Über schöne und außergewöhnliche Sportlerkleidung

Viel schönen Sport gab es in diesem Jahr zu sehen, aber leider auch einige - sagen wir mal: außergewöhnliche Trikots.

 FC Barcelona

Schönheit (Fußball) und Grauen (Trikots) können sehr nahe beeinander liegen, wenn man der FC Barcelona ist und einem wunderlichen Trikot-Designer freie Hand lässt.

Schönheit (Fußball) und Grauen (Trikots) können sehr nahe beeinander liegen, wenn man der FC Barcelona ist und einem wunderlichen Trikot-Designer freie Hand lässt.

Jener Trikot-Designer hat offensichtlich auch im Pastellbereich herum experimentiert.

Allerdings scheint eher Orange die Farbe des Jahres zu sein. Werder Bremen schwörte 2012 bei einigen Auswärtsspielen auf die Signalfarbe, die in der Psychologie für Optimismus und Lebensfreude steht - auch wenn Naldo und Clemens Fritz einen anderen Eindruck vermitteln. Naldo spielt mittlerweile ja auch woanders.

Mehr mit Strukturfragen beschäftigt man sich bei Erzgebirge Aue. Dünne Linien, dicke Striche, Diagonalen, optische Täuschungen und so weiter.

In diesem Bereich hat allerdings der VfL Bochum die Standards gesetzt. Dort war bislang keine Idee zu absurd, um sie nicht umgehend in ein neues Trikot zu verwandeln. Ein Beispiel aus der bewegten Geschichte ist dieses Trikot, das aussieht, als habe man gar nicht abwarten können, das neue Leibchen zu präsentieren. Aber dann war die blaue Farbe noch nicht trocken.

Die Briten warteten bei den Olympischen Spielen ebenfalls mit einem ungewöhnlichen Trikot auf. Es ist dem Union Jack nachempfunden. Diese Originalität wurde von den Gegnern aber nicht honoriert, im Viertelfinale war gegen Südkorea Schluss.

Die Österreicher hingegen gestalten traditionell auch einen Bereich, von dem man in anderen Ländern und Ligen die Finger lässt. Die Popos in der Alpenrepublik informieren schon seit vielen Jahren über interessante Kaufangebote.

Ein Blick zurück: Interessant war Jorge Campos auch immer. Der ehemalige mexikanische Nationaltorhüter präsentierte auf dem Platz stets eine stimmige Kombination aus Ober- und Unterteil. Ob es da drauf auch irgendwo Werbung gab, war allerdings kaum zu erkennen.

Ein anderes Modell mit ein bisschen weniger Pink. Campos zeigt eine Komposition, die das Auf und Ab eines Fußballerlebens illustriert.

Bei den deutschen Torhütern konnte da allenfalls Uwe Kamps mithalten. Farblich überzeugend, auch wenn vor allem die Hose sehr an eine Plastiktüte erinnert.

Schon besser. Und ganz international, kam bei Freundschaftsspielen in Mexiko bestimmt super an.

Tim Wiese wagte sich etwas später an femininere Töne heran. Vielleicht eine Reaktion auf die Aussage des früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger, wonach die Zukunft des Fußballs weiblich sei. Nachdem das nicht so schnell wahr und Wiese viel geschmäht wurde, trägt er heute vor allem Gelb und Blau.

Tischtennis ist dagegen längst weiblich und manchmal auch zauberhaft. Das zeigt Naomi Yotsumoto mit ihrer Kombination aus Girlie- und Geisha-Elementen. Und Blumen im Haar sieht man im Sport ohnehin viel zu selten.

Über die Experimentierfreude von Serena Williams muss man nicht mehr viel sagen. Manchmal überrascht aber selbst sie den modeinteressierten Zuschauer noch - wie hier mit diesen ... Schienbeinschonern?

Eher im Bereich Augenoptik ist Janko Tipsarevic unterwegs. Der Serbe trägt stets eine auf die übrige Kleidung abgestimmte Sportbrille.

Mit solch einer Brille kann man bestimmt auch die einzelnen Elemente auf den Trikots der Krefeld Pinguine besser erkennen. Will man sich so viel Arbeit machen? Wenn man Wimmelbücher mag, natürlich schon.

Hui, auf die rechte Seite des Bildes kann man nur kurz schauen, dann fängt es an zu flimmern. Gut für Robin Szolkowy (links) immerhin, dass er seine Partnerin Aljona Savchenko nicht übersehen kann.

Thomas Schwab und Wolfgang Staudinger haben wirklich Mut, nicht nur weil sie mit weit über hundert Sachen Rodelbahnen hinunter rasen.

Carl Lewis fiel eher nicht durch extravagante Kleidung auf, während er seine Sprints anzog oder in die Weitsprunggrube flog - vor den Wettkämpfen dagegen schon.

Hannibal Lecter? Unter der Maske, die schön die Farben des Polo-Oberteils nochmal aufnimmt und variiert, steckt allerdings die Torfrau der US-Hockeymannschaft bei den Olympischen Spielen 1984.

Genauso farbenfroh, aber freundlicher und vor allem bequemer mag es der Golfer John Daly.

Und seine Fans natürlich auch.