Denver und Carolina erreichen den Super Bowl

Denver Broncos Quarterback Peyton Manning (r.) neben Tom Brady von den New England Patriots

Halbfinale in der NFL

Denver und Carolina erreichen den Super Bowl

Von Christian Hornung

Quarterback-Altstar Peyton Manning hat die Denver Broncos in den Super Bowl geführt - die New England Patriots leisteten sich einen Patzer, der das Spiel mitentschied. Gegner im NFL-Finale sind die Carolina Panthers, die gegen Arizona gewannen.

Es war mal wieder eines dieser Football-Spiele, die bis in die allerletzte Sekunde Hochspannung in sich trugen. Bis zum letzten Drive hatten die New England Patriots mit dem Deutschen Sebastian Vollmer im ersten NFL-Halbfinale noch die Chance, die 18:20-Niederlage gegen die Broncos auszugleichen und sich in die Verlängerung zu retten.

Dass es aber am Ende genau diese zwei Punkte Rückstand waren, lag an einem historischen Patzer der Patriots. Star-Kicker Stephen Gostkowski hatte nach einem Touchdown den eigentlich so gut wie selbstverständlichen Extrapunkt vergeben, indem er das Ei knapp neben den rechten Pfosten setzte. Das war ihm zuvor 523 (!) Mal in Serie nicht passiert.

Sensationelle Denver-Defense

Hätte Gostkowski den obligatorischen Punkt im ersten Viertel beim Stand von 6:7 gemacht, hätte am Ende nach dem spektakulären Touchdown von Rob Gronkowski auf Pass von Superstar Tom Brady ein Extrapunkt gereicht.

So aber mussten die Patriots auf eine sogenannte "Two-point-conversion" setzen, um den Ausgleich zu schaffen und sich in die Verlängerung zu retten. Doch dieses Unterfangen, nach dem Touchdown einen weiteren Touchdown nachzulegen, der dann zwei Punkte bringt, verhinderten die sensationell stark verteidigenden Broncos zwölf Sekunden vor dem Ende.

Häme der Polizei in Denver via Twitter

Nachdem die Angriffe immer wieder von den Broncos erfolgreich gestoppt wurden, machte sich auch noch die Polizei in Denver über die Patriots lustig: "Unsere Einheit für vermisste Personen ist auf dem Weg ins Stadion, um zu versuchen, die Offensive der Patriots zu finden", twitterte das Denver Police Department während des Spiels.

Brady mit zwei Interceptions

Tom Brady (oben) in Aktion

Tom Brady unter großem Druck - das war in der kompletten Partie so.

So bleibt Brady die Chance verwehrt, am 7. Februar den fünften Super-Bowl-Ring seiner Karriere zu gewinnen. Das wäre aber auch nicht verdient gewesen, denn der Frontmann der Patriots erlebte einen schlimmen Abend. Zwei Interceptions unterliefen dem sonst so sicheren Spielmacher, und am Ende hatte er eine Quote von unter 50 Prozent erfolgreichen Pässen - normalerweise liegt er meist zwischen 65 und 70 Prozent.

Die schwache Quote lag aber keineswegs allein an Brady. Vielmehr zeigte Denver eine unfassbare Defensivleistung, meldete die Wide Receiver der Patriots komplett ab und setzte den Quarterback immer wieder unter immensen Druck, so dass er kaum Zeit für seine Spielzüge hatte.

So konnte auf der anderen Seite Oldie Peyton Manning die Gunst der Stunde nutzen, mit zwei Touchdown-Pässen auf Owen Daniels seinen Broncos den Weg zum Sieg und in den Super Bowl am 7. Februar zu ebnen. Für Manning wäre es der zweite Championship-Ring seiner großen Karriere.

Carolina feiert überraschend klaren Sieg

Carolinas Quarterback Cam Newton

Carolinas Quarterback Cam Newton

Die Carolina Panthers kamen derweil in einem überraschend einseitigen Halbfinale gegen enttäuschende Arizona Cardinals zu einem 49:15 und stehen somit zum zweiten Mal im Super Bowl. Während Denver bislang zweimal den Super Bowl gewinnen konnte, wartet Carolina noch auf einen Sieg.

Carolinas Spielmacher Cam Newton zeigte, dass er gute Chancen hat, zum wertvollsten Spieler der Saison (MVP) gewählt zu werden. Der 26-Jährige bereitete zwei Touchdowns vor und trug zudem zweimal den Football selbst in die Endzone. Cardinals-Quarterback Carson Palmer hingegen warf vier Pässe, die von der starken Panthers-Verteidigung abgefangen wurden. 

Stand: 25.01.2016, 07:53

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