BBL - Es tut sich was in Bayreuth

Bayreuths Trainer Raoul Korner

Sieg gegen Bamberg

BBL - Es tut sich was in Bayreuth

Bayreuths Basketballer haben gute Chancen, zum zweiten Mal in Serie in der Basketball-Bundesliga (BBL) in die Play-offs einzuziehen. Vater des Erfolgs ist Trainer Raoul Korner. Er bringt den Klub Schritt für Schritt nach oben.

Manchmal gibt es Festtage, an denen klappt einfach alles. Bayreuths Basketballer erlebten jetzt so einen Tag. Mit 85:75 feierte das Team gegen Bamberg einen Derbysieg, den ersten seit Februar 1998. In der Tabelle konnte das Team damit sogar am aktuellen Meister vorbeiziehen und liegt jetzt auf Platz vier.

Obendrein gab Kapitän Bastian Doreth in der ausverkauften Oberfrankenhalle seine Vertragsverlängerung bekannt. Der 28-jährige Nationalspieler bleibt drei weitere Jahre beim Klub aus der Wagnerstadt. "Das ist durchaus ein historischer Tag für Bayreuth: Dieser Sieg und die Tatsache, den Kapitän für weitere drei Jahre an Bord zu haben", sagt Bayreuths Trainer Raoul Korner.

Korner bringt den Erfolg

Der jüngste Höhenflug der Gelb-Schwarzen ist eng mit dem Headcoach aus Österreich verbunden. Seit Sommer 2016 leitet er die Geschicke, und seitdem hat Bayreuth Erfolg. Gleich in seiner ersten Saison machte er als Vierter der Hauptrunde die erste Play-off-Teilnahme seit 21 Jahren perfekt. Zudem zog der Klub in die Champions League ein. Jetzt schickt sich Bayreuth an, sieben Jahre nach dem Bundesliga-Aufstieg zum zweiten Mal in Serie ins Viertelfinale einzuziehen. Nach 16 Spieltagen hat das Team schon elf Siege eingefahren.

Bayreuth feiert nach 21 Jahren wieder einen Derbysieg

Sportschau | 03.01.2018 | 01:42 Min.

"Kontinuierliche Weiterentwicklung"

Es tut sich was in Bayreuth. Das sieht auch Kapitän Doreth so. "Die letzten drei Jahre waren eine sehr erfolgreiche Zeit, vor allem mit dem Höhepunkt in der letzten Saison. Ich habe gespürt, dass sich hier etwas entwickelt und dass hier in einer familiären Umgebung alle gut miteinander arbeiten können", begründete er seine Vertragsverlängerung: "Alles in allem macht das ein Gesamtpaket, das für mich stimmt."

Das sieht auch Geschäftsführer Philipp Galewski so. "Die Vertragsverlängerung mit unserem Kapitän ist eine Herzensangelegenheit. Basti steht als Symbol für die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Organisation in den vergangenen Spielzeiten. Sein Verdienst auf und abseits des Spielfeldes ist von unschätzbarem Wert", sagt er.

Zugänge schlagen ein

Star des Teams ist aber Gabe York. Der amerikanische Shooting Guard ist mit 251 Punkten bester Werfer. Trainer Korner holte den 24-Jährigen vor der Saison von den Erie Bay Hawks aus der Nachwuchsliga NBA G-League. "Wenn Gabe heiß läuft, ist er von der Verteidigung kaum in den Griff zu bekommen. Genau dieses Element der Unberechenbarkeit brauchen wir noch in unserem Team", sagte Korner bei der Vorstellung des Spielers: "Er ist ein athletischer, kreativer und vielseitiger Scorer, der vor allem im Distanzwurf seine große Stärke hat." Das waren vollmundige Versprechungen, doch Korner behielt Recht. Auch bei John Cox, der von Pau-Lacq-Orthez nach Bayreuth kam,  bewies der Coach ein gutes Händchen.

"Feldmarschall" setzt auf Struktur und Disziplin

Korner gilt als "harter Hund". Wohl nicht umsonst wurde ihm in Bayreuth der Spitzname "Feldmarschall" verpasst. "Ich bin jemand, der auf Struktur und Disziplin viel Wert legt", sagt der 43-Jährige. Der Erfolg gibt ihm recht. In Österreich wurde er Meister mit Wels, in den Niederlanden holte er mit Den Bosch den Titel. In seinem Heimatland wurde der Ex-Profi 1999 mit damals 25 Jahren jüngster Bundesliga-Coach. Vor seinem Amtsantritt in Bayreuth war er drei Jahre Trainer in Braunschweig, als erster österreichischer Cheftrainer in der Bundesliga.

Drei Eisen im Feuer

Am Freitag (05.01.2018) tritt Bayreuth in Göttingen an. Mit einem weiteren Erfolg wäre Platz vier zur "Liga-Halbzeit" gesichert. Ziel ist erneut ein Play-off-Platz. Auch in der Champions League steht das Team nach zuletzt drei Siegen in Serie als Tabellen-Zweiter der Gruppe C sehr gut da.

Zudem hat der Klub alle Chancen, den Sprung in die Qualifikationsrunde zum Pokal zu schaffen. In der gesonderten Pokal-Tabelle ist das Team Fünfter und hätte - Stand jetzt - einen Platz sicher. Auch Bamberg hat sich schon qualifiziert - und würde nach der jüngsten Derby-Pleite einem erneuten Duell mit Bayreuth wohl lieber aus dem Weg gehen.

vdv/sid/dpa | Stand: 03.01.2018, 13:30

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