NHL- deutsche Stanley-Cup-Träume

Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers in Aktion

Saisonstar in der NHL

NHL- deutsche Stanley-Cup-Träume

Ein neuer Klub in Las Vegas, ein unverwüstlicher Altstar, deutsche Stanley-Cup-Träume - der Saisonstart in der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL.

Wenn die Edmonton Oilers am Mittwochabend (04.10.2017/Ortszeit) gegen Calgary die neue Saison in der National Hockey League (NHL) eröffnen, jagt auch der deutsche Oilers-Star Leon Draisatil seinen großen Traum vom Titel. Andere deutsche Spieler hoffen auf den nächsten Schritt in der besten Eishockey-Liga der Welt - die aber auch noch die Bühne für einen 45 Jahre alten Altstar ist. Unser Überblick zum Saisonstart.

Die Favoriten - Jagd auf die Penguins

Die Pittsburgh Penguins haben in den vergangenen zwei Spielzeiten den Stanley Cup gewonnen - und sind auch der Topfavorit auf den dritten Titel in Folge. Und das, obwohl die Penguins im Sommer wichtige Spieler verloren haben, darunter Marc-André Fleury, ihren großen Rückhalt im Tor. Doch mit Sidney Crosby und Evgeni Malkin hat der Titelverteidiger das gefährlichste Sturm-Duo der Liga im Kader, der außerdem immer noch tief genug besetzt ist.

Die meisten NHL-Experten tippen auf ein Finale zwischen Pittsburgh und den Edmonton Oilers, die im Westen ganz vorne gesehen werden. Die Oilers haben ihren Stamm aus der Vorsaison, als sie erstmals nach elf Jahren wieder die Play-offs erreichten, zusammenhalten können. Hoffnungsträger, neben dem "German Gretzky" Leon Draisaitl, ist der auch erst 20 Jahre alte Kapitän Connor McDavid, Topscorer und wertvollster Spieler der vergangenen Saison. Den zwei Jungstars McDavid/Draisaitl, bereits jetzt mit Paradesturm-Duos wie Crosby/Malkin verglichen, wird eine große Zukunft prophezeit. Doch in Edmonton träumen sie schon jetzt vom ersten Stanley-Cup-Gewinn einer kanadischen Mannschaft seit 25 Jahren.

Sharks wollen Oilers-Traum vereiteln

Vereiteln könnten dies die San José Sharks, der wohl härteste Konkurrent der Oilers im Westen. Die Sharks sind ein überaus beständiges, erfahrenes Veteranen-Team, dem auch ohne den langjährigen Anführer Patrick Marleau ein langer Play-off-Run zugetraut wird. Wegen des fortgeschrittenen Alters des Kaders könnte es womöglich zugleich die letzte Chance auf einen Titel sein, den die Sharks mit aller Macht ergreifen wollen.

Ein großes Fragezeichen steht hinter den Nashville Predators, die in der Vorsaison als Wildcard-Team bis ins Finale marschierten. Die Predators mussten den Abgang einiger Leistungsträger verdauen, zudem fällt ihr Defensiv-Anführer Ryan Ellis mindestens für die erste Saisonhälfte aus.

Viel vorgenommen haben sich auch die Tampa Bay Lightning. Das Team aus Florida, das im Vorjahr noch die Finalserie der Eastern Conference erreicht hatte, hat nach einer enttäuschenden Saison enorm aufgerüstet, unter anderem mit dem vierfachen NHL-Champion Chris Kunitz, und sich als Herausforderer für Pittsburgh positioniert.

Die Deutschen - Draisaitl, Seidenberg und Co.

Leon Draisaitl führt die Liste der deutschen NHL-Exporte an. Der gebürtige Kölner hat in der abgelaufenen Saison mit 93 Scorerpunkten und Platz acht in der NHL-Scorerliste Superstar-Status erreicht. Im Sommer unterschrieb er einen Achtjahresvertrag über 68 Millionen Dollar - mit 8,5 Millionen Dollar Jahresgehalt ist er der bestbezahlte deutsche Eishockeyprofi der Geschichte.

Tom Kühnhackl hat dafür bereits Stanley-Cup-Titel vorzuweisen, im Star-Ensemble der Penguins spielt der Landshuter allerdings bislang nur eine Nebenrolle. Auch diesmal wird Kühnhackl wieder hart um Spielanteile kämpfen müssen.

Ebenfalls mit einem Stanley-Cup-Titel dekoriert ist Dennis Seidenberg. Der 36-Jährige, Eckpfeiler in der Nationalmannschaft und bester Verteidiger der vergangenen WM, geht bei den New York Islanders in seine 15. NHL-Spielzeit. Auch beim ambitionierten Klub aus Brooklyn weiß man die Qualitäten des Schwarzwälders zu schätzen.

Auch Tobias Rieder hat sich bei seinem Klub, den Arizona Coyotes, festgespielt. Rieder ist mit seiner enormen Geschwindigkeit in Offensive und Defensive gleichermaßen wertvoll. Nach seiner Verletzung bei der Heim-WM ist er rechtzeitig fit und gehört vor seiner vierten NHL-Saison im jungen Coyotes-Team schon zu den erfahrenen Spielern.

Goalies Greiss und Grubauer kämpfen um Minuten

Die deutschen Torhüter Thomas Greiss (New York Islanders) und Philipp Grubauer (Washington) dagegen werden auch in der kommenden Spielzeit um ihren Platz zwischen den Pfosten kämpfen müssen. Greiss dürfte bei den Islanders etwas bessere Karten haben als Grubauer, der bei den Capitals den Kanadier Braden Holtby vor sich hat.

Auch Verteidiger Korbinian Holzer wird es in Anaheim wieder schwer haben, regelmäßig zum Einsatz zu kommen. Für Frederik Tiffels beginnt erst das Abenteuer NHL. Der Kölner, eine der Entdeckungen der WM, unterzeichnete einen Dreijahresvertrag in Pittsburgh und will es vom Farmteam in den Kader des Titelverteidigers schaffen. Immerhin kam Tiffels schon in drei Testspielen zum Zug.

Neu in der NHL: Las Vegas

In Las Vegas wurde ein komplett neues Team aus dem Wüstenboden gestampft - für geschätzte 500 Millionen Dollar, die der texanische Milliardär Bill Foley an die NHL, sprich die anderen Klubbesitzer überwies.

Obendrauf gab es eine nagelneue 17.000-Zuschauer-Arena für die Vegas Golden Knights, die zugleich das erste Team aus einer der vier großen nordamerikanischen Profisport-Ligen in der Glücksspiel-Metropole sind.

Schon ewig in der NHL: Jaromir Jagr

Dass Jaromir Jagr gerne seine Karriere fortsetzen wollte, trotz des für einen Eishockey-Profi fortgeschrittenen Alters von 45 Jahren, wussten seine zahlreichen Fans bereits. "Jeder Free Agent bekommt Anrufe von zehn bis zwölf Teams. Mich ruft keiner an", klagte Jagr unlängst auf Twitter: "Und umgekehrt: Wenn ich anrufe, nimmt keiner ab."

Kurz vor dem Start der neuen Saison bekam Jagr offenbar doch noch den richtigen NHL-Manager an die Strippe: Die Calgary Flames nahmen den unverwüstlichen Tschechen, der in der vergangenen Saison für die Florida Panthers in allen 82 Punktspielen auf dem Eis stand und auf 16 Tore und 30 Vorlagen kam, für ein weiteres Jahr unter Vertrag.

dpa/sid/red | Stand: 03.10.2017, 14:22

Darstellung: