NFL – Patriots treffen im Super Bowl auf die Eagles

Danny Amendola fängt den Ball in der Endzone zum Touchdown

Halbfinale in der NFL

NFL – Patriots treffen im Super Bowl auf die Eagles

Von Erik Gläsel

Die New England Patriots und die Philadelphia Eagles tragen in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar den Super Bowl 52 in Minneapolis aus. Die Patriots machten es im Halbfinale lange spannend, behielten am Ende dank Quarterback Tom Brady aber die Oberhand über die Jacksonville Jaguars. Für die Minnesota Vikings ging der Traum vom Finale im eigenen Stadion nach einer deutlichen 7:38-Niederlage in Philadelphia nicht in Erfüllung.

Lange Zeit hielten die Jaguars in Foxborogh nicht nur mit, sie wareb sogar überlegen. Denn lange Zeit ließ die starke Defensivarbeit Hoffnung auf die erste Super-Bowl-Teilnahme Jacksonvilles aufkeimen - doch dann kam im letzten Viertel einmal mehr die Zeit des Tom Brady. Mit zehn Stichen musste dem Quarterback der Patriots noch unter der Woche eine Wunde an der Wurfhand genäht werden, jetzt steht New England im NFL-Endspiel, um den Titel zu verteidigen.

Überraschungsteam aus Jacksonville spielt auf

Die Patriots gingen noch im ersten Drittel mit 3:0 in Führung, dann erarbeitete sich der Gast aus Florida bis ins frühe letzte Viertel einen 20:10-Vorsprung. Rookie-Runningback Leonard Fournette, Tight End Marcedes Lewis und die zwei Extrapunkte und Field Goals von Kicker Josh Lambo sorgten für eine aussichtsreiche Ausgangslage. Etwa 35 der 60 Spielminuten gehörte der Ball der Offensive Jacksonvilles und Brady wurde auf der Bank gehalten. Die Defensive „Sacksonvilles“ (Abwandlung durch die zahlreichen Sacks während der Saison) brachte den Quarterback drei Mal mit Ball zu Boden und spielte erneut furios auf.

Brady und die Patriots am Ende ganz abgebrüht

Allerdings konnte New England die vergangenen drei Play-off-Spiele, in denen sie mit zehn oder mehr Punkten hinten lagen, am Ende noch für sich entscheiden. Zudem hat Rekorde-Sammler Brady zuvor bereits sieben Play-off-Spiele im letzten Viertel noch drehen können - und er hatte auch diesmal die nötige Ruhe und Übersicht dazu. Die Defense zwang die Jaguars in der entscheidenden Spielphase gleich drei Mal dazu, das Angriffsrecht wieder abzugeben, Brady fand in gleicher Zeit Wide Receiver Danny Amendola doppelt in der Endzone zum 24:20-Endstand für die Patriots.

Headcoach Bill Belichick nimmt nun zum elften Mal am Super Bowl teil (zweimal als Defensive Coordinator der New York Giants, einmal als Assistent des Patriots-Headcoach, achtmal als Headcoach der Patriots) und ist damit an 21 Prozent aller Super Bowls der Geschichte beteiligt.

New England und Philadelphia im Super Bowl

Sportschau | 21.01.2018 | 01:19 Min.

Im Finale wartet mit Philadelphia ein "Underdog"

Beau Allen und Chris Long als "Underdogs"

Beau Allen und Chris Long als "Underdogs"

In der regulären Saison waren die Philadelphia Eagles lange Zeit das wohl stärkste Team der NFL. Als sich Quarterback Carson Wentz das Kreuzband riss, änderte sich das allerdings. Zwar war das Team bereits in den Play-offs, in Philadelphia nahm man aber die Rolle des "Underdogs" an. Defensive End Chris Long zog sich scherzhaft eine Hundemaske aus Gummi über, animierte damit das Publikum zur Nachahmung.

Dank einer überragenden Leistung von Ersatz-Quarterback Nick Foles stehen die Eagles nun zum ersten Mal seit 13 Jahren wieder im Endspiel. Das Spiel gegen die Vikings begann mit einem Rückschlag für die Hausherren. Minnesotas Tight End Kyle Rudolph fing früh einen Pass von Quarterback Case Keenum, und Kicker Kai Forbath brachte die Vikings mit dem Extrapunkt mit 7:0 in Führung.

Eagles-Quarterback Foles stand damit direkt unter Druck. Nach der durchwachsenen Offensivleistung der Eagles in der Vorwoche gegen die Atlanta Falcons gab es wohl schon die ein oder andere Sorgenfalte unter den Gummi-Masken der Eagles-Fans. Cornerback Patrick Robinson gelang es allerdings, einen Pass von Case Keenum abzufangen und 50 Yard in die Endzone zu tragen. In der Folge spielte Foles befreit und beeindruckend (26 von 33 Pässen kamen an, 352 überbrückte Yards und drei Touchdowns).

Vikings verpassen Heim-Finale

Die erwartet spannende Abwehr-Schlacht blieb aus, den Eagles gelangen bis zum Spielende noch weitere 31 Punkte. Damit hieß es am Ende 38:7 für die Eagles. Die sonst so verlässliche Abwehr Minnesotas war ein Schatten ihrer selbst und die Offensive um Keenum ohne Durchkommen und Lösungen. Den Vikings bleibt zwar eine unter dem Strich gute Saison, allerdings überwiegt zunächst die Enttäuschung über die verpasste Chance, das erste Team zu sein, das einen Super Bowl im eigenen Stadion spielt.

Stand: 22.01.2018, 05:06

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