Deutschlands verheerende Turnierbilanz gegen Italien

Deutschlands verheerende Turnierbilanz gegen Italien

Noch nie hat Deutschland bei einer EM oder einer WM gegen Italien gewinnen können. Eine Galerie voller legendärer, aber vor allem bitterer Momente für den deutschen Fußball.

Hans Schäfer und Italiens Torwart Lorenzo Buffon

WM-Gruppenspiel 1962 (0:0): Das erste Pflichtspielduell der beiden Nationen endet torlos. Echte Torchancen sind Mangelware, nur HSV-Ikone Uwe Seeler hat in Santiago de Chile einen Treffer auf dem Fuß, scheitert aber am Quergebälk. Zweimal verweigerte der kanadische Schiedsrichter der Mannschaft von Sepp Herberger einen möglichen Elfmeter. In der zweiten Hälfte beschränkten sich beide Teams nur noch darauf, Tore zu verhindern. Für die Italiener ist dieses Ergebnis letztlich zu wenig: Sie scheiden in der Vorrunde aus, die DFB-Elf kommt weiter.

WM-Gruppenspiel 1962 (0:0): Das erste Pflichtspielduell der beiden Nationen endet torlos. Echte Torchancen sind Mangelware, nur HSV-Ikone Uwe Seeler hat in Santiago de Chile einen Treffer auf dem Fuß, scheitert aber am Quergebälk. Zweimal verweigerte der kanadische Schiedsrichter der Mannschaft von Sepp Herberger einen möglichen Elfmeter. In der zweiten Hälfte beschränkten sich beide Teams nur noch darauf, Tore zu verhindern. Für die Italiener ist dieses Ergebnis letztlich zu wenig: Sie scheiden in der Vorrunde aus, die DFB-Elf kommt weiter.

WM-Halbfinale 1970 (3:4 n.V.): Acht Jahre später ist der Rahmen ein wenig größer: Im WM-Halbfinale von 1970 liefern sich die beiden Mannschaften ein Duell, das als "Jahrhundertspiel" in die Fußballgeschichte eingehen wird. Bei brütender Hitze in Mexiko City gleicht der in Italien spielende Karl-Heinz Schnellinger in der Schlussminute für Deutschland aus und erzwingt die Verlängerung. Franz Beckenbauer agiert ab der 65. Minute mit einer ausgerenkten Schulter und einer improvisierten Armschlinge und führt seine Mannschaft durch die Extra-Spielzeit, die es dann in sich hat: Gerd Müller bringt den DFB in Führung, die Italiener kontern durch Burgnich und Riva, ehe Müller in der 110. Minute erneut ausgleicht. Gianni Rivera besiegelt aber schließlich nur 120 Sekunden später das Schicksal der Mannschaft von Helmut Schön.

WM-Gruppenspiel 1978 (0:0): Im dichten Nebel von Buenos Aires ist Deutschland lange klar unterlegen, hat aber in Torhüter Sepp Maier einen an diesem Tage unüberwindbaren Rückhalt. Die "Katze von Anzing" pariert gegen Paolo Rossi und Co. mehrfach glänzend. Wenige Tage später folgt jedoch die "Schmach von Cordoba" und Deutschland scheidet blamabel in der Zwischenrunde aus. Die Italiener werden am Ende WM-Vierter.

WM-Finale 1982 (1:3): Das einzige Mal, dass Deutschland in einem Finale auf die Italiener trifft und doch ist das Ergebnis wie so oft eher unschön für den DFB: Im Endspiel in Madrid dominiert die "Squadra Azzurra" das Geschehen, scheitert aber zunächst oft an Torhüter Harald "Toni" Schumacher. Im zweiten Durchgang hat aber auch die Keeper-Ikone nichts mehr entgegenzusetzen: Schnell führt Italien mit 3:0, ehe Paul Breitner den Ehrentreffer erzielt.

EM-Gruppenspiel 1988 (1:1): Sechs Jahre später ist es Andreas Brehme, der im Duell der beiden späteren Halbfinalisten für den wichtigen Punktgewinn der DFB-Elf in Düsseldorf sorgt. Brehmes Freistoß in der 56. Minute egalisiert die Führung der Blauen, die Roberto Mancini nur drei Minuten zuvor erzielt hat. Im Halbfinale ist aber später sowohl für die Mannschaft von Franz Beckenbauer, als auch für die von Azeglio Vicini Endstation, Europameister wird die Niederlande. In diesem Spiel standen sich bemerkenswerterweise einige Spieler gegenüber, die später im Spitzenfußball als Trainer arbeiten sollten: Rudi Völler, Jürgen Klinsmann, Roberto Donadoni, Carlo Ancelotti und eben Mancini.

EM-Gruppenspiel 1996 (0:0): Wieder ein EM-Gruppenspiel, wieder ein Remis, diesmal aber mit einer besseren Prognose für Deutschland, das wenige Wochen später Europameister wird. Torhüter Andreas Köpke wird wie auch später im Halbfinale gegen England zum Helden und ist gegen die Italiener zur Stelle, als er einen Strafstoß von Gianfranco Zola pariert. Auch dem weiteren Anrennen der Auswahl von Arrigo Sacchi hält der deutsche Abwehrbund stand. Italien muss nach Hause fahren, Deutschland kommt weiter und holt gegen Tschechien dank Oliver Bierhoffs Golden Goal den Titel.

WM-Halbfinale 2006 (0:2 n.V.): Im WM-Halbfinale in Dortmund hält die DFB-Elf gegen überlegene Italiener (10:2 Schüsse aufs Tor, 12:4 Ecken, zwei Pfostenschüsse in der regulären Spielzeit) lange ein 0:0. Das Spiel geht in die Verlängerung. Dort geht dem Klinsmann-Team langsam die Luft aus, trotzdem deutet alles auf eine Entscheidung vom Elfmeterpunkt hin. Fabio Grosso hat aber nach Vorlage von Andrea Pirlo in der 119. Minute etwas dagegen und besorgt das 0:1, nur wenige Sekunden später besiegelt Alessandro Del Piero frei vor Torhüter Jens Lehmann das Aus der Deutschen und bereitet seiner Mannschaft den Weg zum Titelgewinn gegen Frankreich.

EM-Halbfinale 2012 (1:2): Ein geschichtsträchtiges Bild bietet der oberkörperfreie Mario Balotelli nach seinem Doppelpack am 28. Juni in Warschau. Der Doppelschlag des Stürmers bringt die deutsche Mannschaft auf die Verliererstraße und Joachim Löw als Bundestrainer erstmals heftig in die Kritik, weil dieser sich mit seiner Aufstellung (Toni Kroos auf dem Flügel) verpokert hat. Zwar kann Mesut Özil in der Nachspielzeit noch einmal verkürzen, doch die Niederlage ist absolut verdient. Dass es für Balotelli danach karrieretechnisch eher bergab geht, während Deutschland in nahezu identischer Aufstellung zwei Jahre später Weltmeister wird, ist ein kleiner Trost für besonders schadenfrohe Fußballfans.

Stand: 30.06.2016, 08:10 Uhr

Darstellung: