Die weltweit besten eSportler

Sumail "Suma1L" Hassan Syed bei der ESL One in Frankfurt

Die besten Pro-Gamer weltweit

Die weltweit besten eSportler

Von Daniela Woytewicz

Zocken kann sich lohnen. Erfolgreiche Pro-Gamer fahren dicke Autos, beschäftigen Star-Köche oder wohnen mit dem Clan in einer Villa in Malibu. Ein Einblick in die Welt der eSport-Schwergewichte.

Pro-Gamer sind professionelle E-Sportler, die ihren Lebensunterhalt mit dem Zocken und der Teilnahme an Wettbewerben finanzieren. Einer der bekanntesten Spieler ist der ehemalige "Quake 3"-Profi Jonathan Wendel. Den Nickname des US-Amerikaners, "Fatal1ty", findet man auch heute noch - nach seinem Karriereende - auf Headsets und Soundkarten eines Herstellers.

Die prominentesten Pro-Gamer stammen vor allem aus den USA und Asien, wo sie wie Popstars gefeiert werden und fast immer in ausverkauften Hallen spielen. In Südkorea gibt es sogar zwei Wettkampfstadien für eSport, drei professionelle Ligen und TV-Shows rund um die Uhr.

Etwa 200 Aktionen pro Minute

Wenn man wissen will, wie schnell jemand Text auf der Tastur tippen kann, beurteilt man dies anhand des WPM ("Wörter pro Minute"). Bei Profi-Zockern gelten andere Maßstäbe: Wer besielsweise zu den besten Starcraft-Gamern zählen will, muss einen möglichst hohen APM haben. APM steht für "Aktionen pro Minute", das sind Anweisungen, die durch Klicks und Tastenbefehlen erteilt werden. Hobbyzocker erreichen etwa 50 APM, Profi-Spieler hingegen locker über 200 APM.

Zusammen trainieren, leben und feiern

Pro-Gaming-Teams wohnen in einer Art "Verbindungshaus" zusammen, wo sie trainieren und versuchen, ihre Skills zu verbessern - sowohl digital als auch physisch. Die meisten Pro-Gamer verbringen ein bis zwei Stunden pro Tag mit körperlichem Training. Das ist besonders wichtig im Hinblick auf große Turniere: Wer während eines Duells nicht konzentriert bleiben und seine Reflexe blitzschnell aktivieren kann, verschlechtert die Chance auf den Sieg immens.

Gamer bei der ESL One in Frankfurt

Gamer bei der ESL One in Frankfurt 2015.

Neben dem körperlichen Training wird viel Wert auf eine ausgewogene Ernährung gelegt. Die Stereotype des Energiedrinks trinkenden und Pizza essenden Zockers ist im Profi-Bereich überholt. Pro-Gamer leben und arbeiten zusammen. Wie Profspieler aus klassischen Sportarten besprechen sie Taktiken, arbeiten mit Trainern an Strategiezügen und bereiten sich mit Übungsläufen auf Wettkämpfe vor.

Die Top 7 der berühmtesten Pro-Gamer

I. Lee "Jaedong" Jae-Dong

In Südkorea wurde der eSport geboren, dort spielen die Besten der Besten. So auch der 25 Jahre alte Lee "Jaedong" Jae-Dong. Er gehört zu den Headlinern der Szene. In 47 Turnieren konnte sich der Südkoreaner über eine halbe Millionen US-Dollar Preisgeld sichern. Seine Disziplinen: "Starcraft Broodwar" und "StarCraft II". Gaming-Experten prophezeien, dass er bei anhaltendem Erfolg als "Michael Jordan der eSport-Szene" in die Geschichte eingehen wird.

II. Johnathan "Fatal1ty" Wendel

Jonathan "Fatal1ty" Wendel führte lange Zeit die Liste der erfolgreichsten eSportler nach Preisgeld an – bis er 2013 von dem Südkoreaner Lee "Jaedong" Jae-Dong überholt wurde. Am erfolgreichsten ist "Fatal1ty" bei First-Person-Shooters, durch die er die meisten Preisgelder erspielen konnte. Allein 2005 nahm er nach zehn Turnieren insgesamt 230.000 US-Dollar mit nach Hause. Der ehemalige Quake-Champion hat sogar den Endgegner eines jeden Gamers bezwungen: Aus einem Match gegen den Quake-Erfinder und Chefentwickler John Carmack ging er als Sieger hervor - und bekam als Trophäe einen Ferrari.

Doch nicht nur sein Können als Pro-Gamer brachte ihm ein hohes Einkommen. Wendel beriet Hardware-Firmen bei der Entwicklung - und schon kurz darauf gab es eine ganze Serie (Grafikkarten, Headsets, PCs), die seinen Namen tragen. Außerdem entwickelte er Snacks, die bei Turnieren einen schnellen Energiekick bewirken sollen. Der Amerikaner hat so die Inszenierung und die Popularität des eSport maßgeblich geprägt.

III. Lee "Flash" Young Ho

Mit 23 ist der Koreaner der jüngste Top-Verdiener der Gamer-Szene. Er trägt in der Szene auch den Titel "Wunderkind". Wie sein Nickname "Flash" bereits andeutet, ist Lee Young Ho extrem schnell an Maus und Tastatur. Genauso schnell begann auch seine Karriere als Pro-Spieler: Im Alter von 15 Jahren gewann er als jüngster Spieler einen Titel in der "Starleague". Seine Disziplinen: Starcraft Broodwar und mittlerweile in StarCraft 2.

IV. Danylo "Dendi" Ishutin

Danylo "Dendi" Ishutin ist einer der erfolgreichsten "Dota 2"-Gamer. Im Alter von 24 Jahren hat der Ukrainer bereits an 38 Turnieren teilgenommen. 2008 startete er seine professionelle eSport-Karriere mit dem Spiel "Defence of the Ancients" und wurde 2011 von der eSports-Organisation "Natus Vincere" auf einem Dota-2-Turnier angeworben.

V. Oleksandr "XBOCT" Dashkevych

Oleksandr Dashkevych oder "XBOCT" ist 24 Jahre alt und hat bisher an 36 Turnieren teilgenommen. Wie "Dendi" ist er Teil des ukrainischen Profi-Teams "Natus Vincere" und ein professioneller "Dota-2-Gamer".

VI. Matt "NaDeShot" Haag

Der Call-Of-Duty-Profi von "Optic Gaming" pausiert derzeit - hat aber im Jahr 2014 fast die Eine-Millionen-Euro-Marke geknackt. Und das mit 23 Jahren. Das üppige Einkommen weiß der Amerikaner auch zu reinvestieren. Haag hat einen eigenen Koch und einen Fitness-Trainer, der ihn auf Trab hält. Bis vor Kurzem lebte er zusammen mit seinem Clan in einer Villa in Malibu - mit eigenem Pool, Jacuzzi und einem Basketball-Platz.

VII. Sumail "Suma1L" Hassan Syed

Sumail "Suma1L" Hassan Syed aus Karachi in Pakistan schrieb schon Anfang des Jahres Geschichte: Mit seinem Team "Evil Geniuses" gewann er die "Asian Championchips" in Dota 2 - und eine Prämie von 1,2 Millionen US-Dollar. Damals war "Suma1L" erst 15 Jahre alt. Im August 2015 kam es sogar noch besser: "Suma1L"- jetzt 16 Jahre alt - gewann mit seinem Team das bisher höchstdotierte Dota-2-Turniers "The International" im US-amerikanischen Seattle. Rund sechs Millionen gingen an die Erstplatzierten. Sumail "Suma1L" Hassan Syed zählt nun zu den jüngsten Millionären seines Landes - und wird deshalb als "Slumdog Millionaire" bezeichnet.

So viel verdienen Pro-Gamer

Auf der Website "esportsearning.com" werden alle relevanten eSport-Veranstaltungen inklusive Preisgelder aufgelistet. Anhand dieser Daten wird eine Rangliste der Top-Verdiener in der Gamer-Branche erstellt. Zwar fließen in die Tabellen keine Sponsorengelder und andere Zusatzverdienste der Pro-Gamer ein, man bekommt trotzdem ein Bild davon, wie viel sich mit Turnieren und Wettbewerben verdienen lässt. Da die Prämie für die Teams zusammen und nicht für jedes Mitglied einzeln berechnet werden, überschneiden sich die Angaben allerdings zum Teil.

Stand: 25.08.2015, 08:53

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