Basketball - Deutschland verpasst EM-Halbfinale

Deutschland – Spanien 72:84

Basketball - Deutschland verpasst EM-Halbfinale

Trotz einer glänzenden Vorstellung von Dennis Schröder und einer guten Teamleistung haben die deutschen Basketballer die große Sensation gegen Spanien verpasst.

Nach langer Führung unterlag das Team am Dienstag (12.09.2017) dem favorisierten Titelverteidiger im EM-Viertelfinale mit 72:84 (33:34) und muss seine Medaillenträume beenden. Dennis Schröder führte seine Mannschaft in Istanbul mit 27 Punkten zwar erneut als bester Werfer an, konnte aber auch die neunte Niederlage in Serie gegen die Iberer nicht verhindern.

"Unsere Jungs waren bereit. Marc (Gasol, d. Red.) hat einige unglaubliche Würfe getroffen", sagte Bundestrainer Chris Fleming. "Ich bin stolz darauf, wie wir aufgetreten sind. Wir sind enttäuscht, aber diese Generation ist sehr jung und wird noch einige Chancen bekommen." Es war Flemings letztes Spiel als Bundestrainer - der Coach konzentriert sich zukünftig auf seine Arbeit als Assistent beim NBA-Club Brooklyn Nets.

Schröder: "Dreier haben uns gekillt"

Beim frühen deutschen EM-Aus bei der Heim-Vorrunde 2015 in Berlin hatten die Spanier schon die Nationalmannschafts-Karriere von Dirk Nowitzki beendet - und erwiesen sich nun auch für die nächste Generation als Spielverderber. Nachdem Schröder & Co. Mitte des dritten Viertels noch vorne lagen, drehte NBA-Center Marc Gasol auf und dominierte mit 28 Zählern. "Unser Team hat einen sehr guten Job gemacht, aber die Dreier der Spanier haben uns gekillt", resümierte Dennis Schröder. "Wir können stolz sein auf uns als Team."

Erstklassiger Start

Anders als noch beim Achtelfinalcoup gegen Frankreich und im bisherigen Turnierverlauf erwischte das deutsche Team einen erstklassigen Start. Vorne trafen die deutschen Spieler ihre ersten Würfe und präsentierten sich hochkonzentriert in der Defensive. Spanien-Legionär Johannes Voigtmann stibitzte Marc Gasol den Ball und vollendete per Dunking zur 11:2-Führung. Wütend nahm Spaniens Coach Sergio Scariolo nach gut vier Minuten die erste Auszeit. Und nach dem schlafmützigen Beginn bewiesen die Iberer, warum sie den europäischen Basketball seit mehr als einer Dekade dominieren. Immer wieder ging der Ball zu den Gasols unter dem Korb, die ersten 14 Punkte der Spanier erzielten die beiden Brüder Pau und Marc.

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Sportschau | 12.09.2017 | 00:18 Min.

Mit einer erneut geschlossenen Teamleistung hielt die deutsche Mannschaft dagegen. Gleich sieben Spieler punkteten im Auftaktviertel, das die DBB-Auswahl mit 19:16 für sich entschied. Doch zu sorglos gingen die Deutschen mit dieser immensen Chance um, leisteten sich mehrere unnötige Ballverluste. Zudem erzwang der dreimalige Europameister immer schwierigere Würfe. Pau Gasol stoppte Daniel Theis per hartem Block, Schröder kam nicht wie gewohnt zu einfachen Korblegern. Nach einem zwischenzeitlichen 9:0-Lauf gingen die Spanier mit einer knappen Führung in die Pause.

Deutsches Team unbeeindruckt

Doch das jüngste Team des Turniers zeigte sich weiter unbeeindruckt. Mit seinem unbändigen Selbstbewusstsein versenkte Schröder zwei schnelle Dreipunktewürfe. Nach einem eigenen Fehlwurf kratzte sich Pau Gasol entnervt am Kopf. Bei diesem Turnier hatte sich der 37-Jährige den ewigen EM-Punkterekord gesichert und in der Bestenliste Tony Parker und Nowitzki überholt.

Deutschlands Robin Benzing (M.) im Kampf mit den Spaniern Pau Gasol (r.) und Marc Gasol

Deutschlands Robin Benzing (M.) im Kampf mit den Spaniern Pau Gasol (r.) und Marc Gasol

Bei den Deutschen setzte erneut die zweite Garde wichtige Akzente. Der Ludwigsburger Johannes Thiemann sorgte beim 45:43 für die erste Führung der zweiten Halbzeit. Doch diese wirkte wie der letzte Nadelstich, um die Widerstandskraft der Spanier zu wecken. Zum Ende des dritten Abschnitts erzielte Marc Gasol gleich zwölf spanische Punkte in Serie - von dem 53:65-Rückstand erholte sich das deutsche Team nicht mehr. Die Spanier verwalteten den Sieg abgeklärt.

Gut gewappnet für die Zukunft

Das deutsche Team scheint für die Zukunft gut gewappnet zu sein. Dennis Schröder gab nach der Niederlage ein erneutes Bekenntnis ab, das Team auch langfristig anzuführen. "Nach der Saison im Juni bin ich gegen Serbien auf jeden Fall wieder dabei, wenn ich fit bin." Dann wahrscheinlich mit dem neuen Bundestrainer Henrik Rödl. Der bisherige Assistent steht als Nachfolger parat, der Verband wollte die Personalie allerdings offiziell noch nicht bestätigen.

Thema in Sport aktuell, Deutschlandfunk, Dienstag, 12.09.17, 22.50 Uhr

dpa/sid/red | Stand: 12.09.2017, 22:49

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