die Ladys"

Sportschau | 06.12.2017 | 01:28 Min.

Biegler lässt fast alle mal ran

Angesichts der deutlichen Dominanz gegen einen harmlosen Gegner wechselte Biegler schon in der ersten Halbzeit munter durch und konnte so 24 Stunden nach dem schweren Spiel gegen Serbien wertvolle Kräfte mit Blick auf den weiteren Turnierverlauf sparen.

22 Sekunden nach dem Wechsel war auch Bölk endgültig im Turnier angekommen. Die 19 Jahre alte Rückraumspielerin, die die ersten beiden Spiele gegen Kamerun (28:15) und Südkorea (23:18) wegen einer Fußverletzung verpasst hatte, traf mit ihrem ersten Turniertor zum 11:3. Biegler klatschte Bölk mit einem breiten Grinsen im Gesicht ab.

Der Bundestrainer ließ auch im zweiten Durchgang kräftig rotieren, im Tor löste die bisher bärenstarke Katja Kramarczyk Woltering ab. Auch die Torhüterin von Bayer Leverkusen war von den schwachen Chinesinnen kaum zu überwinden.

"Der Sieg war standesgemäß. Auf unsere Abwehrleistung können wir aufbauen. Jetzt müssen wir uns auf den Showdown gegen die Niederlande konzentrieren", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Bei einem weiteren Erfolg am Freitag gegen Vize-Weltmeister Niederlande (5:3 Punkte) hätte die DHB-Auswahl den Gruppensieg sicher und würde in der K.o.-Runde auf einen vermeintlich leichteren Gegner treffen. Bei einer Niederlage ist aber auch ein Abrutschen auf Rang drei möglich.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Mittwoch, 6.12., 22.50 Uhr

red/dpa/sid | Stand: 06.12.2017, 19:40

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