EM: Rollstuhlbasketballer vor Neustart

Die deutsche Rollstuhlbasketball-Damen-Nationalmannschaft

Rollstuhlbasketball

EM: Rollstuhlbasketballer vor Neustart

Neubeginn heißt das Zauberwort für die deutschen Rollstuhlbasketball-Teams bei der EM auf Teneriffa. Sowohl die Damen als auch die Herren feierten eine gelungene Generalprobe.

Beim Continental Clash im britischen Worcester belegten die deutschen Rollstuhlbasketball-Damen wie die Herren den zweiten Platz und tankten Selbstvertrauen für die Europameisterschaft auf Teneriffa, die am Mittwoch (21.06.2017) beginnt. Tags darauf greifen die deutschen Teams ins Geschehen ein. Auftaktgegner der Frauen ist Großbritannien, die Männer bekommen es mit Liatuen zu tun.

Umbruch bei den Damen

Das Damen-Team steckt mitten im Umbruch und hat nicht nur den langjährigen Cheftrainer Holger Glinicki verloren, der nach den Paralympischen Spielen 2016 in Brasilien aufgehört hat. Auch etliche Leistungsträgerinnen wie Kapitänin Annika Zeyen, die nun Rennrollstuhl fährt, sowie Gesche Schünemann, Marina Mohnen und Simone Kues sind nicht mehr dabei.

Otto: "Challenge auf dem höchsten Level"

Den Umbruch gestaltet nun Martin Otto, der seit Anfang des Jahres Nationaltrainer ist. Otto war selbst Basketballer und spielte in der Bundesliga, nach einer Knieverletzung suchte er die Herausforderung im Rollstuhl - und blieb dabei. Zuletzt trainierte er über mehrere Jahre die Köln 99ers, bevor er die Rollstuhl-Basketballerinnen übernahm. "Das ist die Herausforderung schlechthin, eine Challenge auf dem höchsten Level - weil ich die besten Spielerinnen Deutschlands trainieren darf", sagte der 54-Jährige.

Kapitäns-Trio bei den Frauen

Die deutsche Rollstuhlbasketballerin Laura Fürst bei den Paralympics in Brasilien

Laura Fürst

Linda Dahle, Katharina Lang, Andrea Seyrl und Catharina Weiß sind im Vergleich zu Rio neu hinzugekommen. Angeführt von Laura Fürst gibt es nun ein Kapitäns-Trio, zu dem auch Mareike Miller und Maya Lindholm gehören. "Ich bin stolz, Kapitänin zu sein. Gleichzeitig ist es aber auch gut, dass die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt ist", sagte Fürst.

Niederlande klarer Favorit

Gute Ergebnisse bei den Vorbereitungsturnieren in Frankfurt und eben in Worcester machen Mut für die EM. Australien und Großbritannien wurden bei jeweils einer Niederlage zwei- beziehungsweise einmal geschlagen, nur zu den Niederlanden fehlte noch etwas mehr, "aber die sind auch klarer EM-Favorit", bilanzierte Cheftrainer Otto. Das erklärte EM-Ziel ist das Erreichen des Halbfinales.

Herren wollen ins Viertelfinale

Die deutsche Rollstuhlbasketball-Herren-Nationalmannschaft

Die deutschen Rollstuhlbasketballer

Die deutschen Rollstuhlbasketball-Herren reisen ebenfalls mit einer jungen, veränderten Mannschaft zur EM und würden sich schon über das Viertelfinale riesig freuen. Die Vorbereitung fiel nach einer langen Saison in den Vereinen mit zahlreichen Testspielen nur kurz aus.

"Vier von unseren Spielern kommen quasi direkt von der U23-Weltmeisterschaft in Kanada nach Teneriffa, und auch wir haben einen kleinen Umbruch", sagte Herren-Bundestrainer Nicolai Zeltinger. Kurz vor dem EM-Start kam bereits auf Teneriffa ein weiteres Turnier mit Großbritannien, Frankreich und Spanien hinzu.

Bundestrainer: "Medaille nicht unmöglich"

Richtungsweisend wird gleich der EM-Auftakt gegen Litauen. In der Sechsergruppe wollen die deutschen Herren unter die ersten Vier und somit eben ins Viertelfinale. Ob sie dann sogar an den Erfolg von vor zwei Jahren anknüpfen können, als das Team Bronze gewann? "Natürlich ist eine Medaille nicht unmöglich, allerdings gehören wir nicht zum Favoritenkreis und die Konkurrenz ist groß“, sagte Bundestrainer Zeltinger.

Zeltinger ist jedenfalls von seiner Mannschaft überzeugt: "Ich bin sehr angetan vom Einsatzwillen und der Lernbereitschaft der vielen jungen Athleten. Wir haben eine starke Gruppe und einen guten Mix zusammenstellen können."

red/Nico Feißt | Stand: 21.06.2017, 09:00

Darstellung: