Der große Showdown im DEL-Viertelfinale

Der Mannheimer Chad Kolarik im Duell mit Jens Baxmann (l.) und Jonas Müller

Entscheidung im siebten Spiel

Der große Showdown im DEL-Viertelfinale

Das gab es noch nie in der Geschichte der Deutschen Eishockey Liga: Drei der vier Viertelfinal-Playoffs werden erst im siebten und letzten Spiel entschieden.

Am "Super-Dienstag" (21.03.2017) werden alle drei Partien um 20 Uhr angepfiffen. Meister EHC Red Bull München wartet bereits seit knapp einer Woche auf seinen Gegner im Halbfinale, das ab Freitag ausgetragen wird. Ein Überblick über die einzelnen Duelle.

Kölner Haie - Grizzlys Wolfsburg

1:3 lagen die Haie in der Finalserie bereits hinten, glichen dann aus und haben nun Heimrecht. Dass ein Team eine Viertelfinalserie nach einem 1:3 noch drehen konnte, kam in der DEL-Geschichte überhaupt erst einmal vor. 2008 schafften es die Frankfurt Lions gegen die Iserlohn Roosters. Psychologisch sind die Kölner also im Vorteil.

"Das wird eine Höllenatmosphäre. Wir werden die Arena rocken", sagte Torschütze Shawn Lalonde. Seit der Suspendierung von Nationalstürmer Patrick Hager läuft es bei den Haien. Gründe für die Maßnahme wollte der Verein nicht nennen. Laut Medienberichten soll es am Rande des 1:5 in Wolfsburg zum Streit gekommen sein. Der "Express" schrieb von teamschädigenden Verhalten Hagers, der nach der Saison 2018 zum Meister EHC Red Bull München wechselt und seit Wochen im Formtief steckt.

Zwar hatte Geschäftsführer Peter Schönberger zunächst eine Rückkehr für Spiel sieben in Aussicht gestellt. "Er ist kein Sündenbock oder Bauernopfer", erklärte er und sagte mit Blick auf den kanadischen Chefcoach Cory Clouston: "Es ist eine Entscheidung des Trainers." Doch am Montag hieß es: Erst nach Ende des Viertelfinals werde über eine mögliche Begnadigung gesprochen.

Adler Mannheim - Eisbären Berlin

"Wir wussten von Anfang an, dass wir im Endeffekt ein Auswärtsspiel gewinnen müssen, um weiterzukommen. Jetzt ist es eben das letzte", sagte Berlins Nationalstürmer Marcel Noebels, der am Sonntag den Siegtreffer zum 4:3 in der dritten Overtime geschossen hatte. Dass die Eisbären gegen den neben München größten Titelfavoriten würden mithalten können, war nicht unbedingt zu erwarten gewesen.

Bislang gewann in diesem Duell stets das Heimteam. "Wir setzen alles darauf, dass das Gesetz der Serie hält", sagte Mannheims David Wolf. Das Ende der DEL-Vorrunde dominierten die Adler noch. In den Playoffs schmerzt aber der langfristige Ausfall von Routinier, Ex-NHL-Profi und Nationalmannschaftskapitän Marcel Goc um so mehr.

Nürnberg Icetigers - Augsburg Panthers

Auch hier ist es durchaus überraschend, dass der Vorrundendritte aus Nürnberg mit dem Trainer des Jahres, Rob Wilson, und dem Spieler des Jahres, Patrick Reimer, in ein siebtes Spiel muss. "Es war, wie man so schön auf Hochdeutsch sagt, ein Do-or-die-Spiel, und wir do-en immer noch", sagte Nürnbergs Torhüter Jochen Reimer nach dem 3:0 am Sonntag in Augsburg.

Die Panther zeigten sich vor allem in den Spielen zuvor erstaunlich stark - wie schon in der gesamten Hinserie. Kein Wunder, dass Coach Mike Stewart als Trainerkandidat bei größeren Clubs, vor allem der Düsseldorfer EG gehandelt wird.

sid/dpa | Stand: 20.03.2017, 15:57

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