DEB-Team will nach erstem WM-Sieg mehr

Siegerfreude: Müller, Ehrhoff und Zepp (v.l.)

Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland

DEB-Team will nach erstem WM-Sieg mehr

Den Klassenerhalt und einen trainingsfreien Tag bescherte sich die deutsche Eishockey-Nationalmansnchaft mit dem 2:0 gegen Österreich bei der WM in Schweden und Finnland. Jetzt will das Team von Bundestrainer Pat Cortina noch einen Schritt weiter.

Bowling statt Eishockey stand für die deutschen Nationalspieler am Tag nach dem ersten WM-Sieg auf dem Programm. Durchschnaufen, nachdem mit dem 2:0 am Mittwoch (08.05.13) gegen Österreich immerhin schon einmal der Klassenerhalt gesichert ist. "Gut, dass wir gewonnen haben, dann kann ich mit gutem Gewissen nach Hause kommen", sagte NHL-Profi Christian Ehrhoff.

Wann Ehrhoff wieder daheim in Krefeld sein wird, weiß er allerdings noch nicht. Nach dem hart erkämpften und am Ende glücklichen Erfolg gegen den Aufsteiger ist sogar eine Verlängerung möglich. Gewinnt die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) ihre verbleibenden Vorrundenspiele gegen Lettland (Samstag), die USA (Sonntag) und Frankreich (Dienstag), könnte sie doch noch ins Viertelfinale einziehen.

Kinks Blick nach oben

"Solange das große Ziel noch zu greifen ist, wollen wir alles versuchen", sagte Marcus Kink, der bei der Revanche für das Olympia-Aus im Februar zum Torjäger avancierte. Der Mannheimer, eigentlich vorwiegend mit Defensivaufgaben betraut, beruhigte nach 37 quälenden Minuten die flatternden Nerven mit einem erfolgreichen Alleingang. "Eines der schönsten Tore der WM", lobte Ehrhoff, und Kink konnte sich an seinem Treffer gar nicht satt sehen: "Da hab' ich schon noch mal zum Videowürfel hochgeschaut, ich schieß' ja nicht so oft bei der WM ein Tor."

Acht Sekunden vor Schluss bekam der 28-Jährige dann noch seinen dritten Treffer des Turniers gutgeschrieben, obwohl er den Puck gar nicht im verlassenen österreichischen Tor untergebracht hatte. NHL-Star Thomas Vanek hatte ihn von hinten gefoult, die Schiedsrichter entschieden auf "technisches Tor" - der erste deutsche WM-Sieg nach drei unglücklichen Niederlagen war perfekt.

Zepp wichtiger Rückhalt

Entscheidenden Anteil hatte auch Torhüter Rob Zepp, der noch beim 2:3 gegen die Slowakei zweimal gepatzt hatte. Nach ebenfalls nervösem Beginn wehrte der Berliner alle 27 Schüsse ab und feierte seinen ersten Shutout im DEB-Trikot. "Er war unglaublich - Gott sei Dank", sagte Bundestrainer Cortina und atmete kräftig durch. Dann gab der Italo-Kanadier seinen Spielern einen Tag frei, damit sie beim Bowling in der Kamppin Keilahalli den Erfolg erstmal einmal genießen konnten.

"Der große Druck ist jetzt weg", meinte Cortina und fügte mit Blick auf Platz fünf in der Tabelle an: "Uns gefällt, wo wir stehen. Das Viertelfinale ist weiterhin möglich."

sid | Stand: 09.05.2013, 13:24