Handballerinnen starten mit Pleite

Macarena Ageilar Diaz, Natalie Augsburg, Nadja Nadgornaja (v.l.n.r.)

Handball-EM der Frauen

Handballerinnen starten mit Pleite

Die deutschen Handballerinnen boten zum EM-Auftakt dem Favoriten Spanien lange Zeit ein Duell auf Augenhöhe, standen am Ende dennoch mit leeren Händen da.

Die Mannschaft von Bundestrainer Heine Jensen unterlag dem Olympiadritten am Dienstag (04.12.12) im serbischen Novi Sad mit 20:23 (12:13) und steht damit am Mittwoch gegen Ungarn bereits unter Druck. Die ersten drei Mannschaften der vier Gruppen erreichen die Hauptrunde. Zum Abschluss der Vorrunde trifft die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Freitag auf Kroatien. Eine schwache Schlussviertelstunde kostete der DHB-Auswahl dabei den möglichen Sieg zum Auftakt. Vor rund 800 Zuschauern war Laura Steinbach mit sechs Treffern beste Werferin der deutschen Mannschaft, die eine 18:16-Führung noch aus der Hand gab.

Gute Vorstellung trotz prominenter Ausfälle

Unbeeindruckt von den jüngsten Hiobsbotschaften startete die deutsche Mannschaft selbstbewusst in die EM. Die kurzfristigen Ausfälle der Leistungsträgerinnen Isabell Klein wegen eines Mittelhandbruchs und Susann Müller wegen einer Knieverletzung hinterließen zu Beginn keine Spuren. Die erst 19 Jahre junge EM-Debütantin Anne Hubinger als einzige verbliebene Linkshänderin auf der Rückraumposition spielte erstaunlich respektlos auf und sorgte gleich mit ihrem ersten Treffer für die 2:1-Führung (6.). Bundestrainer Jensen verzichtete zunächst auf die nachnominierte Christine Beier. Der Däne hatte am Vorabend lediglich 15 von 16 möglichen Spielerinnen offiziell für das Turnier gemeldet. So ließ er sich die Möglichkeit offen, eine neue Torhüterin nachzuholen, falls sich Katja Schülke oder Clara Woltering verletzen sollten.

Lange ein Duell auf Augenhöhe

Gegen den WM- und Olympia-Dritten Spanien geriet die deutsche Mannschaft mit 2:4 in Rückstand (8.). Doch von dem kleinen Rückschlag erholte sich das Team um Spielführerin Woltering schnell. Im Anschluss an den Ausgleich zum 4:4 (11.) bot die DHB-Auswahl dem Favoriten auf den Gruppensieg ein Duell auf Augenhöhe. Unerwartet abgeklärt reagierte der WM-17. immer wieder auf Rückstände, führte mit 11:10 (26.) und hielt zur Pause einen 12:13-Rückstand. Insbesondere der Rückraum mit der treffsicheren Laura Steinbach und der couragierten Spielmacherin Kerstin Wohlbold stellte die spanische Abwehr immer wieder vor Probleme. Die durch einen Bänderriss im Sprunggelenk gehandicapte Nadja Nadgornaja verwandelte zu Beginn der zweiten Halbzeit ihren dritten Siebenmeter zum 13:13 (32.).

Sieg aus der Hand gegeben

Im Gegensatz zu früheren Spielen hielten die deutschen Spielerinnen die Konzentration lange Zeit gleichmäßig hoch. Mitte der zweiten 30 Minuten setzte sich Jensens Team auf 18:16 (44.) ab, geriet in Unterzahl aber umgehend mit 18:19 (48.) ins Hintertreffen. Danach verloren beide Teams ihre spielerische Linie. Nur zwei Treffer in den letzten 16 Minuten besiegelten die unnötige deutsche Niederlage.

dpa/sid | Stand: 04.12.2012, 20:00