Bodnar gewinnt Zeitfahren, Froome vor Gesamtsieg

Tour de France, 20. Etappe

Bodnar gewinnt Zeitfahren, Froome vor Gesamtsieg

Maciej Bodnar hat das Zeitfahren der 20. Etappe bei der Tour de France gewonnen. Der deutsche Zeitfahrspezialist Tony Martin verpasste das Podium knapp. Christopher Froome wurde Dritter und steht vor dem Gesamtsieg.

Der Titelverteidiger vom Team Sky baute am Samstag (22.07.2017) seinen knappen Vorsprung in der Gesamtwertung im 22,5 km langen Einzelzeitfahren der 20. und vorletzten Etappe in Marseille deutlich aus und muss am Sonntag nur noch das Ziel in Paris erreichen. Angriffe auf das Gelbe Trikot von Chris Froome wird es auf der "Tour d'Honneur" traditionell nicht geben.

Der deutsche Weltmeister Tony Martin ging wie beim Auftaktzeitfahren in Düsseldorf vor drei Wochen leer aus. Der 32-Jährige vom Team Katjuscha-Alpecin belegte mit 14 Sekunden Rückstand auf Tagessieger Maciej Bodnar vom deutschen Team Bora-hansgrohe den vierten Platz. "Ich hatte ein wirklich gutes Gefühl und auch noch Kraft im Finale. Nach drei Wochen ist aber auch die Tagesform entscheidend. Ich muss akzeptieren, dass Bodnar schneller war", sagte Martin nach dem Zeitfahren.

Froome bleibt ohne Etappensieg

Froome (+ 0:06 Minuten), der seine vierte Tour wohl ohne einen einzigen Etappensieg gewinnen wird, wurde Dritter hinter seinem Sky-Teamkollegen Michal Kwiatkowski (+ 0:01 Minuten). Im Fußball-Stadion von Olympique Marseille brach ein gellendes Pfeifkonzert aus, als der Brite um 17.04 Uhr als letzter von 167 Fahrern von der Rampe rollte. 28:21 Minuten später war sein neuerlicher Tour-Triumph mit der Zieldurchfahrt in der nicht ganz gefüllten Arena besiegelt.

Maciej Bodnar

Maciej Bodnar

"Es war meine schwierigste Tour de France bisher, keine Frage", sagte Froome nach dem Zeitfahren. Im "Maillot Jaune" schlug Froome vom Start weg ein hohes Tempo an, schon bei der ersten Zwischenzeit nach zehn Kilometern lag er deutlich vor seinen schärfsten Rivalen Romain Bardet (Frankreich/AG2R) und Rigoberto Uran (Kolumbien/Cannondale-Drapac).

Bardet der große Verlierer beim Zeitfahren

An der Schlüsselstelle vergrößerte Froome das Polster: Anders als Bardet, der sichtbar zu kämpfen hatte, fuhr Froome mit einem gleichmäßigen Rhythmus den im Schnitt 9,5 Prozent steilen und 1,2 km langen Anstieg zur Wallfahrtskirche Notre-Dame de la Garde hinauf.

Der anschließende Weg zum Ziel wurde für Froome zur Triumphfahrt, in der er den vor ihm gestarteten Bardet fast noch überholte. Der Franzose war am Samstag der großer Verlierer. Der Hoffnungsträger der Grande Nation verlor seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung an Uran und beinahe auch den dritten Podestplatz. Sein Vorsprung auf Froome-Helfer Mikel Landa (Spanien) schrumpfte auf eine Sekunde.

Gutes Abschneiden der deutschen Fahrer

Das gute deutsche Abschneiden rundeten die drei Tour-Debütanten Jasha Sütterlin (Freiburg/Movistar), Nils Politt (Köln/Katjuscha-Alpecin) und Nikias Arndt (Buchholz/Sunweb) ab, die unter den besten 13 landeten. Für Arndt gab es am Rande des Zeitfahrens noch eine andere gute Nachricht: Der 25-Jährige hat seinen Vertrag bei Sunweb bis 2020 verlängert. "Ich bin schon fünf Jahre hier, jetzt kommen noch einmal drei oben drauf. Das zeigt, dass es stimmt", kommentierte Arndt die Entscheidung.

Am Sonntag endet die 104. Frankreich-Rundfahrt. Froome darf die Triumphfahrt nach Paris genießen und traditionell mit einem Glas Champagner anstoßen. Für die Sprinter geht es auf dem 103 km langen Teilstück von Montgeron zum Prachtboulevard Champs-Élysées aber nochmals um alles, das Ziel ist der prestigeträchtige Etappensieg - die letzte Chance für Andre Greipel, doch noch einen Etappensieg bei der Tour 2017 zu verbuchen.

red/dpa/sid | Stand: 22.07.2017, 18:18

Wertung 21. Etappe

Name h
1. Dylan Groenewegen 2:25:39
2. André Greipel + 0
3. Edvald Boasson Hagen + 0
4. Nacer Bouhanni + 0
5. Alexander Kristoff + 0
6. Borut Bozic + 0
7. Davide Cimolai + 0
8. Pierre-Luc Périchon + 0
9. Rüdiger Selig + 0
10. Daniele Bennati + 0

Gesamtwertung

Name h
1. Christopher Froome 86:20:55
2. Rigoberto Urán + 54
3. Romain Bardet + 2:20
4. Mikel Landa Meana + 2:21
5. Fabio Aru + 3:05
6. Daniel Martin + 4:42
7. Simon Yates + 6:14
8. Louis Meintjes + 8:20
9. Alberto Contador + 8:49
10. Warren Barguil + 9:25
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