Para-Eishockey - Endspiel um die Paralympics

Sebastian Disveld

Qualifikationsturnier in Östersund

Para-Eishockey - Endspiel um die Paralympics

Von Marcus Bark

Das letzte Spiel beim Qualifikationsturnier wird darüber entscheiden, ob die deutsche Para-Eishockeymannschaft zu den Paralympics nach Pyeongchang fliegen darf. Der Manager zeigt sich im Gespräch mit sportschau.de optimistisch.

Ian Wood saß in Iserlohn vor dem Computer und sah im Livestream, wie Deutschland am Mittwoch (11.10.2017) mit 1:5 gegen die Tschechische Republik verlor. Immerhin war er wieder zu Hause, denn die Nächte zuvor hatte der "General Manager" der deutschen Mannschaft im Krankenhaus verbracht.

Viel lieber wäre Wood aber derzeit in Östersund. Eine plötzliche Erkrankung verhinderte den Flug nach Schweden. "Er hatte alles für uns organisiert, und dann muss er ins Krankenhaus, wenn es losgeht", bedauerte Trainer Andreas Pokorny den Manager. Den 3:0-Erfolg gegen die Slowakei hatten sie Wood gewidmet, ein Trikot mit dessen Namenszug hing während des Spiels hinter der Bank.

Letzte Chance gegen den Gastgeber

Es war der einzige Erfolg bislang in drei Spielen, denn zum Auftakt hatte Deutschland mit 2:6 gegen Japan verloren. Noch bleibt der deutschen Mannschaft eine Chance, sich für die Paralympics 2018 im südkoreanischen Pyeongchang zu qualifizieren.

Aber es ist eben nur noch eine Chance. Am Samstag (14.10.2017) muss Deutschland gegen den Gastgeber Schweden gewinnen, sonst war es das mit dem Traum von den Paralympics.

Das Spiel kann am Samstag ab 12 Uhr im Livestream verfolgt werden unter http://www.paraicehockey.de oder unter http://www.paralympic.org/ostersund-2017.

Sehr mäßiges Zuschauerinteresse

Der gebürtige Kanadier Ian Wood, der als Torwart in der DEL für die Ratinger Löwen und den Iserlohner EC (heute: Roosters) spielte, sieht den Heimsvorteil der Schweden gelassen. "Bei unserem Spiel gegen Tschechien waren vielleicht gerade mal 50 Zuschauer in der Halle", so der Manager, auch gegen Schweden dürften es kaum mehr werden.

Andreas Pokorny

Sieg für den Manager Wood: Cheftrainer Andreas Pokorny in Östersund

Die Schweden, die aus zwei Spielen einen Punkt geholt haben, landeten bei der A-WM im April 2017 einen Platz vor der deutschen Mannschaft, die abstieg. Daher macht auch der Klassenunterschied Wood wenig Sorgen: "Bei diesem Qualifikationsturnier kann jeder jeden schlagen."

Japan als positive Überraschung

Als Beleg führt er Japan an, das als Außenseiter nach Östersund gekommen sei, dann aber sowohl die Schweden wie auch die Deutschen geschlagen habe und genau wie Tschechien nun bei Olympia dabei sei. "Von den Japanern bin ich positiv überrascht. Da zahlt sich aus, dass sie viel Geld und Zeit investiert haben", so Wood. Auch im deutschen Para-Eishockey sei "einiges investiert" worden, sagte der Manager zu sportschau.de, die Summe behielt er aber für sich.

Welche Folgen ein Scheitern in Östersund für das deutsche Para-Eishockey haben würde, bleibt für Wood offen. Er wisse nur: "Dann wird es für mich und den Trainer ein wichtiges Gespräch beim Deutschen Behindertensportverband geben."

Stand: 11.10.2017, 21:00

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