Endgültiges Olympia-Aus für deutsche Basketballer

Die deutschen Basketballer sind entsetzt

Entscheidung des Weltverbands FIBA

Endgültiges Olympia-Aus für deutsche Basketballer

Das Exekutivkomitee des Weltverbandes FIBA hat entschieden, dass Deutschland kein Olympia-Qualifikationsturnier ausrichten darf. Damit sind die Chancen, doch noch eine Wild Card für Rio zu erhalten, dahin.

Die jüngste sportliche Situation der Teilnehmer war letztlich das Zünglein an der Waage. Sowohl die Philippinen, amtierender Asien-Vizemeister, der EM-Vierte Serbien und EM-Viertelfinalist Italien hatten in diesem Bereich mehr Pluspunkte vorzuweisen.

Kein Olympia-Comeback für Nowitzki

Mit der Absage ist eine Karriere von Dirk Nowitzki im Nationaltrikot wohl endgültig beendet. Lediglich für ein Abschiedsspiel könnte "Dirkules" möglicherweise noch einmal für das deutsche Team auflaufen. "Der Deutsche Basketball-Bund wird Dirk Nowitzki einen gebührenden Abschied als Spieler aus der Nationalmannschaft bereiten, wann und wo auch immer das geschehen wird", teilte der Verband mit.

Nach dem Vorrunden-Aus bei der EM im vergangenen September hatte Nowitzki noch ein mögliches Comeback im Nationaltrikot in Aussicht gestellt, sollte der Deutsche Basketball-Bund (DBB) den Zuschlag für ein Olympia-Qualifikationsturnier erhalten. Mit dem vorzeitigen Scheitern bei der EM hatte das DBB-Team zugleich die Chance auf die direkte Qualifikation an den Olympischen Spielen in Rio 2016 verspielt. "Wir dürfen nicht sauer oder enttäuscht sein. Wir haben es bei der EM in Berlin selbst verpasst", teilte Nowitzki nach der FIBA-Entscheidung mit.

Als Gastgeber eines Qualifikations-Turniers hätte die deutsche Mannschaft eine neue Chance auf einen Startplatz im olympischen Turnier erhalten. Weil ein Turnier nach Asien vergeben werden sollte, galten die Philippinen bereits im Vorfeld als gesetzt. Die anderen zwei Turniere sollten demnach nach Europa gehen. Neben Deutschland scheiterten nun auch die Türkei und Tschechien mit ihrer Bewerbung.

DBB: "Fair, sportlich und vollkommen transparent"

"Natürlich sind wir erst einmal enttäuscht, dass wir nicht mit der Ausrichtung eines Olympia-Qualifikationsturnieres bedacht worden sind. Wir werten dies aber nicht als eine Entscheidung gegen Deutschland", sagte DBB-Präsident Ingo Weiss am Dienstag (19.01.2016). "Die FIBA hat sehr fair, vor allem aber vollkommen transparent, entschieden und dabei in erster Linie die sportlichen Kriterien berücksichtigt."

Weiss hatte bereits im Vorfeld der Entscheidung eingeräumt, dass Serbien, Vierter der vergangenen EM, und Italien als EM-Sechster favorisiert seien. Beide Länder hatten allerdings schon über die EM-Platzierungen einen Platz bei den Quali-Turnieren sicher. Für Deutschland sprach wiederum die zumindest organisatorisch sehr erfolgreiche EM im September, als Berlin die mit Abstand meisten Zuschauer aller EM-Austragungsorte hatte. Der DBB-Präsident bekräftigte zugleich, die Bewerbung um die Austragung der Weltmeisterschaft 2023 voranzutreiben.

Nächstes Ziel: EM-Qualifikation

Nach der Entscheidung der FIBA steht fest, dass die DBB-Herren unter Bundestrainer Chris Fleming an der Ende August beginnenden Qualifikation zur EuroBasket 2017 teilnehmen werden.

"Es ist schade, dass der Olympiatraum für dieses Mal geplatzt ist", sagte der Bundestrainer. "Doch ich weiß, dass unsere Spieler bereits jetzt darauf brennen, in der EM-Qualifikation alles zu geben, um den nächsten Höhepunkt, die EuroBasket 2017, zu erreichen."

Bei den drei Olympia-Qualifikationsturnieren im Juli 2016 werden die letzten Tickets für Rio vergeben. Insgesamt hoffen noch 18 Mannschaften, die auf drei Turniere mit jeweils sechs Teams verteilt werden, auf die letzte Olympia-Chance. Nur die jeweiligen Gewinner eines Sechser-Turniers würden sich noch für die Spiele qualifizieren.

Stand: 19.01.2016, 15:30

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