Greipel siegt und Martin leidet

Andre Greipel

Deutscher Sprinterfolg auf der zweiten Tour-Etappe

Greipel siegt und Martin leidet

André Greipel hat in Zeeland die zweite Etappe der Tour de France hauchdünn vor dem Slowaken Peter Sagan gewonnen.

Der Schweizer Fabian Cancellara als Tagesdritter nach 166 Kilometern schnappte dank einer Zeit-Bonifikation Tony Martin das sicher geglaubte Gelbe Trikot noch weg. Martin liegt in der Gesamtwertung nun mit drei Sekunden Rückstand auf dem zweiten Rang.

Greipel freute sich hinterher am ARD-Mikrofon: "Das ist ein ganz besonderer Sieg. Meine Frau war hier im Ziel dabei, und natürlich ist es auch für mein Team extrem wichtig. Einen großen Dank an meine Mannschaft, Tony Gallopin und Marcel Sieberg haben großartig gearbeitet. Es war schwer mit den Seitenwinden und dem Regen."

Martin extrem enttäuscht

Am Ende der hochspannenden und von Wind und Regen geprägten Etappe überschlugen sich die Ereignisse. Martin, der lange Zeit wie der sichere neue Gesamtführende aussah, gab zu: "Die Enttäuschung ist riesengroß. Ich war mir lange sicher, dass es für Gelb reichen würde. Dass dann am Ende Cancellara soweit vorne rein gefahren ist, ist ganz bitter für mich."

Bereits auf der ersten Etappe hatte Martin Gelb vor Augen, das Zeitfahren aber um fünf Sekunden gegen den Australier Rohan Dennis verloren. Dennis spielte diesmal keine Rolle und kassierte ebenso wie Mitfavorit Vicenzo Nibali über eine Minute Rückstand.

Cavendish keine Hilfe

Ein wenig pikant wirkte es im Zielsprint, dass Martin ausgerechnet die benötigte Schützenhilfe von seinem Teamkollegen Mark Cavendish - für den Martin zuvor hart gearbeitet und viel Führungsarbeit geleistet hatte - verwehrt blieb.

Der Brite nahm kurz vor dem Ziel die Beine hoch und ließ Cancellara so noch auf Platz drei vorfahren. Der Schweizer: "Ich habe auch nicht verstanden, dass Martin zuvor so hart gearbeitet hat. Aber ich bin natürlich froh über Gelb." Martin wollte Cavendish aber keine Vorwürfe machen: "Er hat es in den Händen gehabt, aber er ist auf Sieg gefahren. Es hat nur nicht gereicht."

Weitere Chancen in Sicht

Tony Martin versuchte nach dem zweiten Rückschlag aber gleich wieder einen positiven Blick nach vorne: "Mein Team ist in Top-Verfassung, es wird noch weitere Chancen geben."

Bei der Fahrt von Utrecht nach Neelte Jans hatten die Sprinter-Teams die gesamte Etappe im Griff. Es gab zwar eine kleine Ausreißergruppe, zu der auch Jan Barta vom deutschen Team Bora gehörte. Doch ernsthaft für den Tagessieg kam das Quartett, das später zum Trio wurde, nie.

Dritte Etappe mit der Mur de Huy

Die dritte Etappe findet am Montag (06.07.15) auf belgischem Terrain statt. Über 157 Kilometer geht es von Antwerpen nach Huy, wo am Schluss die vom Ardennen-Klassiker Fleche Wallone berühmte Mur de Huy mit durchschnittlich 9,6 Prozent Steigung wartet.

ch | Stand: 05.07.2015, 20:10

Tour de France | Gesamt

Name P
1. Christopher Froome 84:46:14
2. Nairo Quintana +1:12
3. Alejandro Valverde Belmonte +5:25
4. Vincenzo Nibali +8:36
5. Alberto Contador +9:48
6. Robert Gesink +10:47
7. Bauke Mollema +15:14
8. Mathias Frank +15:39
9. Romain Bardet +16:00
10. Pierre Rolland +17:30
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