Greipels vierter Streich bei Froomes Triumphfahrt

André Greipel (vorne) bejubelt seinen Sieg bei der Schlussetappe der Tour de France

Schlussetappe der Tour de France

Greipels vierter Streich bei Froomes Triumphfahrt

André Greipel hat die prestigeträchtige Schluss-Etappe der 102. Frankreich-Rundfahrt gewonnen. Der Brite Christopher Froome wurde zum zweiten Mal in seiner Karriere Gesamtsieger der Tour de France.

André Greipel krönte am Sonntag (26.07.2015) seine Traum-Tour mit dem bedeutendsten Sieg seiner Karriere."Alles, was ich in meiner Karriere gemacht habe, zahlt sich jetzt aus", sagte er voller Stolz in der ARD und wollte "auf jeden Fall nicht mit Wasser" feiern. Christopher Froome, der auf der Schlussetappe traditionell nicht mehr attackiert wurde, rollte bei seinerTriumphfahrt trotz Regenwetters sowieso in Champagner-Laune nach Paris.

Dramatischer Zwischenfall vor "Tour d'Honneur"

Während Greipel zum Abschluss der prestigereiche Erfolg auf den Champs-Elysees und damit der vierte Etappensieg bei der Tour 2015 gelang, jubelte Froome am Abend nach der abschließenden "Tour d'Honneur" im Gelben Trikot auf dem Siegerpodest in der französischen Hauptstadt. Vor den ausgiebigen Feierlichkeiten hatte am Morgen ein dramatischer Zwischenfall an der Place de la Concorde für helle Aufregung gesorgt. Die Polizei eröffnete gegen 8 Uhr das Feuer auf ein Auto, das die fürs Rennen errichteten Absperrungen durchbrochen hatte. Der Fahrer entkam, das mit Einschusslöchern übersäte Fahrzeug wurde am Mittag im achten Arrondissement gefunden. Das Feuer sei nicht erwidert worden, es habe also kein Schusswechsel stattgefunden, hieß es. Nach Ansicht des französischen Innenministeriums bestand kein direkter Zusammenhang mit der "Großen Schleife".

Schampus zum Start

Christopher Froome und sein Team auf der letzten Etappe

Christopher Froome und sein Team auf der letzten Etappe

Ungetrübt von den Ereignissen des Morgens wurde die Schlussetappe für Froome zur erwarteten Freudenfahrt. Gleich zu Beginn der 109,5 Kilometer langen Etappe mit Start in Sevres genehmigte sich der 30-Jährige gemeinsam mit Teamchef David Brailsford das obligatorische Schlückchen Schampus. Zudem posierte er mit den Trikotträgern Peter Sagan (Grün) und Nairo Quintana (Weiß), der Froome in den Alpen in schwere Bedrägnis gebracht hatte, an der Spitze des Pelotons für die Kameras. Der Franzose Romain Bardet (Ag2r) trug das gepunktete Bergtrikot dabei nur stellvertretend, da Froome auch die Sonderwertung für sich entschieden hatte. Nachdem es das Feld lange Zeit ruhig hatte angehen lassen, wurde das Tempo erst auf den zehn Runden auf den Champs-Elysees angezogen.

Passage wegen Regens neutralisiert

Immer wieder setzten sich auf dem holprigen Prachtboulevard vereinzelt Fahrer ab, die aufgrund der Nachführarbeit der Sprinterteams aber allesamt rechtzeitig gestellt wurden. Die Sprinter übernahmen auf den letzten Kilometern die Kontrolle. Als auf der Schlussrunde eine Kunstflugstaffel die französischen Nationalfarben in den wolkenverhangenen Himmel malte, war der Kampf um die Positionen im vollen Gange. Auf der Zielgeraden zog Greipel energisch an seinen Rivalen vorbei und sprintete zum insgesamt zehnten Tour-Etappensieg seiner Karriere. Für Froome ging es am Ende nur noch ums Ankommen. Da das Kopfsteinpflaster aufgrund des schlechten Wetters rutschig geworden war, hatte die Rennjury die berühmte Passage allerdings neutralisiert. Dass Froome elf Kilometer vor dem Ziel wegen einer Papiertüte in den Speichen das Rad wechseln musste, regte niemandem mehr aufl.

Seinen zweiten Tour-Gesamtsieg nach 2013 hatte Froome am Samstag (25.07.2015) auf den legendären 21 Kehren hinauf ins Radsport-Mekka L'Alpe d'Huez besiegelt. Zwar schwächelte der Brite und sah seinen großen Traum "echt in Gefahr", doch rettete er seinen Vorsprung im Gesamtklassement auf Nairo Quintana (Kolumbien) ins Ziel.

sid/dpa/red | Stand: 26.07.2015, 20:11

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