Sledge-Eishockey - Deutschland will Paralympics-Ticket lösen

Sledge-Eishockey-Nationalspieler Jörg Wedde

WM im Sledge-Eishockey

Sledge-Eishockey - Deutschland will Paralympics-Ticket lösen

Von Lukas Thiele

Die deutsche Slegde-Eishockey Nationalmannschaft fährt mit einem klaren Ziel zur WM nach Südkorea: Die Qualifikation für die Paralympics 2018.

Am Mittwoch (12.04.2017) startet in Südkorea die Weltmeisterschaft im Sledge-Eishockey, einer Sportart für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Um den Traum von den Paralympics 2018 wahr werden zu lassen, muss die deutsche Nationalmannschaft um Trainer Andreas Pokorny mindestens unter die besten fünf kommen.

Bisher war Deutschland erst einmal bei den Spielen vertreten, 2006 in Turin. sportschau.de stellt Sledge-Eishockey genauer vor.

Was steht an?

Im südkoreanischen Pyeongchang findet vom 12. bis zum 20. April die A-WM im Sledge-Eishockey statt. Die Nationalmannschaften sind in einer A- und einer B-Liga eingeteilt, zwischen denen die Teams je nach Abschneiden auf- und absteigen. In der A-Gruppe spielen Kanada, Italien, Südkorea, Norwegen, Schweden, die USA und Deutschland nun den Weltmeister aus.

Das Turnier dient auch als Testlauf für die Paralympics, die 2018 an gleicher Stelle stattfinden. In einem Jahr nach Südkorea zurückzukehren ist auch das erklärte Ziel der deutschen Nationalmannschaft um Bundestrainer Andreas Pokorny (48) und Nationalspieler Jörg Wedde (51). Gegen die starken Wintersportnationen wird es Deutschland jedoch schwer habe. "Man sollte nie zu einer Meisterschaft fahren und sich von vornherein wegschenken", gibt sich Jörg Wedde kämpferisch.

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Sportschau | 11.04.2017 | 00:47 Min.

Was genau ist Sledge-Eishockey?

Sledge-Eishockey, oder auch Para Eishockey, ist eine dem Eishockey ähnliche Sportart für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Spielregeln, Spielfeld, Spielverlauf und Kleidung entsprechen weitestgehend dem Eishockey, lediglich die Spieldauer beträgt im Sledge-Eishockey dreimal 15 Minuten, statt dreimal 20 Minuten wie im Eishockey. Statt Schlittschuhen kommen Schlitten zum Einsatz. Die Spieler bewegen sich mithilfe zwei kurzer Schläger fort, an deren Griffende Spikes angebracht sind.

Die Sportart wurde vor gut 30 Jahren in den nordischen Ländern entwickelt und wird mittlerweile in vielen Wintersportnationen gespielt, zum Beispiel in den USA, Kanada, Schweden und Norwegen. Aber auch in England, Japan und Holland und Deutschland ist der Sport vertreten.

Wer kann alles Sledge-Eishockey spielen?

Im nationalen Ligabetrieb kann jeder Sledge-Eishockey spielen, der möchte. Sowohl Menschen mit als auch ohne körperliche Einträchtigungen können teilnehmen. Auf internationaler Ebene ist das anders. Hier sind Menschen ohne Behinderung nicht zugelassen. An den Paralympics darf beispielsweise niemand teilnehmen, der auch in der Lage wäre, Eishockey zu spielen.

Wie hat sich der Sport in Deutschland entwickelt?

Detlef Zinke von der RSG Hannover hat im Jahr 1996 die erste deutsche Mannschaft gegründet, die auch schnell internationale Erfolge feiern konnte. In der Folgezeit haben sich weitere Mannschaften gegründet, unter anderem in Bremen, Kamen, Hamburg und Köln.

Die Saison 2000/2001 war dann die Premierensaison der Slede-Eishockey-Bundesliga. Rekordmeister ist die RSG Hannover. Die Liga unterliegt jedoch hefigen Schwankung. Nahmen zu einem Zeitpunkt acht Mannschaften am Ligebetrieb teil, sind es derzeit nur noch vier: die Weserstars Bremen, die Ice Lions Langenhagen, die SpG NRW und der ESC Dresden.

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Sportschau | 11.04.2017 | 00:52 Min.

Wie steht es um die Nationalmannschaft?

In den vergangenen Jahren ist es ruhig geworden um die deutsche Sledge-Eishockey-Nationalmannschaft. Die letzte WM-Teilnahme liegt schon acht Jahre zurück: 2009 wurde Deutschland in Ostrawa Achter. Ein Jahr zuvor reichte es in Boston zum fünften Platz.

Die deutsche Sledge-Eishockey-Nationalmannschaft

Die deutsche Sledge-Eishockey-Nationalmannschaft

Einen kleinen "Boom" löste die Nationalmannschaft 2005 aus. Zum ersten Mal fand eine Sledge-Eishockey-Europameisterschaft statt. In Tschechien sicherte sich Deutschland gleich den Titel. Damit qualifizierte sich das Team auch für die Paralympischen Winterspiele 2006 in Turin, wo die deutsche Mannschaft nur knapp die Bronzemedaille verpasst hat.

Es ist das bisherige Highlight des deutschen Sledge-Eishockeys. Mit Trainer Michael Gursinsky (heute Co-Trainer) und den Spielern Sebastian Disveld, Robert Pabst, Sven Stumpe Frank Rennhack, Udo Segreff und Jörg Wedde stehen in Südkorea auch noch Akteure im Kader, die die Paralympics schon einmal erlebt haben. Die Rückkehr zu diesem Sport-Großereignis ist jetzt wieder das erklärte Ziel.

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Sportschau | 11.04.2017 | 00:31 Min.

Stand: 12.04.2017, 12:24

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