Reaktionen - Frankreich in EM-Ekstase

Pressestimmen zu Frankreichs Sieg im Halbfinale

Stimmen zum deutschen EM-Aus

Reaktionen - Frankreich in EM-Ekstase

Der französischen Sport-Tageszeitung "L'Équipe" reicht ein Wort, um die Stimmung im Land nach dem EM-Halbfinalsieg über Deutschland wiederzugeben: "L'Extase". Doppeltorschütze Griezmann wird als "Nationalheld" gefeiert.

Ein Foto von Frankreichs EM-Helden im Zustand deutlichst erhöhter Lebensfreude, darüber der Schriftzug "L'Extase", also Ekstase. Kurz und bündig bringt die französische Sport-Tageszeitung "L'Équipe" den allgemeinen Freudentaumel im Land nach dem 2:0-EM-Halbfinalsieg über Deutschland zum Ausdruck. Die Zeitung "Ouest France" drückt das Wir-(Hoch-)Gefühl so aus: "Finale! Weil sie von Anfang bis Ende solidarisch waren, haben Les Bleus den Erfolg gegen eigentlich überlegene Deutsche geschafft."

Griezmann: Nationalheld und kleiner Teufel

Doppeltorschütze Antoine Griezmann twitterte noch in der Nacht freudetrunken und schon mit Blick aufs Finale: "Mehr als ein Spiel. Wir können es schaffen." Die Presse lobt den Deutschland-Killer derweil in den Himmel. "Griezmann, der kleine Teufel, versenkt Löws Truppe", schreibt "Tuttosport". Nicht nur die spanische Sport-Tageszeitung "As" sieht in ihm einen neuen "Nationalhelden". Das Konkurrenzblatt "Marca" meint: "Der kleine Prinz ist jetzt schon der König." Hart geht das Blatt mit Bastian Schweinsteiger ins Gericht: "Schweinsteigers Handspiel war eine Ohrfeige, die den Weltmeister niederstreckte." "El Pais" assistierte: "Lloris und Griezmann waren mit Abstand die besten Spieler der Franzosen. Schweinsteiger brannten beim Handelfmeter die Sicherungen durch."

Nur noch Ronaldo im Weg

Für den Cartoonisten der "L'Équipe" ist der EM-Pokal nun "in Sichtweite". Im Weg ist nur noch ein gewisser Ronaldo, "ein schräger Typ", der sich zwischen der Trophäe und den Franzosen in typischer Pose aufbaut.

"Deutschland kaputt"

Hart gehen die internationalen Medien zum Teil mit der deutschen Mannschaft ins Gericht. "Deutschland kaputt! Evra und Pogba tanzen auf einer geschwächten deutschen Mannschaft. Griezmann versenkt Löws Team", urteilt die Gazetta dello Sport. "Deutschland Adieu! Die Deutschen machen keine Angst mehr", schreibt der Corriere dello Sport. Der Schweizer "Tages-Anzeiger" analysiert: "Dämonen austreiben in Marseille - ausgerechnet Bastian Schweinsteiger also sollte es sein, der den Untergang seiner Mannschaft einleitete."

Franzosen "ein Fest am Sonntag verehrt"

Doch es gibt auch Anerkennung für die deutsche Mannschaft. Nicht nur Christoph Metzelder via Twitter hat Probleme mit dem EM-Aus der DFB-Elf. "DR online" in Dänemark schreibt: "Frankreich hat die beste Mannschaft der EM nach Hause geschickt. Deutschland war das beeindruckendste Team, hat aber den französischen Gästen ein Fest am Sonntag verehrt. Es ist ein etwas merkwürdiges Gefühl, von einer Mannschaft beeindruckt zu sein, die gerade 0:2 verloren hat, aber es ist schwer, nach Deutschlands Niederlage etwas anderes zu fühlen." Auch Skispringer Severin Freund fühlt mit:

Pocher: Lieber Champion statt im Fernsehen

Auch andere Prominente in Deutschland beschäftigt das abrupte deutsche EM-Ende. Oliver Pocher wäre lieber Europameister geworden, anstatt im Fernsehen zu sein, wie er über Twitter verbreitete. Tennis-Spielerin Sabine Lisicki findet das Aus "sehr, sehr schade". Regierungssprecher Steffen Seibert, Sprachrohr von Edel-Fan Angela Merkel, gibt sich staatsmännisch trotzig: "Trotzdem. Was haben wir für eine tolle Nationalmannschaft. Und Glückwunsch, Frankreich." Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer fordert nun twitternd: "Also dann, #lesbleus, holt euch den Titel!" Dann wäre Deutschland wenigstens gegen den neuen Champion ausgeschieden.

red | Stand: 08.07.2016, 12:50

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