Quarterback Aaron Rodgers muss die Kurve kriegen

Aaron Rodgers im Huddle mit der Offense

Wild-Card Games in der NFL

Quarterback Aaron Rodgers muss die Kurve kriegen

Von Erik Gläsel

Es war bislang nicht das Jahr der Green Bay Packers. Um den Super Bowl 50 in Santa Clara zu erreichen muss sich das Team aus dem Norden der USA gewaltig strecken. Die zentrale Rolle dabei wird Aaron Rodgers spielen - der wohl beste Quarterback der NFL.

Größer konnten die Fußstapfen kaum sein, in die Aaron Rodgers bei den Packers 2005 trat. Beim Draft wählte Green Bay den Quarterback von der University of California in der ersten Runde aus. Rodgers hatte sich dann allerdings erstmal hinter der Vereinslegende Brett Favre einzureihen.

Über die Jahre wurde Rodgers dann Dreh- und Angelpunkt der Packers - immer begleitet von Kritik an seinem Talent und seiner Physis. Die Zweifler sollten allerdings im Laufe der Zeit verstummen, nicht selten wird Rodgers mittlerweile als bester Quarterback der Liga bezeichnet. Kurz vor dem Wild-Card Game gegen die Washington Redskins hofft in Green Bay nun alles auf eine Leistungsexplosion des 32-Jährigen.

Starke Pässe, intelligentes Laufspiel

Schließlich weiß Rodgers, wie man Titel gewinnt. Gegen die Pittsburgh Steelers beim Super Bowl 45 ging er 2011 als Sieger und Super-Bowl-MVP (wertvollster Spieler) vom Feld. Damals wie heute stand zunächst das Wild-Card Game vor dem eigentlichen Viertelfinale auf dem Programm.

Das Weiterkommen der Packers hängt vor allem von Rodgers ab. Seinem geduldigen und präzisen Passspiel fügt er immer wieder ein dezentes und intelligentes Laufspiel bei. Auf ein solch variables Spiel kann sich die gegnerische Defensive nur schwer einstellen.

Starke Zahlen, kaum Interceptions

Aaron Rodgers mit der Vince-Lombardi-Trophäe nach dem Superbowl 45

Aaron Rodgers mit der Vince-Lombardi-Trophäe nach dem Superbowl 45

Wer Green Bay schlagen will, sollte sich aber nicht auf Fehler des Quarterbacks verlassen. Die gigantische Heim-Serie von 1043 Tagen, 587 Pässe und 49 Touchdowns ohne Interception (abgefangene Würfe) ist zwar in dieser Saison gerissen, allerdings bleiben beeindruckende Zahlen wie die Passrate von über 60 Prozent und nur acht Fumbles (im Zweikampf fallengelassene Bälle). Auch am Ende dieses Jahres wird Rodgers wohl weniger als zehn Interceptions geworfen haben (derzeit sieben).

Der zweimalige MVP der NFL ist bereits zum fünften Mal Teil des Starensemble des Pro Bowl, der All-Star-Auswahl der Liga. Nach zehn Karrierejahren ist Rodgers auf dem Weg, viele Quarterback-Rekorde der Liga zu egalisieren - beispielsweise die Touchdownpässe, Yards pro Wurf oder insgesamt. Derzeit stehen eher Tom Brady und Peyton Manning mit ihren geknackten Rekorden im Fokus, doch der Mann aus Chico in Kalifornien pirscht sich langsam heran.

Was gegen Washington im Wild-Card Game geschehen muss

Green Bay muss gegen Washington versuchen, den Sand loszuwerden, der zum Ende der Saison ins Getriebe geraten ist. Einige NFL-Experten sehen die Packers zurzeit nur als durchschnittliches Team - allerdings ohne Aaron Rodgers.

Kann der Quarterback nicht nur eine ordentliche, sondern hervorragende Leistung in den Playoffs abrufen, haben die Packers allerdings auch eine Chance auf den Super Bowl. Die Passempfänger, die weiterhin schmerzlich den verletzten Wide Receiver Jordy Nelson vermissen, müssen die Pässe besser verwerten und effektiver arbeiten. Für exzellente Pässe braucht Rodgers allerdings auch Zeit in der so genannten Pocket, dem Bereich hinter der Offense-Line, in der er sichtet, welche der Receiver frei sind oder wo sich Lücken bilden.

Die Offense-Line muss standhalten

Die Achillessehne der Green Bay Packers ist derzeit die Offense-Line. In der laufenden Saison wurde Rodgers pro Spiel durchschnittlich drei Mal vor dem Wurf oder Laufversuch zu Boden gebracht, in den letzten drei Partien sogar mehr als fünf Mal. Häufiger musste kein anderer Spielmacher der Top-Teams einstecken.

Aaron Rodgers im Spiel gegen die Carolina Panthers

Aaron Rodgers wird im Spiel gegen die Carolina Panthers von der gegnerischen Defense gestellt.

Handlungsbedarf also, den Ausnahme-Quarterback besser zu schützen. Beim Draft 2016 wird das Augenmerk daher auf der Offense -Line liegen. Gegen Washington muss der aktuelle Kader genügen. Die Packers-Legende Brett Favre hat einen Super Bowl mit Green Bay gewonnen, ebenso wie Aaron Rodgers. Gewinnt Rodgers einen zweiten, hat er endgültig die großen Fußstapfen ausgefüllt.

Stand: 08.01.2016, 10:23

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