Kaymer verpatzt Start bei den British Open

Martin Kaymer

Erste Runde

Kaymer verpatzt Start bei den British Open

Deutschlands Golfstar Martin Kaymer hat zum Auftakt der 141. British Open einen rabenschwarzen Tag erwischt. Der Mettmanner muss nun um den Cut bangen.

Bei optimalen Bedingungen spielte der 27-jährige Kaymer am Donnerstag (19.07.2012) eine 77er Runde auf dem Par-70-Kurs im Royal Lytham and St. Annes Golfclub. Der Mettmanner muss um die Teilnahme am Wochenende bangen. Der Weltranglisten-Fünfzehnte fand nicht zu seinem Spiel und leistete sich sieben Bogeys - dagegen gelang ihm kein Birdie. Das Resultat: Rang 150 von 156. "Es ist sehr frustrierend, auf der Range und bei den Proberunden klappen die Schläge, im Turnier nicht", sagte Kaymer, "das zieht sich schon durch das ganze Jahr." Von Loch zu Loch nahm seine Frustration zu, sogar einige einfache kurze Chips missrieten.

Enttäuschung und Ratlosigkeit

"Wenn man wenig Selbstvertrauen hat, zieht sich das durch das ganze Spiel", bekannte Kaymer. Er wusste nicht einmal, wo er ansetzen sollte, um unter Wettkampfbedingungen stabiler zu werden: "Letzte Woche bei den Scottish Open lief es gut. Ich habe keine Erklärung." Als Profi habe er noch nie solch eine enttäuschende Saison gespielt. 2010 führte er sogar acht Wochen die Weltrangliste an. In seiner aktuellen Verfassung kann er froh sein, wenn er am Freitag noch den Cut schafft.

Auch Siem entnervt

Nicht viel besser erging es Marcel Siem, der sich nach einer 74er Runde über sich selbst ärgerte: "Die Voraussetzungen waren perfekt, aber ich habe den Driver nicht getroffen und den Putter nicht zum Laufen bekommen." Entnervt verlor der Ratinger seinen Rhythmus, landete mal im schweren, tiefen Rough, dann im Bunker und schoss einmal sogar den Ball auf eine Zuschauertribüne. Drei Birdies konnten die sieben Bogeys nicht wettmachen. "Erst hat mir die Geduld gefehlt, dann bin ich verkrampft", schimpfte der 32-Jährige, der auf Platz 115 liegt.

Scott übernimmt Führung

Adam Scott

Führt nach der ersten Runde: Adam Scott

Der Australier Adam Scott übernahm mit einer 64 die Führung auf dem schwierigen Dünenplatz mit 206 Bunkern. "Ich habe mir einfach vorgestellt, es ist schon der Schlusstag und alles gegeben", sagte der 32-Jährige. "Aber ich habe nicht erwartet, dass das Wetter so ruhig bleibt. Das wird sich sicher noch ändern."

Woods mit gutem Start

Auch der 14-malige Major-Sieger Tiger Woods (USA) erwischte einen guten Start und benötigte nur drei Schläge mehr als Scott. Bereits an der ungewöhnlichen ersten Bahn, einem Par-3-Loch, traf Woods sein Eisen so gut, dass er mit einem einzigen Putt einlochte und die Menge das Birdie bejubelte. "Ich hatte einen guten Start, der Platz spielte sich sehr gut heute", sagte der 36-Jährige, der die silberne Rotweinkanne (The Claret Jug) 2000, 2005 und 2006 mitnehmen durfte. Nur die Grüns waren Woods nach dem vielen Regen noch zu langsam für sein Puttspiel. Von einem geteilten sechsten Platz kann er angreifen.

Mit einem Sieg beim ältesten Golfturnier der Welt könnte der Tiger nach 629 Tagen die Rückkehr an die Spitze der Weltrangliste perfekt machen. Zuletzt führte er am 31. Oktober 2010 die Rangliste an.

Tiger Woods will bei British Open zurück auf den Thron

Tiger Woods will bei den British Open nach vierjähriger Durststrecke seinen 15. Major-Triumph feiern.

Anlage in Royal Lytham St Annes

Es geht wieder los: Die besten Golfer der Welt treffen sich zu den 141. British Open in Lytham. Die British Open sind das einzige Major-Turnier, das in Europa ausgetragen wird und das älteste noch ausgespielte Turnier der Welt. The Open Championship wird jährlich im Juli vom Royal and Ancient Golf Club of St Andrews (R&A) veranstaltet. Der Austragungsort wechselt zwischen neun Kursen, dieses Mal ist der Lytham & St. Annes Golf Club an der Reihe.

Es geht wieder los: Die besten Golfer der Welt treffen sich zu den 141. British Open in Lytham. Die British Open sind das einzige Major-Turnier, das in Europa ausgetragen wird und das älteste noch ausgespielte Turnier der Welt. The Open Championship wird jährlich im Juli vom Royal and Ancient Golf Club of St Andrews (R&A) veranstaltet. Der Austragungsort wechselt zwischen neun Kursen, dieses Mal ist der Lytham & St. Annes Golf Club an der Reihe.

Es könnte ein emotionales Wochenende werden für Tiger Woods. Der Golfer peilt seinen ersten Major-Sieg nach einer vierjährigen Durststrecke an - er wäre gleichbedeutend mit dem Sprung an die Spitze der Weltrangliste. Ein Sieg am Sonntag (22.07.2012), und die Rückkehr auf den Thron wäre nach 629 Tagen perfekt.

"Ich weiß, wie man Majors gewinnt", sagt Woods selbstbewusst: "Ich habe das jahrelang gemacht. Seit 2008 hat es leider nicht mehr geklappt, solche Phasen müssen wir alle durchlaufen."

Am 1. November 2010 hatte der Brite Lee Westwood (r.) den "Tiger" vom Thron gestoßen - nach fünf Jahren und insgesamt 281 Wochen an der Spitze wurde Woods damals vom Gejagten zum Jäger. In der Folge rutschte Woods im Ranking weit ab, war zwischenzeitlich die Nummer 52. Mittlerweile hat sich Woods auf Rang vier zurück gearbeitet. An der Spitze steht der Engländer Luke Donald.

Auf der Britischen Insel könnte die Durststrecke nun enden. Am 1. Juli holte sich Woods in Bethesda den dritten Titel 2012 - zuvor hatte er bereits in Dublin und Orlando gewonnen. Es war sein 74. Sieg auf der US-Tour, damit überholte er in der ewigen Siegerliste die amerikanische Legende Jack Nicklaus und schob sich auf Rang zwei hinter Sam Snead (82 Titel) vor.

Der deutsche Star Martin Kaymer wehrt sich indes gegen seine Kritiker. Die hatten ihm zuletzt ausbleibenden Erfolg vorgeworfen und dass er zu viel verändern und zu wenige Turniere spielen würde.

"Die Leute machen sich mehr Gedanken als ich selbst. Ich war vor zwei Jahren die Nummer 1 der Welt, aber unzufrieden mit meinen eingeschränkten Möglichkeiten. Ich konnte den Ball nicht dahin schlagen, wo ich ihn haben wollte", erklärte der 27-Jährige seine Grundlagenarbeit mit Trainer Günter Kessler.

Mit einer Platzierung hält sich Kaymer vor seinem Lieblingsturnier zurück. Im Vorjahr wurde er Zwölfter, schlechter soll es nicht werden. "Ich mache mich frei von Platzierungen. Letzte Woche bei den Scottish Open habe ich gut gespielt, mein kurzes Spiel und das Putten klappen immer besser. Ich freue mich und werde mit dem Wetter kämpfen."

dpa | Stand: 19.07.2012, 22:25

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