Tour de France, 14. Etappe - Samstag, 15. Juli

Matthews holt Tagessieg, Froome wieder in Gelb

Michael Matthews hat die 14. Etappe der Tour de France für sich entschieden. Auf den 187,5 Kilometern von Blagnac nach Rodez in Südfrankreich endete etwa 13 Kilometer vor dem Ziel ein ambitionierter Ausreißversuch, die Entscheidung fiel auf den letzten 500 Metern.

Matthews hatte im kurzen, aber giftigen Schlussanstieg am Samstag (15.07.2017) die größten Reserven. Der Gesamtführende Fabio Aru hielt zwar einigermaßen den Anschluss an die Spitze, verlor am Ende aber so viel Zeit, dass er das Gelbe Trikot an Christopher Froome verlor. Tageszweiter wurde Greg Van Avermaet, John Degenkolb musste trotz starker Leistung im Zielsprint abreißen lassen.

Ausreißergruppe mit Routinier Voeckler

Bereits beim heißen Start hatte sich eine kleine Ausreißergruppe um Routinier Thomas Voeckler aus Frankreich und Thomas de Gendt formiert, die auf den nächsten 150 Kilometern bis auf fünf Fahrer anwuchs. Der Vorsprung der Spitze betrug schnell etwa eine Minute - doch das Feld mit dem Gelben Trikot und Fabio Aru behielt den Abstand immer genau im Auge.

Etwa 30 Kilometer vor dem Ziel wagte der Belgier de Gendt eine Attacke und setzte sich von Voeckler ab. Das Peloton reagierte im Hintergrund und obwohl der Belgier konstant ein Tempo um 50 km/h fuhr, war die Attacke des 30-Jährigen 13 Kilometer vor dem Ziel am vorletzten Anstieg des Tages zu Ende.

Martin macht für Katusha Dampf

Knapp zehn Kilometer vor dem Zielstrich initiierte Tony Martin für seinen Rennstall Katusha einen Vorstoß, den sein Teamkollege Maurits Lammertink dann fünf Kilometer später nutzte, um sich abzusetzen. Aber auch hier waren die Topteams von Arnstadt/Quick-Step, Sky und Sunweb aufmerksam und ließen Lammertink nicht enteilen.

Dabei leistete Sunweb-Profi Simon Geschke besonders viel Arbeit - die sich bezahlt machen sollte: "Wir wollten de Gendt nicht weglassen, dann ist alles aufgegangen", sagte Geschke nach der Zieldurchfahrt am Sportschau-Mikrofon, "aber jetzt geht es wirklich an die Substanz, jetzt tut jede Etappe weh."

14. Etappe - die letzten drei Kilometer | Sportschau | 15.07.2017 | 04:19 Min. | Verfügbar bis 15.07.2018 | Das Erste

Auf der steil ansteigenden Zielpassage positionierten sich die Favoriten auf den Tagessieg: Van Avermaet, Degenkolb und Matthews. Am Ende aber hatte der Australier die größte Antrittskraft und sicherte sich den Tagessieg im Zielsprint.

Starkes Finish von Froome

Das Gelbe Trikot durfte sich in Rodez wieder der Brite Froome überstreifen, nachdem er es zwei Tage zuvor an den Italiener Aru verloren hatte. Froome zeigte auf den letzten Kilometern eine starke Leistung und verlor lediglich eine Sekunde auf den Etappensieger.

Aru konnte dagegen nicht mehr mithalten und kam 24 Sekunden nach Froome ins Ziel. Damit ergibt sich im Gesamtklassement nun die spannende Situation, dass vier Fahrer innerhalb einer halben Minute liegen: Froome vor Aru (+18 Sekunden), Romain Bardet (+ 23) und Rigoberto Uran (+29). Bester Deutscher ist Emanuel Buchmann auf Rang 17 (+16.52).

Träger des Bergtrikots bleibt der Franzose Warren Barguil, Sprintbester ist weiterhin Marcel Kittel, der das Etappenziel in Rodez etwa 14 Minuten nach dem Sieger erreichte.