Cleveland Indians - 70 Jahre Scheitern

Die Mannschaft der Cleveland Indians

Major League Baseball

Cleveland Indians - 70 Jahre Scheitern

Mit der bitteren Viertelfinalniederlage gegen die Yankees fügten die Cleveland Indians ihrer langen Leidensgeschichte ein weiteres Kapitel zu.

Rocky Colavito traf diesmal wohl keine Schuld. Der Mann, der einen festen Platz in den US-amerikanischen Baseball-Mythen besitzt und immer dann hervorgeholt wird, wenn die Cleveland Indians wieder einmal grandios gescheitert sind. Colavito war Ende der 1950er Jahre ein erfolgreicher Schlagmann, Liebling der Fans in Cleveland.

Als die Indians ihn nach Detroit abgaben, für einen vermeintlich guten Deal und gegen dessen Willen, wurden sie von einer jahrzehntelangen Misserfolgsserie befallen. Verhext vom bitter enttäuschten Colavito, der allerdings immer bestritten hat, den Fluch tatsächlich ausgesprochen zu haben.

Als Favorit ausgeschieden

Am Mittwochabend (11.10.2017) war es wieder soweit: Die Indians verloren das entscheidende fünfte Spiel der Viertelfinalserie gegen die New York Yankees. Im eigenen Stadion, obwohl sie als klarer Favorit galten und die ersten beiden Partien der Serie für sich entscheiden konnten.

Der Fluch hatte scheinbar wieder zugeschlagen, so wie im Vorjahr, als im entscheidenden Spiel der World Series ein Unwetter über Cleveland niederging und Cleveland den Titel am Ende an die Chicago Cubs verlor.

Indians-Star Lindor: "Das ist Baseball"

Gegen die Yankees waren diesmal aber keine überirdischen Kräfte am Werk, dies hob auch Indians-Starspieler Francisco Lindor hervor: "Das ist Baseball. Wir müssen den Hut vor den Yankees ziehen. Sie waren einfach besser", sagte Lindor gegenüber dem Fernsehsender "ESPN".

Dennoch dürfte das erneute Drama den Verein noch länger beschäftigen - galt der Kader der Indians doch als der beste seit langem. Und offenbar auch auf den Punkt in Form: In die Play-offs waren sie mit einer Bilanz von 33 Siegen aus den vergangenen 37 Spielen der regulären Saison gegangen. Doch ausgerechnet in den entscheidenden Spielen ließ Cleveland alles vermissen, was es zuvor stark gemacht hatte.

In Spiel vier und fünf brach die Verteidigung komplett ein, Asse wie Lindor, Jose Ramirez oder Pitcher Corey Kluber erlitten einen fatalen Leistungseinbruch. Dies ermöglichte den Yankees, die sich erst über einen Sieg im Wild-Card-Game für die Play-offs qualifizieren konnten, das nicht mehr für möglich gehaltene Comeback in der Serie.

70 Jahre Warten auf die Meisterschaft

Zum sechsten Mal in Folge verloren die Indians damit ein entscheidendes Play-off-Spiel - und müssen damit die Saison erneut vorzeitig beenden. Die bislang letzte Meisterschaft feierte Cleveland 1948, die Jagd nach dem ersehnten Titel geht damit ins 70. Jahr. "Ich dachte, wir spielen bis zum 1. November, und dann trinken wir Champagner", sagte Lindor über den erneut geplatzten Finaltraum.

"Dass es schon wieder so früh zu Ende geht, im Oktober, schmerzt. Aber wir werden unsere Lehren daraus ziehen." Der Mann ist erst 23 Jahre alt - Zeit genug bleibt ihm also noch, um den Fluch über Cleveland zu vertreiben.

Stand: 12.10.2017, 15:18

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