Windsurf-Star Köster holt vierten WM-Titel

Triumph nur ein Jahr nach seinem Kreuzbrandriss

Windsurf-Star Köster holt vierten WM-Titel

Bei Windstärke acht und masthohen Wellen hat Windsurf-Star Philip Köster die Nerven behalten - und sich nach einer Zitterpartie seinen vierten WM-Titel gesichert.

Trotz einer Hinrunden-Niederlage am Finaltag gegen Titelverteidiger Victor Fernandez aus Spanien sicherte sich der 23-Jährige beim Weltcup vor Sylt am Ende das WM-Championat souverän. Wie entfesselt gewann er am Mittwoch (04.10.2017) den entscheidenden Lauf gegen den Spanier Alex Mussolini in der Rückrunde, die wegen der Top-Bedingungen vor Westerland erstmals seit Jahren in der Disziplin Waveriding ausgefahren wurde.

"Für verrückt erklärt"

"Wenn mir jemand vor vier Monaten gesagt hätte, dass ich diesen Titel in dieser Saison gewinnen kann, dann hätte ich ihn für völlig verrückt erklärt", sagte Köster, der im vergangenen Jahr eine schwere Knieverletzung erlitten hatte. Platz drei in der Nordsee reichte zum WM-Sieg.

Als Köster 2011 mit 17 seinen ersten WM-Titel feierte, galt er bereits als "Windsurf-Wunderkind" seiner Generation. Denn schon 2008 hatte er mit einem 18-Meter-Sprung für internationales Aufsehen gesorgt. Nur sein Idol Robby Naish war bei seinem ersten WM-Triumph jünger, als der auf Gran Canaria aufgewachsene Köster.

Naish sieht Köster als "Maß aller Dinge"

Der Kalifornier war 1976 im Alter von 13 Jahren zum ersten seiner 27 WM-Titel gesurft. Heute sagt Naish: "Philip Köster ist das Maß der Dinge im Windsurfen. Er ist auf dem Weg, mein Nachfolger zu werden." Mit den WM-Siegen 2011, 2012 und 2015 stieg Köster zur Galionsfigur seines Sports auf. 

Doch im September 2016 wurde der Höhenflug des 1,93 Meter großen und 90 Kilogramm schweren Top-Athleten durch die Knieverletzung gestoppt. Nach der Operation in Hamburg kämpfte sich Köster durch die Reha. Erst zehn Monate später nahm er wieder an einem WM-Lauf teil - und gewann.

Schwere Verletzung hatte auch Gutes

"Das sind nach meiner zum Teil sehr schmerzhaften Reha einfach unglaubliche Momente", sagte Köster nach dem Wettkampf vor Sylt. "Die Verletzungspause hatte auch etwas Gutes", hatte er bereits nach dem Comeback erklärt. "In der ersten Zeit nach der Verletzung konnte ich noch nicht so gut springen, habe mehr in der Welle trainiert. Hier konnte ich mich verbessern."

Der bescheidene Surf-Star ist mehr auf dem Wasser als an Land groß geworden. Die Eltern waren von Hamburg auf die Kanaren ausgewandert, dort wuchsen Philip und Schwester Kyra keine 90 Meter entfernt vom Strand auf. Als Schüler war Köster kanarischer Jugendmeister im Freistilschwimmen, ehe er seiner Liebe zum Windsurfen freien Lauf ließ.

"Tricks von den Eltern gelernt"

Wie Naish teilt er seine Leidenschaft mit der Familie. "Die ersten Tricks habe ich von meinen Eltern gelernt", sagte Köster. Als er mit zwölf Jahren seine erste Wildcard zur Weltcup-Teilnahme erhielt, schied er zwar gleich aus. Doch es war für Köster der Startschuss zur Weltkarriere.

Allüren hat er keine, ist bodenständig und alles andere als ein Partytyp. Er feiert lieber auf dem Wasser. "Ich habe keinen Ehrgeiz für Titel, sondern für gute Leistungen, bin einfach dankbar und glücklich, dass ich wieder surfen kann", sagte er. "Eigentlich könnte ich jeden Tag feiern. Surfen ist mein Leben und mein Traumjob."

Philip Köster ist wieder König der Wellen

Der Ausnahme-Wellenreiter meldet sich wieder zurück. Nach einer schweren Knieverletzung vergoldet der 23-Jährige sein Comeback mit dem Weltmeistertitel auf Sylt.

Philip Köster nach seinem Weltmeistertitel auf Sylt

Mit einer grandiosen Vorstellung sicherte sich Köster auf Sylt bei Sturm und Regen seinen vierten Weltmeistertitel. Ein ganz besonderer Erfolg für den Wellenkönig. Vor einem Jahr erlitt der 23-Jährige eine schwere Knieverletzung und arbeitete so hart wie nie für sein Comeback.

Mit einer grandiosen Vorstellung sicherte sich Köster auf Sylt bei Sturm und Regen seinen vierten Weltmeistertitel. Ein ganz besonderer Erfolg für den Wellenkönig. Vor einem Jahr erlitt der 23-Jährige eine schwere Knieverletzung und arbeitete so hart wie nie für sein Comeback.

Bereits bei seinem ersten Auftritt in Juni ließ Köster die Konkurrenz weit hinter sich und siegte vor Gran Canaria. Auch in Teneriffa war nicht an dem Mann mit der Segelnummer G-44 vorbeizukommen.

In der Hinrunde musste der Deutsch-Kanare gegen Titelverteidiger Victor Fernandez eine Niederlage hinnehmen. Seine zweite Chance aber nutzte Köster am Finaltag in der Rückrunde. Bei Windstärke acht und vier Meter hohen Wellen setzte sich Köster gegen den zweimaligen Sylt-Sieger Alex Mussolini aus Spanien durch.

Mit der Tageshöchstpunktzahl von 34,88 Punkten kürte sich Köster vorzeitig zum Weltmeister. Es ist sein vierter Titel nach 2011, 2012 und 2015. "Wenn mir jemand vor vier Monaten gesagt hätte, dass ich diesen Tiel in dieser Saison gewinnen kann, dann hätte ich ihn für völlig verrückt erklärt", sagte Köster.

Stand: 04.10.2017, 19:08

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