Dreifach-Gold in London - Rehm, Dietz und Floors jubeln

Para-Leichtathletik-WM

Dreifach-Gold in London - Rehm, Dietz und Floors jubeln

Markus Rehm, Sebastian Dietz und Johannes Floors haben den deutschen Leichtathleten bei der Para-WM gleich drei Goldmedaillen beschert.

Der 28-jährige Rehm distanzierte am Dienstag (18.07.2017) im Weitsprung erneut die internationale Konkurrenz und sicherte sich mit 8,00 Metern seine insgesamt vierte WM-Medaille. Allerdings kam der Leverkusener im Queen Elizabeth Olympic Stadium nicht wie erhofft an seinen eigenen Weltrekord (8,40 Meter) heran. Der unterschenkelamputierte Rehm kämpft seit Jahren um seine Zulassung für Wettbewerbe bei den Nichtbehinderten.

Auch der mittlerweile seit drei Jahren ungeschlagene Dietz war mit seinen 15,28 Metern nicht komplett zufrieden. "Ich wollte Weltrekord und war fast geschockt, als ich zwischenzeitlich auf Platz zwei lag. Aber ich habe Gold", sagte der 32-Jährige. Die Bestmarke liegt sechs Zentimeter höher - bei 15,34 Metern. Dietz leidet an einer inkompletten Querschnittlähmung.

Der 22-jährige Floors gewann die 400 Meter mit Europarekord (46,67 Sekunden) und holte sich seine zweite WM-Medaille, nachdem er zuvor schon Silber über 100 Meter geholt hatte. In Rio hatte er in der siegreichen 4x100 Meter-Staffel gestanden.

Bronze für Willing und Mester

Martina Willing, mit 57 Jahren die zweitälteste WM-Teilnehmerin in der englischen Metropole, sicherte sich im Speerwerfen mit 20,57 Metern Bronze. Es war die insgesamt 14. WM-Medaille der blinden und querschnittsgelähmten Wurfspezialistin. Auch Mathias Mester schnappte sich Platz drei im Speerwurf (40,54 Meter).

Irmgard Bensusan und Leon Schäfer (beide 100 Meter) sowie Lindy Ave (Weitsprung) verpassten vor 20.000 Zuschauern nur jeweils knapp Bronze und landeten auf dem vierten Rang. Insgesamt hat die deutsche Mannschaft nach dem vierten von insgesamt zehn Wettkampftagen zehnmal Edelmetall auf dem Konto - viermal Gold, dreimal Silber und dreimal Bronze.

Tolle Stimmung in London

Fest steht bereits, dass die rekordträchtige Veranstaltung an der Themse als bislang stimmungsvollste Para-Leichtathletik-WM in die Geschichte eingehen wird. "Die Atmosphäre ist echt wunderbar", sagte Bensusan. Für die zehn Veranstaltungstage bis zum 23. Juli waren bereits vor dem Startschuss 250.000 Eintrittskarten verkauft worden. Das bedeutet einen Zuschauer-Rekord für eine Veranstaltung außerhalb der Paralympics. Auch Prinz Harry hatte sich im Rahmen der "FillTheStadium"-Kampagne engagiert.

sid | Stand: 18.07.2017, 09:26

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