Rückblick 2015 - Die Sporthelden des Jahres

Rückblick 2015 - Die Sporthelden des Jahres

Überraschungssieger, Welt- und Europameister. Das Sportjahr 2015 war reich an Höhepunkten auch ohne Olympische Spieler und Fußball-Großturnier. sportschau.de stellt die Sporthelden 2015 vor.

Sporthelden

Novak Djokivic
Der Serbe ist auch 2015 der beste Tennisspieler der Welt. Im Februar gewinnt "der Joker" als erster Spieler der Geschichte zum fünften Mal die Australian Open. Im Juli holt sich Djokovic seinen dritten Titel in Wimbledon und im September seinen zweiten Titel bei den US Open. In Wimbledon und in New York besiegt er im Endspiel Roger Federer. Den Schweizer bezwingt er im November auch beim ATP-Finale in London, das er zum vierten in Folge gewinnt. Lediglich der Titel bei den French Open in Paris bleibt im verwehrt. Dort unterliegt er im Finale dem Schweizer Stan Wawrinka.

Novak Djokivic
Der Serbe ist auch 2015 der beste Tennisspieler der Welt. Im Februar gewinnt "der Joker" als erster Spieler der Geschichte zum fünften Mal die Australian Open. Im Juli holt sich Djokovic seinen dritten Titel in Wimbledon und im September seinen zweiten Titel bei den US Open. In Wimbledon und in New York besiegt er im Endspiel Roger Federer. Den Schweizer bezwingt er im November auch beim ATP-Finale in London, das er zum vierten in Folge gewinnt. Lediglich der Titel bei den French Open in Paris bleibt im verwehrt. Dort unterliegt er im Finale dem Schweizer Stan Wawrinka.

Johannes Rydzek
Die Goldmedaille im Einzelrennen von der Normalschanze ist für Kombinierer Johannes Rydzek nur der Aufgalopp zu einem emotional noch viel größeren Sieg. Bei der nordischen Ski-WM in Falun gewinnt das deutsche Team nach 28 Jahren wieder den Weltmeistertitel. An diesem 22. Februar passt für Tino Edelmann, Eric Frenzel, Fabian Rießle und Rydzek einfach alles zusammen. In dem Krimi wächst das Quartettvor allem in der Loipe über sich hinaus und hält die favorisierten Norweger bis zum Schluss auf Distanz. Zuletzt hatte es bei Weltmeisterschaften sechsmal Silber gegeben. Nun endlich Gold.

Severin Freund
Als erster deutscher Skispringer seit Martin Schmitt 1999 gewinnt Severin Freund Gold bei einer Weltmeisterschaft. Der Olympiasieger dominiert in Falun den Wettbewerb von der Großschanze. Von der Normalschanze hat er zuvor schon Silber gewonnen. Doch Freund ist nicht nur bei den Titelkämpfen ganz oben. Als dritter deutscher Skispringer gewinnt er im März den Gesamtweltcup. Dem Weltmeister reicht beim Saisonfinale im slowenischen Planica ein siebter Platz, um sich die große Kristallkugel zu sichern. Beim Skiflug-Weltcup im norwegischen Vikersund verbessert er seinen eigenen deutschen Rekord auf 245 Meter.

Erik Lesser
Der zweimalige Olympiazweite Erik Lesser beschert den deutschen Biathleten im Verfolgungsrennen der WM in Kontiolahti mit seinem ersten Sieg überhaupt die ersehnte erste Goldmedaille. Auch mit der Staffel ist er erfolgreich. Einen Tag nach dem Sieg der Frauen komplettierten Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp den Triumph der deutschen Teams.

John Degenkolb
Der deutsche Klassikerspezialist hat Geschichte geschrieben, hat sich Kindheitsträume erfüllt - alles auf einmal. Erst sprintet Degenkolb im März zum Sieg bei Mailand-Sanremo, um diesen im April mit dem Triumph bei Paris-Roubaix noch zu toppen. Degenkolb ist der erste Deutsche seit 119 Jahren der den Kopfsteinklassiker in der "Hölle des Nordens" gewinnt. Dass ihm im Juli der ersehnte Touretappensieg nicht gelingt und er auch im WM-Rennen in Richmond nicht ganz vorne landet, kann er deshalb locker verschmerzen.

Mieko Nagaoka
Es ist ein ungewöhnlicher Rekord, der sogar nichs mit der Glitzerwelt des Profisports zu tun hat mit seinen meist jugendlichen Helden. Die Japanerin Mieko Nagaoka beendet im April als erste 100-Jährige ein Rennen über 1.500 Meter Freistil. Als einzige Teilnehmerin in der Kategorie der 100 bis 104-Jährigen braucht sie 1:16 Stunden für die Distanz.

Floyd Mayweather
Um den WM-Kampf im Weltergewicht zwischen Floyd Mayweather und Manny Pacquiao wird im Mai ein Riesenballyhoo veranstaltet. Der US-Amerikaner gewinnt in Las Vegas das zum "Boxkampf des Jahrhunderts" stilisierte Duell einstimmig nach Punkten. Mayweather pulverisiert dank des Megakampfes auch den "Weltrekord" beim Jahresverdienst von Profisportlern. Für den Fight kassiert er zuvor unerreichte 240 Millionen Dollar. Zwar verliert Mayweather im Juli einen seiner drei Titel, weil ihm die WBO den WM-Gürtel aberkennt, da er einer obligatorischen Zahlung von 200.000 Dollar bis zum Ablauf einer Frist nicht nachkommt. Aber das kann er verschmerzen. Nach einem einstimmigen Punktsieg gegen seinen Landsmann Andre Berto beendet er seine schillernde Karriere ungeschlagen und als Weltmeister. Er stellt damit den Langzeit-Weltrekord von Rocky Marciano mit 49:0-Siegen ein.

Markus Rehm
Auf zu neuen Weiten: Ungeachtet aller Diskussionen um die Sprungkraft seiner Prothese fliegt Markus Rehm im Jahr 2015 der Konkurrenz davon. Bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg landete er außer Konkurrenz bei 8,11 Meter und sprang damit acht Zentimeter weiter als Titelträger Fabian Heinle. Bei der Para-WM in Katar steigert er den Weltrekord auf 8,40 Meter. Was nun noch fehlt: ein Gutachten, mit dem Rehm bei den Olympischen Spielen in Rio antreten darf.

Martin Wolfram
Was für ein Comeback: Turmspringer Martin Wolfram triumphiert bei seinem ersten großen Wettkampf in der Königsdisziplin seit drei Jahren mit persönlicher Bestleistung und gewinnt im Juni den Titel bei der EM in Rostock. Es war das Ende einer langen Leidenszeit: Während des Olympia-Finales 2012 hatte sich Wolfram gleich zweimal die Schulter ausgekugelt, den Wettkampf aber dennoch auf Platz acht beendet. Danach musste er sich mehreren Operationen unterziehen und war zwischenzeitlich zum Brettspringer umgeschult worden. Die Schultern hielten die Belastung eines Sprungs von der Zehn-Meter-Plattform nicht aus.

Nico Hülkenberg
Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg gewinnt im Juni mit Porsche die 83. Auflage der 24 Stunden von Le Mans. Gemeinsam mit Earl Bamber aus Neuseeland und dem Briten Nick Tandy triumphiert Hülkenberg bei seinem Debüt beim Langstrecken-Klassiker und sichert Porsche den ersten Triumph seit 1998.

Martyna Trajdos
Die Gold-Durststrecke des Deutschen Judo Bundes bei Europameisterschaften währte sieben Jahre. Im Juni ist sie endlich vorbei dank Martyna Trajdos. Die Hamburgerin holt sich bei der EM im Rahmen der Europaspiele den Titel in der Klasse bis 63 Kilogramm.

Lena Schöneborn
Seit vielen Jahren schon gehört Lena Schöneborn zur Weltelite im Modernen Fünfkampf. Auch 2015 unterstreicht die Olympiasiegerin von 2008 ihre Spitzenklasse. Bei der Heim-WM in Berlin gewinnt sie zum ersten Mal in ihrer Karriere die Goldmedaille.

Tony Martin, Simon Geschke, André Greipel
Die deutschen Radprofis prägen die Tour de France 2015. Tony Martin schreibt sein ganz eigenes Drama, als er drei Mal knapp am Gelben Trikot vorbei fährt, um es schließlich auf der vierten Etappe doch noch zu erobern. Zwei Tage später ist die Tour für ihn nach einem Sturz vorbei. Für den emotionalsten Sieg sorgt Simon Geschke in den Alpen: Nach seiner Solofahrt ins Ziel heult er hemmungslos vor Freude. Für André Greipel wird das Siegen in Frankreich dagegen schon fast Routine. Der Sprinter gewinnt gleich vier Etappen.

Christopher Froome
Den Toursieg bringt Christopher Froome schon bei der ersten Bergetappe unter Dach und Fach. Am Schlussanstieg nach La-Pierre-Saint-Martin hängt der Brite die Konkurrenz einfach ab. Es folgen die üblichen Verdächtigungen und ungewöhnliche Anfeindungen entlang der Strecke. Und als der Kolumbianer Nairo Quintana in den Alpen beginnt Zeit gut zu machen, ist es schon zu spät. Nach 2013 steht Froome zum zweiten Mal in Paris ganz oben auf dem Podium.

Laura Ludwig, Kira Walkenhorst
Das Beachvolleyball-Duo aus Hamburg holt im Juli erstmals gemeinsam den EM-Titel. Das Finale in Klagenfurt gewinnen Ludwig/Walkenhorst gegen Jekaterina Birlowa und Jewgenia Ukolowa mit 2:0. Der Sieg beim Grand-Slam-Turnier in Yokohama und der deutschen Meisterschaft am Timmendorfer Strand sind weitere Höhepunkte in dieser Saison, die im Oktober mit dem Sieg beim World-Tour-Turnier in Mexiko einen krönenden Abschluss findet.

Marco Koch
Weltmeister, Doppel-Europameister, Goldhoffnung: Marco Koch schwamm im Jahr 2015 allen davon. Angetrieben von unbändigem Ehrgeiz - anstatt sich über die Medaillenflut zu freuen, ärgerte sich Koch über den verpassten Weltrekord auf seiner Paradestrecke 200 Meter Brust - hat er bereits den Olympiasieg in Rio im Visier.

Christina Schwanitz
Die Kugelstoßerin gewinnt im August bei der Leichtathletik-WM in Peking das erste Gold für das deutsche Team. Dafür wird Schwanitz zur Sportlerin des Jahres gewählt. Die große Bühne nutzt sie zu großer Kritik. Schwanitz verurteilt die Macht von "König Fußball". Leichtathletik werde zur Randsportart gemacht, dabei gehe es dort noch um Leidenschaft und nicht nur ums Geld.

Katharina Molitor
Katharina Molitor braucht einen Moment, um das Unfassbare zu begreifen. Doch nach einigen Sekunden schnappt sich die Überraschungs-Weltmeisterin eine Deutschland-Fahne und posiert stolz für die Fotografen. Gold im Speerwurf, damit hatte vorher niemand gerechnet. Die Lehramtsstudentin (Geografie und Sport) war schon oft bei großen Meisterschaften dabei - für einen Wurf auf das Treppchen hatte es nie gereicht. Aber auch nach WM-Gold will Molitor auf ihre zweite große Liebe nicht verzichten - bei Bayer Leverkusen spielt sie in der 2. Bundesliga Volleyball.

Frank Stäbler
Der Ringer holt bei der WM im September in Las Vegas Gold und beschert dem Deutschen Ringer-Bund elf Monate vor Olympia einen Riesenerfolg. Die bislang erfolgreichste Saison seiner Karriere beendet Stäbler mit einem Sieg beim Grand-Prix-Finale in Baku/Aserbaidschan in der Klasse bis 71 Kilogramm im griechisch-römischen Stil.

Michael Jung
Der Doppel-Olympiasieger macht bei der Vielseitigkeits-EM in Blair Castle den Doppel-Triumph perfekt. Jung gewinnt im Sattel seines Wallachs Takinou sowohl im Einzel als auch mit der deutschen Equipe den Titel.

Dimitrij Ovtcharov
Bei der Tischtennis-EM in Jekaterinburg im Oktober holt sich Dimitrij Ovtcharov durch das 4:1 im Finale gegen den Portugiesen Marcos Freitas das zweite Einzel-Gold seiner Karriere.

Jan Frodeno
Der Triathlon-Olympiasieger gewinnt im Oktober den Ironman auf Hawaii. Frodeno ist der fünfte deutsche Sieger bei der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Als erster Triathlet überhaupt macht der 34-Jährige das Triple aus Olympiasieg (2008) und WM-Titel über die Halbdistanz (2015) perfekt und wird zum Sportler des Jahres gewählt.

Lewis Hamilton
Erneut wird Lewis Hamilton souverän Formel-1-Weltmeister. Schon beim Großen Preis der USA in Austin sichert sich der Brite vorzeitig seinen dritten WM-Titel. Um gelegentlich Abstand von dem stressigen Leben in der Formel 1 zu gewinnen, betätigt sich Hamilton gerne als Songschreiber und Gitarrist.

Philip Köster
Nach zwei schwierigen Jahren sichert sich Windsurf-Star Philip Köster im November seinen dritten Weltmeister-Titel. Beim Wettkampf vor Hawaii muss das einstige Wunderkind allerdings lange zittern. Bei schwachen Winden scheidet er im letzten Wettkampf vor Hawaii bereits in der Vorrunde aus, plötzlich witterte sein größter Konkurrent Victor Fernandez Lopez seine große Chance. Doch am Ende reicht es auch für den Spanier nur zu Rang sechs - Kösters dritte Titel-Party konnte starten. Viele weitere sollen folgen.

Stand: 25.12.2015, 10:00 Uhr

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