Führungskrise bei deutschen Fechtern

Zwei Florette liegen am Rande der Planche.

Rücktritt des Präsidenten

Führungskrise bei deutschen Fechtern

Präsident Lothar Blase erklärt seinen Rücktritt und stürzt den Deutschen Fechter-Bund damit zu Beginn des Olympiajahres in eine Führungskrise.

Der erst im Dezember 2014 in das höchste Amt des DFeB gewählte Mannheimer ist nach Verbandsangaben bereits am Samstagabend (09.01.16) "aus persönlichen Gründen" mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Der 67-Jährige begründete den Entschluss damit, dass er die mit seinem Amtsantritt angedachten "eigenen strukturellen Ideen und seine Zielvorstellungen nicht verwirklichen konnte", wie es in einer Verbandsmitteilung hieß. Schon im November 2015 hatte der für die sportlichen Belange zuständige Vizepräsident Luitwin Ress aus Heidenheim mangels Unterstützung durch die Landesverbände sein Amt aufgegeben.

Im Zuge der Demission Ress' hatte Blase zu erkennen gegeben, dass auch er an einen solchen Schritt denke. Er müsse das aber "jetzt durchziehen" und könne "zum jetzigen Zeitpunkt nicht zurücktreten", meinte Blase noch Mitte November. Bis zu einer Neuwahl wird satzungsgemäß der amtierende Vizepräsident Sport/Internationales, Dieter Lammer aus Tauberbischofsheim, die Amtsgeschäfte weiterführen. Der DFeB-Hauptausschuss tagt am 30. Januar. Danach wird wohl darüber entschieden, ob noch in diesem Frühjahr bei einem außerordentlichen Verbandstag Neuwahlen stattfinden.

Nachfolge offen

DFeB-Sportdirektor Sven Ressel sagte, man dürfe eine Neubesetzung "nicht über den Zaun brechen". Ressel: "Wir brauchen jetzt erstmal ein bisschen Ruhe, weil wir uns in der Olympia-Qualifikation befinden und uns darauf konzentrieren müssen."

Mit wem das Präsidentenamt künftig besetzt wird, ist offen. Denkbar ist, dass Lammer den Verband als Interimslösung sogar bis nach den Spielen in Rio führt. In DFeB-Kreisen ist für den jetzt eingetretenen Fall des Blase-Rücktritts mehrfach die Rede davon gewesen, dass es nur wenige geeignete Nachfolgekandidaten gebe. Unklar ist auch, ob eventuell frühere Spitzenfechter wie etwa die einstige Degen-Weltmeisterin Claudia Bokel Interesse daran haben, sich für das Präsidentenamt zur Verfügung zu stellen.

dpa | Stand: 10.01.2016, 14:05

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