Portugals Weg zum EM-Titel

Portugals Weg zum EM-Titel

Portugal ist Europameister. Erstmals in ihrer Geschichte gewinnen die Südeuropäer ein großes Turnier. sportschau.de blickt zurück auf eine wechselhafte Europameisterschaft von Cristiano Ronaldo und Co.

Übersicht der  Finale, Spielergebnisse

Portugal ist Europameister. Die Mannschaft von Fernando Santos setzte sich im Finale gegen Gastgeber Frankreich durch und feiert den ersten großen Titel überhaupt.

Portugal ist Europameister. Die Mannschaft von Fernando Santos setzte sich im Finale gegen Gastgeber Frankreich durch und feiert den ersten großen Titel überhaupt.

Mühsamer Auftakt gegen Island
Portugal startete furios ins Turnier. Im Auftaktspiel gegen den Außenseiter aus Island hätte es zur Halbzeit schon gut und gerne 3:0 oder höher stehen können. Weil aber nur Nani (31. Minute) den Ball im Netz unterbrachte, ließ man den Gegner im Spiel. Die Isländer belohnten sich in der zweiten Hälfte für eine couragierte Leistung - Birkir Bjarnason (im Bild) traf in der 50. Minute zum 1:1-Endstand, Rui Patricio im Tor der Portugiesen war machtlos. Fehlstart für den späteren Europameister.

Nullnummer gegen Österreich
Damit stand das Team von Trainer Fernando Santos in der zweiten Partie gegen Österreich bereits gehörig unter Druck. Wieder dominierte der Favorit das Spiel, wieder kam vor allem Superstar Cristiano Ronaldo zu zahlreichen Torgelegenheiten. Die beste Chance zur Führung vergab der zweimalige Weltfußballer zehn Minuten vor dem Ende vom Elfmeterpunkt (im Bild). Österreichs Keeper Robert Almer und der Pfosten waren an jenem Tag dafür verantwortlich, dass die Portugiesen nicht über ein 0:0 hinauskamen.

Chaos und Spektakel gegen Ungarn
Am letzten Spieltag der Vorrunde war die Ausgangslage für Portugal klar: Mit einem Sieg oder einem Unentschieden geht es ins Achtelfinale, bei einer Niederlage gegen die bis dahin ungeschlagenen Ungarn wäre man ausgeschieden. Der Spielverlauf hätte nicht dramatischer sein können. Drei Mal lagen die Portugiesen in Rückstand - 0:1, 1:2 und 2:3. Aber immer wieder konnte man zurückschlagen. Erst Nani zum 1:1 (42. Minute) und später zwei Mal Ronaldo (50./62.). Rückblickend betrachtet war es das einzige Spiel, bei dem sich Portugal derart chaotisch in der Defensive präsentierte. Und daraus seine Lehren zog.

Mit neuer Taktik in die K.o-Runde
Weil es mit der offensiven Spielweise in der Vorrunde nicht so recht klappen wollte, stellte Trainer Fernando Santos vor Beginn der K.o.-Runde um. Gegen die favorisierten Kroaten wurden die Portugiesen zum Spielzerstörer. 120 Minuten lang standen sie den technisch versierten Kroaten auf den Füßen und machten die Räume eng. Nach genau 117 Minuten konnte Ronaldo dann einmal seine Schnelligkeit bei einem Konter ausspielen, stürmte über die rechte Seite und bediente den in der Mitte mitgelaufenen Joker Ricardo Quaresma. Endstand: 1:0 nach Verlängerung.

Glück gegen Polen
Im Viertelfinale gegen Polen führte ein seltener Fehler von Außenverteidiger Cedric Soares dazu, dass Robert Lewandowski bereits früh (2. Minute) die Führung erzielen konnte. Ohne zu glänzen agierten die Portugiesen in der Folge deutlich offensiver als noch gegen Kroatien. Renato Sanches fasste sich schließlich in der 33. Minute ein Herz und glich mit einem sehenswerten Treffer zum 1:1 aus. Weil beide Teams danach nur noch das Nötigste taten, musste das Elfmeterschießen einen Sieger hervorbringen. Alle fünf portugiesischen Schützen verwandelten, Polens Jakub Blaszczykowski aber vergab - Portugal hatte das glückliche Ende auf seiner Seite.

Erster Sieg im sechsten Spiel
Im sechsten Spiel sollte es dann endlich soweit sein: Portugal feierte seinen ersten Sieg nach 90 Minuten. Gegen das Überraschungsteam aus Wales ließen Innenverteidiger Jose Fonte und Co. in der Defensive erneut kaum etwas zu. Vorne reichte eine sehr gute Viertelstunde nach der Pause, um das Spiel zu entscheiden. Erst war Ronaldo per Kopf (50. Minute) und nur wenige Minuten später Nani (53.) nach Vorarbeit von Ronaldo zur Stelle. Der Weg der Portugiesen sollte also weitergehen - bis ins Stade de France in Paris.

Finale
Das Endspiel beginnt denkbar schlecht - schon nach 26 Minuten muss Superstar Cristiano Ronaldo verletzt ausgewechselt werden. Daraufhin konzentrieren sich die Portugiesen auf ihre große Stärke - eine betonharte Abwehr. Und diese hält, trotz einiger Chancen für Frankreich. Nach 90 Minuten steht es im Finale 0:0.

Finale
In der Verlängerung ist es dann Eder, der in der 109. Minute mit einem knallharten Schuss aus 22 Metern trifft und Portugal den ersten EM-Titel der Geschichte beschert. Und Ronaldo jubelt von der Bank aus mit.

Stand: 10.07.2016, 23:30 Uhr

Darstellung: