Pavel Gross sucht den "Grizzlys-Weg"

Pavel Gross

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Pavel Gross sucht den "Grizzlys-Weg"

Vizemeister Grizzlys Wolfsburg hat in der Deutschen Eishockey-Liga einen Fehlstart hingelegt und ist Tabellen-Letzter. Trainer Pavel Gross bleibt dennoch gelassen und beschwört den "Grizzlys-Weg".

Drei Mal in Serie im Halbfinale und dann zwei Mal hintereinander sogar im Finale: Die jüngste Bilanz der Grizzlys Wolfsburg aus der Deutschen Eishockey-Liga ist beeindruckend. Die Niedersachsen sind unter Trainer Pavel Gross seit Jahren das konstanteste Team der Liga. Kein anderer Klub spielt dauerhaft auf solch hohem Niveau. Wenn man so will, dann sind die Wolfsburger ein echtes DEL-Schwergewicht. Und wenn man Erfolg nicht in Titeln misst, sind sie aktuell auch das erfolgreichste Team.

Nach vier Spielen Tabellenletzter

In dieser Saison haben die Wolfsburger allerdings einen klassischen Fehlstart hingelegt. Nach vier Spieltagen liegen sie in der Tabelle mit nur zwei Punkten auf dem letzten Platz und stehen vor dem Heimspiel gegen die Düsseldorfer EG am Freitag (22.09.2017) mächtig unter Druck. Nach drei Pleiten zu Beginn feierte das Team zuletzt ausgerechnet gegen Meister München das erste Erfolgserlebnis - allerdings erst nach Verlängerung, wofür es nur zwei Zähler gibt.

Dabei hatten sich die Wolfsburger vor der Saison prominent verstärkt, unter anderem mit Torsten Ankert und Marcel Ohmann von den Kölner Haien sowie mit Alexander Roach von den Eisbären Berlin. Zudem konnte der Klub die Leistungsträger halten.

Fünf Verletzte

In der Vorbereitung und zum Saisonstart hatten die Wolfsburger mit Verletzungspech zu kämpfen. Zeitweise fehlten fünf Leistungsträger, darunter Kapitän Tyler Haskins und Neuzugang Ohmann. Zudem war das Team in der Champions League gefordert. Dort war Wolfsburg zwar recht erfolgreich, musste aber auch Reisestrapazen auf sich nehmen. So mussten die Grizzlys in der Slowakei bei Banska Bystrica und in Finnland bei Tappara Tampere antreten.

Zudem hatte es das Auftaktprogramm in sich. Wolfsburg musste schon gegen Mannheim, Köln, Berlin und München antreten - und damit gegen vier Meisterschafts-Kandidaten. Vom Papier her kann es jetzt also nur einfacher werden.

Gross bleibt gelassen

Trainer Gross bleibt trotz des schlechten Starts gelassen. Der Taktikfuchs gilt als detailverliebt, akribisch und im Umgang mit den Spielen als sehr geduldig. Und als bescheiden. So war er in Sachen Saisonziel sehr defensiv. "Wir wollen unter die Top 10, möglichst natürlich auch unter die Top 6. Aber wir wissen, dass die Konkurrenz groß ist", sagte er.

"Den Grizzlys-Weg gehen"

"Wir müssen den Weg der Arbeit, den Grizzlys-Weg gehen", sagt Gross:  "Wir brauchen von jedem zehn bis 20 Prozent mehr. Wir müssen hungrig darauf sein, die Zweikämpfe zu gewinnen", fordert er. Für die nächsten Partien bleibt er positiv: "Weil wir Potenzial, Kraft und Power drin haben." Mit dem "Grizzlys-Weg" der harten Arbeit haben die Wolfsburger seit Jahren Erfolg - obwohl sie der Konkurrenz weit hinterher hinken, was den Etat angeht. Die Philosophie des Trainers ist einfach: "60 Minuten unangenehm spielen, 60 Minuten laufen, 60 Minuten im System bleiben."

Gegen München hat das gut geklappt. Gross hatte zudem endlich mal wieder alle Mann an Bord. Der Tscheche sieht einen Aufwärtstrend. "Es gab zwar nur zwei Punkte, doch wir müssen kleine Brötchen backen", sagt Gross: "Wir werden uns steigern müssen. Und das werden wir auch."

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Freitag, 22.9., 22.50 Uhr

dpa/sid/vdv | Stand: 21.09.2017, 11:09

DEL | Tabelle

Team S P
1. Eisbären Berlin 30 64
2. EHC RB München 30 61
3. Nürnberg Ice T. 30 61
4. Gr. Wolfsburg 30 51
5. Schwenninger WW 31 48
  ...    
12. Krefeld Pinguine 30 35
13. Augsburger P. 30 34
14. Straubing Tigers 30 28
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