Brasiliens NOK-Chef tritt nach Skandal zurück

Carlos Artur Nuzman (m) wird von der brasilianischen Polizei abgeführt

Carlos Nuzman wird Stimmenkauf vorgeworfen

Brasiliens NOK-Chef tritt nach Skandal zurück

Nach Vorwürfen, Stimmen für die Vergabe der Olympischen Spiele an Rio de Janeiro gekauft zu haben, ist Carlos Nuzman als Vorsitzender des brasilianischen Olympischen Komitees zurückgetreten.

Nuzman, der bekannteste Sportfunktionär des Landes, war seit 22 Jahren NOK-Chef. Er war in der vergangenen Woche festgenommen worden und sitzt nun in Untersuchungshaft. Der 75-Jährige war als NOK-Chef auch Organisationschef der ersten Olympischen Spiele in Südamerika.

Schwere Krise nach den Spielen

Der schwere Korruptionsverdacht ist ein weiterer negativer Höhepunkt in der wenig erquicklichen Olympia-Geschichte Rios. Die Stadt und der Bundesstaat Rio de Janeiro sind in einer tiefen Krise, überall muss gespart werden, gerade auch im Bildungs- und Sicherheitsbereich. Rund 8500 Soldaten wurden entsandt, um die ausufernde Gewalt in den Griff zu bekommen. Für die meisten Olympia-Bauten gibt es keine richtige Nachnutzung - lediglich eine neue Metrolinie wird als positives Erbe angesehen.

Berichten zufolge soll die Stimme des langjährigen Chefs des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF und IOC-Mitglieds Lamine Diack aus dem Senegal gekauft worden sein. Drei Tage vor der Abstimmung sollen dem Sohn Diacks zwei Millionen Dollar von dem brasilianischen Unternehmer Arthur Cesar Soares de Menezes Filho überwiesen worden sein.

Nuzman und NOK vom IOC suspendiert

Nach Medienberichten soll Nuzman zudem in der Schweiz in einem Safe 16 Kilogramm Gold gelagert haben. Er bestreitet, an einem Stimmenkauf beteiligt gewesen zu sein. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat das Ehrenmitglied Nuzman suspendiert. Auch das NOK wurde von der IOC-Exekutive vorübergehend suspendiert.

Nuzman wurde zudem aus der Koordinierungs-Kommission für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio ausgeschlossen. Er war eines der Gesichter von Olympia in Rio. Bei der Eröffnungsfeier im Maracanã-Stadion hielt er im August 2016 eine bewegende Rede und betonte sichtlich gerührt, dass man es trotz aller Widrigkeiten geschafft habe, diese Spiele zu organisieren.

sid/dpa | Stand: 12.10.2017, 08:26

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