DEL - Vorrunde mit viel Gesprächswert

Die Vorrunde der DEL hatte es in sich: Es gab Überraschungen und Abstürze, ein viel beachtetes Wintergame, Teilzeitspieler aus Amerika und einige bemerkenswerte Statistiken und Personalien.

Jubel bei den Adlern aus  Mannheim

Die Vorrunde der Deutschen Eishockey-Liga hatte es in sich: Es gab Überraschungen und Abstürze, ein viel beachtetes Wintergame, Teilzeitspieler aus Amerika und einige bemerkenswerte Statistiken und Personalien. Nach 52 Spielen ist noch nichts entschieden. Die Teams haben sich für die Playoffs in Stellung gebracht. Die beste Ausgangsposition haben sich die Adler Mannheim gesichert, der Meister aus Berlin landete auf Platz vier.

Die Vorrunde der Deutschen Eishockey-Liga hatte es in sich: Es gab Überraschungen und Abstürze, ein viel beachtetes Wintergame, Teilzeitspieler aus Amerika und einige bemerkenswerte Statistiken und Personalien. Nach 52 Spielen ist noch nichts entschieden. Die Teams haben sich für die Playoffs in Stellung gebracht. Die beste Ausgangsposition haben sich die Adler Mannheim gesichert, der Meister aus Berlin landete auf Platz vier.

Vor drei Jahren standen die Kölner Haie kurz vor der Pleite, danach folgte der sportliche Absturz. Dass das Team jetzt auf Rang zwei gelandet ist und als heißer Titelanwärter gilt, ist gewiss eine Überraschung. Ex-Nationaltrainer Uwe Krupp hat die Mannschaft clever verstärkt und binnen kurzer Zeit eine schlagkräftige Einheit geformt. Alle Zugänge haben eingeschlagen. Ungewohnt stark präsentierten sich auch die Krefeld Pinguine, die auf Rang drei landeten.

Doch es gab auch Ausreißer nach unten. Vor zwei Jahren stand Wolfsburg noch im Finale, im vergangenen Jahr ging das Team immerhin als Dritter in die Playoffs, und es sah ganz so aus, als könne sich Wolfsburg dauerhaft als Titelkandidat etablieren. In diesem Jahr dann der Absturz. Die Niedersachen erreichten als Zehnter so gerade noch die Pre-Playoffs

In der vergangenen Saison mischten auch die Straubing Tigers die Liga gehörig auf. Dass die Bayern mit ihrem Mini-Etat überhaupt in den Playoffs landeten, war schon eine Sensation. Doch dann stießen sie auch noch bis ins Halbfinale vor und scheiterten erst am späteren Meister Berlin. In diesem Jahr ging der Höhenflug nicht ganz so steil weiter. Am Ende reichte es nur zu Platz neun - was immerhin die Pre-Playoffs bedeutet.

Der Absturz der Düsseldorfer EG hingegen war angekündigt. Weil der Traditionsverein seinen Hauptsponsor verloren hatte, musste er im Sommer den Etat für die Saison drastisch nach unten fahren. Die Rheinländer verstärkten sich überwiegend mit Spielern aus der zweiten Liga und unbekannten Akteuren aus Nordamerika und Skandinavien. Von Beginn an konnte das Team nicht mithalten und landete am Ende auf dem letzten Platz. Die finanziellen Probleme blieben. Ob der Klub den Etat für das nächste Jahr stemmen kann, steht noch nicht fest.

Spektakel im Nieselregen: 50.000 Fans kamen zum ersten Wintergame der DEL und sorgten damit im Nürnberger Stadion beim 4:3-Sieg der heimischen Ice Tigers gegen die Eisbären Berlin für eine europäische Rekordkulisse. Um bei Dauerregen den Winter zu simulieren, wurde im Innenraum rund um die Eisfläche ein 15.000 Quadratmeter großer weißer Teppich verlegt.

Weil sie sich mit ihren Spielern ums liebe Geld stritten, schlossen die Klubbesitzer der National Hockey League das Personal kurzerhand vom Spielbetrieb aus. Das rief die Klubs in Europa auf den Plan, und wer es sich leisten konnte, der griff beim Lockout zu. So kamen auch etliche Spieler in die DEL. Die Adler Mannheim zum Beispiel holten Jason Pominville, Dennis Seidenberg, Jochen Hecht und Marcel Goc, Christian Ehrhoff schloss sich den Krefeld Pinguinen an, Daniel Brière und Cluade Giroux spielten für die Eisbären Berlin. Die Klubs profitierten. So machte Ehrhoff in Krefeld 26 Scorerpunkte in 32 Spielen. Die Pinguine siegten mit dem Starverteidiger zehn Mal in Folge und stürmten zwischenzeitlich an die Tabellenspitze.

In 20 Jahren bestritt er genau 1000 Spiele für die Eisbären Berlin, feierte sechs Meisterschaften mit seinem Klub und wurde von den Fans wegen seiner Vereinstreue liebevoll "Bürgermeister" genannt. Im Oktober beendete Sven Felski wegen anhaltender Knieprobleme seine eindrucksvolle Karriere. Die Eisbären werden das Trikot mit der Nummer 11 zu Ehren des gebürtigen Berliners nicht mehr vergeben.

Während ein Urgestein abtritt, spielt ein anderes munter weiter. Mirko Lüdemann von den Kölner Haien machte im Februar gegen die Straubing Tigers sein 1000. Ligaspiel. Ein Ende ist vorerst nicht abzusehen. "Meinetwegen könnte er noch weitere 1000 Spiele machen", sagte Lüdemanns Freund Sven Felski.

Er kam vom Fußball, und zum Fußball kehrte er zurück. Thomas Eichin wechselte im Februar von den Kölner Haien zum Fußball-Bundesligisten Werder Bremen. Der Ex-Profi, der für Borussia Mönchengladbach und den 1. FC Nürnberg auflief, leitete als Manager zwölf Jahre die Geschicke der Haie.

Den Kölner Haien gelang im Winter ein spektakulärer Transfercoup. Die Rheinländer verpflichteten Marco Sturm. Der Stürmer bestritt mehr als 1000 Spiele in der National Hockey-League. Damit ist er der deutsche Spieler mit den meisten Einsätzen in Übersee.

Es ist das beste Sturmduo der Liga:  Mike York und Michael Wolf von den Iserlohn Roosters erzielten zusammen 41 Tore und kamen gemeinsam auf 70 Assists. Kein anderes Team hat ein ähnlich starkes Stürmerpaar in seinen Reihen. Dennoch verpassten die Roosters klar die Playoffs.

Dass sie hart aber fair und sehr körperbetont zur Sache gehen werde, um den Gegnern den Schneid abzukaufen -  das hatte die Düsseldorfer EG schon vor der Saison angekündigt. Die Rheinländer spielten in der Tat meist sehr rustikal, nach Meinung der Schiedsrichter aber nicht immer regelkonform. So landete die DEG in der Fairplay-Tabelle abgeschlagen auf dem letzten Platz - mit sage und schreibe 29 Spielersperren.

Die Nürnberg Ice Tigers galten vor der Saison als Geheimfavorit. Schließlich hatten sich die Franken namhaft verstärkt, um Platz 13 im Vorjahr vergessen zu machen. Gleich elf neue Spieler kamen - darunter mit Evan Kaufmann und Patrick Reimer aus Düsseldorf zwei absolute Topscorer. Mit Jeff Tomlinson kam zudem ein neuer Trainer. Doch von Beginn an lief es nicht rund bei den Tigern. Tomlinson war der erste Trainer, der gehen musste, und am Ende reichte mit Platz sieben nur für die Pre-Playoffs.

Das Spiel zwischen den Hannover Scorpions und den Adler Mannheim am 11. Spieltag war eine Art Familienangelegenheit - auch dank des NHL-Lockouts. Für Mannheim liefen Dennis und Yannic Seidenberg sowie Marcel und Nikolai Goc auf. Für Hannover spielten Sascha Goc sowie die Janzen-Brüder Alexander und Sergej. Damit standen zum ersten Mal in der DEL-Geschichte gleich sieben Brüder in einer Partie gleichzeitig auf dem Eis.

Spannung pur am 39. Spieltag: Mit Mannheim gegen Straubing, Wolfsburg gegen Ingolstadt, München gegen Berlin und Hamburg gegen Krefeld mussten gleich vier Partien im Penalty-Schießen entschieden werden - Saisonrekord.

Rekordverdächtig war auch die Torflut und die Spannung am 22. Spieltag. Zwischen Nürnberg und Iserlohn sowie zwischen Düsseldorf und Straubing fielen jeweils 13 Tore. Bei beiden Partien siegten am Ende die Heimteams mit 7:6. Mit 7:6 gewann auch München am 42. Spieltag in Krefeld.

Doch das ist jetzt alles Schnee von gestern. In den Playoffs, die am Mittwoch (13.03.13) starten und am Ende über den Meisterpokal entscheiden, heißt es jetzt: Alles auf null.

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