Adler wollen Revanche, Haie setzen auf Sturm
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Start in die Playoffs
Adler wollen Revanche, Haie setzen auf Sturm
Die Mannheimer Adler schworen sich bei einer Hütten-Gaudi in Garmisch auf "Revanche" ein, die Kölner Haie setzen auf den Titelhunger von Marco Sturm.
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Die beiden Topteams der Vorrunde wollen den deutschen Eishockey-Meister Eisbären Berlin vom Thron stoßen. Der Titelverteidiger hat vor dem Beginn des Playoff-Viertelfinales ganz andere Sorgen: Die Fans haben zum Boykott aufgerufen.
Mit einer Pistenraupe ging es ins Tal, nachdem Vorrundensieger Mannheim in einer Berghütte sein Kurztrainingslager in Garmisch-Partenkirchen stilecht beendet hatte. Dabei blieb kein Auge trocken. "Einige Geschichten werden sich die Jungs in den Play-offs immer wieder erzählen", berichtete Trainer Harold Kreis grinsend. Am Mittwoch (20.03.13) wird es ernst für den sechsmaligen Meister. Gegen den EHC Wolfsburg beginnt eine besondere Mission. "Wir wollen einen Job zuende bringen", sagte Stürmerstar Yannick Lehoux und erinnerte an das Finale 2012: "Wir sinnen auf Revanche, wir waren und sind immer noch sauer über den Verlauf der Endspielserie." Damals gaben die Adler gegen Berlin den Titel noch aus der Hand, obwohl sie 14 Minuten vor Schluss mit 5:2 geführt hatten.
Tripp sehr selbstbewusst
Ihre neunte deutsche Meisterschaft haben die Haie, die auf die Straubing Tigers treffen, im Blick. Auch wenn das Team des ehemaligen Bundestrainers Uwe Krupp im Schlussspurt der Vorrunde den ersten Platz noch an Mannheim verlor, ist das Selbstbewusstsein groß. "Wir sind bereit, wir sind fit, der Teamgeist ist da. Ich hoffe, es ist unser Jahr", sagte Kapitän John Tripp und fügte an: "Es gibt keine bessere Mannschaft, oder?"
Eine Schlüsselrolle fällt Marco Sturm zu. Der deutsche NHL-Rekordspieler will sich am Ende seiner großen Karriere einen Traum erfüllen. "Köln gibt mir noch mal die Möglichkeit, um die Meisterschaft mitzuspielen", sagte der 34-Jährige, der den Pokalgewinn 2005 mit dem ERC Ingolstadt als bislang einzigen Titel in seiner sportlichen Vita hat. Nachdem ihn Leistenprobleme zwei Wochen lang zum Zuschauen verdammten, fühlt er sich jetzt fit für die Playoffs. "Ich will natürlich die Führung übernehmen", sagte er: "Es hängt viel von meinem Spiel ab." Für Tripp ist der ehemalige NHL-Star "ein guter Typ, er hat viel, viel Erfahrung, ist für alle ein gutes Vorbild. Wenn er in der Kabine redet, hören alle zu. Auf dem Eis bringt er viel Schnelligkeit, er hilft uns viel."
Boykott in Berlin
Auf gewohnte Hilfe verzichten muss Titelverteidiger Berlin. Im Viertelfinal-Duell gegen die Hamburg Freezers will ein Großteil der rund 4.000 Dauerkarteninhaber wegen der angekündigten Preiserhöhungen zur neuen Saison unmittelbar nach dem ersten Bully demonstrativ die Halle verlassen. Auch das erste Auswärtsspiel der "best-of-seven"-Serie in Hamburg wollen die Eisbären-Fans boykottieren. Hintergrund ist die kürzlich beschlossene Dauerkarten-Preiserhöhung im Sitzplatz-Bereich um bis zu 40 Prozent. Die Stehplatz-Dauerkarten sollen zudem nicht mehr die Halbfinal- und Finalspiele beinhalten. Auch die Rollstuhlfahrer, die bislang unentgeltlich zuschauen durften, sollen künftig bis zu 270 Euro pro Saisonticket zahlen.
Eisbären-Geschäftsführer Billy Flynn zeigte für den Unmut der Fans Verständnis, rechtfertigte jedoch die Maßnahmen angesichts der roten Zahlen in den vergangenen Geschäftsjahren. Für Nationalspieler Constantin Braun ist der Boykott ein klarer Nachteil. "Wir sind abhängig davon, dass 4.000 Fans in der Kurve stehen und Terror machen", sagte der Verteidiger.
Im vierten Viertelfinale stehen sich die Krefeld Pinguine, als Vorrundendritter die Überraschungsmannschaft der bisherigen Saison, und der ERC Ingolstadt gegenüber.
sid | Stand: 19.03.2013, 08:30