NFL – Dramatischer Sieg für die Minnesota Vikings

Case Keenum

Viertelfinale in der NFL

NFL – Dramatischer Sieg für die Minnesota Vikings

Von Erik Gläsel

Mit einem Sieg in letzter Sekunde haben die Minnesota Vikings das Halbfinale in der NFL komplettiert. Zuvor waren schon die New England Patriots, die Jacksonville Jaguars und die Philadelphia Eagles in die Vorschlussrunde eingezogen.

Die New Orleans Saints sind auf bittere Weise in den NFL-Playoffs gescheitert. Die Saints verloren bei den Minnesota Vikings durch einen Touchdown in allerletzter Sekunde mit 24:29. Wide Receiver Stefon Diggs fing beim abschließenden Angriff des Spiels einen Pass von Vikings-Quarterback Case Keenum aus 61 Yards und lief in die Endzone.

"Wie werden dauernd abgeschrieben. Niemand glaubt, dass wir es schaffen können," sagte Diggs nach dem Sieg. Die Vikings führten zur Pause 17:0, doch New Orleans drehte das Spiel und lag 25 Sekunden vor dem Ende 24:23 vorn. Dann kam der große Moment von Diggs. "Das war ein fantastisches Spiel, oder? Und die Guten haben gewonnen", sagte Trainer Mike Zimmer.

Jacksonville wirft Mitfavorit Pittsburgh raus

Die Jacksonville Jaguars sorgten im Spiel zuvor für eine Überraschung. Das Team aus Florida besiegte die favorisierten Pittsburgh Steelers 45:42 (28:14). Für Jacksonville ist es der dritte Halbfinaleinzug der Vereinsgeschichte und der erste seit der Saison 1999/2000. Jaguars Running Back Leonard Fournette war mit drei Touchdowns und 109 erlaufenen Yards der Leistungsträger beim Auswärtssieg seiner Mannschaft.

Pittsburgh-Quarterback Ben Roethlisberger überzeugte in der Niederlage mit fünf Touchdown-Pässen und insgesamt 469 Yards. Im Conference-Championship-Game der American Football Conference (AFC) am 21. Januar warten Titelverteidiger New England Patriots und Superstar Tom Brady auf die Jaguars.

Wentz' Ausfall wird kompensiert

Matt Ryan wird von Defensive End Brandon Graham attackiert

Matt Ryan wird von Defensive End Brandon Graham attackiert

Durch die Verletzung von Quarterback Carson Wentz (Kreuzbandriss) war bei den Philadelphia Eagles einer der wichtigsten Bausteine weggebrochen. Gegen Atlanta gelang den Eagles allerdings durch eine geschlossene Teamleistung mit einem 15:10-Sieg der Einzug in das Halbfinale.

Ersatz-Quarterback Nick Foles spielte zunächst fahrig, konnte sich aber im Verlauf des Spiels besser an die windigen Verhältnisse auf dem Lincoln Financial Field anpassen. Sein Gegenüber Matt Ryan hatte mehr mit der stürmischen Defensivreihe zu kämpfen, die ihn drei Mal mit Ball zu Boden brachte, mit elf Tackles zusetzte und auch dem wenig eingesetzten Laufspiel durch die Runningbacks Devonta Freeman und Tevin Coleman standhielt. Beide brachten es am Ende auf gerade einmal 86 Yards ohne Rushing-Touchdown.

Zerfahrene Partie mit vielen Fehlern

Die meisten individuellen Fehler machte die Heimmannschaft. Die Offensive um Nick Foles verlor gleich vier Mal die Kontrolle über das Spielgerät. Zwei dieser Fumbles führten zum Wechsel des Ballbesitzes. Nach dem ersten Touchdown durch LeGarrette Blount vergab Kicker Jake Elliott den Extrapunkt – trotz des Windes vermeidbar.

Gerade als Philadelphia in Tritt zu kommen schien, der nächste Fehler: Spieler aus dem Special-Team, das nach dem Punt den Ball in Empfang nehmen sollte, berührten versehentlich denn Ball, der damit frei war und von den Falcons gesichert wurde. Statt selbst einen Angriff zu starten, stand auf einmal Atlanta weniger als 20 Yards vor der Eagles-Endzone.

Fantasielose Falcons-Offensive

All das konnten die Falcons allerdings nicht effizient ausspielen. Offensive Coordinator Steve Sarkisian wird sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, wenig Variabilität in die Angriffsbemühungen gesteckt zu haben. Drei Mal spielten sie sich in die Red Zone, wobei nur ein Touchdown nach einem Shuffle-Pass aus der Bedrängnis erzielt wurde. Stattdessen gelang es der Defensive der Hausherren ein ums andere Mal, den Angriff schon vor Erreichen der Field-Goal-Zone in den vierten Versuch und damit zum Punten zu zwingen.

Als die Eagles nach Schwierigkeiten im Passspiel vermehrt auf den Lauf setzten, beharrte Sarkisian weiter auf Matt Ryan in Verbindung mit Star-Wide-Receiver Julio Jones und fragwürdigen Spielzügen - damit besiegelten sie ihr Schicksal selbst. Die Eagles feierten am Ende nicht unverdient den ersten Play-off-Sieg seit 2009 und stehen im NFC-Finale, erneut vor heimischer Kulisse.

Patriots überrollen die Titans

In der zweiten Viertelfinal-Partie zwischen New England und Tennessee blieben jegliche Überraschungen aus – zumindest was den letztendlichen Spielausgang betrifft. Etwa eine Minute vor Ende des ersten Viertels fand Titans-Quarterback Marcus Mariota seinen Wide Receiver Corey Davis in der Endzone. Nach erfolgreichem Extrapunkt ging es mit einer unerwarteten 7:0-Führung für Tennessee zum ersten Seitenwechsel.

James White erzielt zwei Touchdowns gegen Tennessee

James White erzielt zwei Touchdowns gegen Tennessee.

Wer auf eine spannende Partie hoffte, wurde allerdings schnell enttäuscht. Zur Halbzeit ging es nach drei Patriots-Touchdowns durch James White (2) und Chris Hogan bereits mit 7:21 in die Pause. Sicherlich waren die Tennessee Titans kein Maßstab, New England zeigte allerdings eine dominante Leistung in allen Belangen. Die Berichte über ein zerrüttetes Verhältnis zwischen Headcoach Bill Belichick, Quarterback Tom Brady und Teambesitzer Robert Kraft schienen das Team kalt gelassen zu haben.

Brady unbeirrt zum nächsten Rekord

Die Temperaturen um -5°C in Foxborough setzten den Titans mehr zu als dem aktuellen Super-Bowl-Champion. In den kalten Wochen der Play-offs scheint Tom Brady alljährlich so richtig in Fahrt zu kommen. Der hat nebenbei einmal mehr einen Rekord gebrochen. Zum zehnten Mal in seiner Karriere gelangen ihm drei oder mehr Touchdown-Pässe in einem Play-off-Spiel. Diesen Titel musste sich "The Greatest of all Time“ bislang mit Hall-of-Famer Joe Montana teilen.

Das Spiel endete wie es begann. Marcus Mariota warf auf Corey Davis, der für den 14:35-Endstand sorgte. Zuvor konnten Brandon Bolden und Rob Gronkowski für die Patriots punkten. New England steht jetzt zum siebten Mal in Folge im AFC-Finale – ein weiterer Rekord.

Stand: 15.01.2018, 08:58

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