Ein Glücksfall für die Kölner Haie
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Ales Kranjc im Porträt
Ein Glücksfall für die Kölner Haie
Von Florian Meißner
Der slowenische Nationalspieler Ales Kranjc stieß durch einen Zufall zum Sommertraining der Kölner Haie und wurde dort zur großen Entdeckung. Mit seiner laufstarken und schnellen Spielweise hat der Offensiv-Verteidiger enormen Anteil am Höhenflug seiner Mannschaft.
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Der 31-Jährige blickt auf eine bewegte Karriere zurück: Er spielte außer in seinem Heimatland bereits in Österreich, Ungarn und Tschechien, nahm an mehreren A- und B-Weltmeisterschaften teil. Im vergangenen Sommer hielt er sich schließlich bei seiner Freundin in der Nähe von Köln auf, wo in einem Fitness-Studio sein Leben wieder einmal eine Wendung nahm.
Zufällig kam er dort mit einem Kölner Nachwuchstorhüter ins Gespräch. Der erzählte Kranjc, dass es in der Trainingshalle der Haie ganzjährig Eis gibt. Kurze Zeit später war der Slowene auf dem Eis – und traf Haie-Coach Uwe Krupp, der schnell Interesse an dem offensiv ausgerichteten, laufstarken Verteidiger fand. Zunächst erhielt Kranjc einen Probevertrag, ehe ihm die Kölner vor Saisonbeginn eine Festanstellung anboten.
Chance genutzt
"Mein Agent und ich wollten im Sommer erst mal abwarten, was sich für mich Neues ergibt. Dass es aber auf diese Weise abläuft, hätte wohl niemand gedacht", sagt Kranjc. So ganz möchte er der Begegnung im Fitness-Studio seinen Erfolg aber nicht zuschreiben: "Ich habe dort keinen Job bekommen, sondern eine Chance", sagt er. Und die hat er zweifellos genutzt. Mit zehn Punkten in elf Spielen zählt er bislang zu den erfolgreichsten Offensiv-Verteidigern der Liga. Und mit den Haien steht er nach dem besten Saisonstart der Vereinsgeschichte auf Platz 1 der Tabelle.
Der Vater des Erfolgs, Trainer Uwe Krupp, freut sich über den unerwarteten Neuzugang: "Durch seine läuferischen Qualitäten passt er gut in unser System und zu der Art und Weise, wie wir spielen wollen." Mehr noch: Kranjc kann durchaus stellvertretend für die Qualitäten genannt werden, die im Vergleich zur Vorsaison den Unterschied ausmachen.
Verstärkung für junge Haie
Uwe Krupp
In der Saison 2011/12 wagten die Haie mit einer jungen Mannschaft einen sportlichen Neuanfang. Mit Erfolg: Ein laufintensives, aggressives, aber defensives Spiel führte die Mannschaft bis ins Viertelfinale gegen den späteren Meister Berlin. Es gab aber auch klar erkennbare Mankos wie etwa eine ausgeprägte Heimschwäche und das Fehlen spielstarker Verteidiger, die schnell von Abwehr auf Angriff umschalten und auch für Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgen.
Gerade dort setzten die Kölner vor der Saison den Hebel an und verpflichteten gleich drei Verteidiger von internationalem Format: die Schweden Daniel Tjärnqvist und Andreas Holmqvist sowie Ales Kranjc. "Durch die bessere Spielgestaltung öffnen sich mehr Räume", so Uwe Krupp. "Unsere Verteidiger schießen schnell, das ist gerade gegen defensiv ausgerichtete Teams wichtig."
Unerwartetes Wiedersehen
Aber nicht nur Ales Kranjc und die Kölner Haie haben sich gefunden – in seiner neuen Mannschaft stieß er auch auf seinen alten Freund und Nationalmannschafts-Kollegen Rok Ticar. "Wir kennen uns schon lange, sind sogar beide in derselben Stadt (Jesenice; d. Red.) aufgewachsen. Es ist gut, so jemanden im Team zu haben", sagt Kranjc.
Beide Spieler sind zugleich Beispiele für den Aufschwung des Eishockeys in Slowenien. Uwe Krupp äußerte sich schon als Bundestrainer während der WM 2011 sehr anerkennend über die spielerische Qualität der slowenischen Nationalmannschaft. Eine absolute Ausnahmeerscheinung ist Weltklasse-Angreifer Anze Kopitar, der bei den Los Angeles Kings in der National Hockey League spielt.
"Es ist eigentlich unglaublich", sagt Kranjc, "obwohl wir nur sechs geschlossene Eishallen in Slowenien haben, haben wir wirklich ein paar gute Spieler." Die Kölner Haie freuen sich darüber.
Stand: 19.10.2012, 08:00