IOC beschließt Olympia in Paris und Los Angeles

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Olympische Spiele

IOC beschließt Olympia in Paris und Los Angeles

Erstmals seit fast 100 Jahren sind wieder zwei Olympische Spiele gleichzeitig vergeben worden: Paris richtet die Sommerspiele 2024 aus, Los Angeles ist 2028 Gastgeber.

Auf einer Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Lima wurde ein entsprechendes Abkommen am Mittwoch (13.09.2017) einstimmig gebilligt.

Eine außerordentliche Vollversammlung des IOC hatte die Grundsatzentscheidung für eine Doppelvergabe schon am 11. Juli in Lausanne getroffen. Danach handelten beide Städte die Reihenfolge und den rechtlichen Rahmen mit Hilfe des IOC aus.

Thomas Bach: Die Bekanntgabe der Olympiastädte im O-Ton

Sportschau | 13.09.2017

Paris zuletzt 1924 Gastgeber, Los Angeles 1932 und 1984

In beiden Städten gibt es dem Vernehmen nach großen Rückhalt für die Ausrichtung. Die kalkulierten Kosten sollen sich jeweils im Rahmen halten, da geplant ist, die Wettkämpfe schon in meist bestehenden Anlagen auszurichten. Paris war auch 1900 und 1924 schon Gastgeber. Los Angeles hatte die Spiele 1932 und 1984 ausgerichtet.

Es ist erst die zweite Doppelvergabe in der jüngeren Geschichte der Olympischen Spiele: Im Juni 1921 waren die Spiele 1924 ebenfalls an Paris und für 1928 an Amsterdam vergeben worden.

IOC-Präsident Thomas Bach hatte die Idee der Doppelvergabe seit vergangenem Dezember vorangetrieben. Bach hatte zuletzt im Juli festgestellt, dass sich im Westen die Menschen nicht ohne Grund von olympischen Großprojekten abwendeten.

Hamburg, Boston, Rom und Budapest zogen Bewerbungen zurück

Für 2024 hatten sich ursprünglich auch Hamburg, Boston, Rom und Budapest beworben. Alle vier zogen zurück. Grund war fast immer das Misstrauen der Bürger. Für Boston ging Los Angeles als US-Bewerber ins Rennen.

IOC-Treffen belastet durch Korruptionsvorwürfe

Das IOC-Treffen, das noch bis Samstag andauert, ist durch Korruptionsvorwürfe um gekaufte Stimmen bei der Vergabe der Spiele in Rio de Janeiro 2016 und Tokio 2020 belastet.

Die Entscheidung, die per Handzeichen der IOC-Mitglieder getroffen wurde, ist auch ein erster Versuch, die Vergabepraxis zu reformieren und Bestechungsversuchen künftig vorzubeugen. Das IOC hat zudem Planungssicherheit bei dem Milliardengeschäft mit den Sommerspielen für elf Jahre.

Thema in Sport aktuell, Deutschlandfunk, Mittwoch, 14.09.17, 22.50 Uhr

dpa/sid | Stand: 13.09.2017, 20:01

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