Tour de France, 21. Etappe

Etappensieg für Groenewegen, Froome gewinnt Tour

Dylan Groenewegen hat die letzte Etappe der Tour de France auf den Champs-Élysées in Paris gewonnen - ganz knapp vor André Greipel. Chris Froome sicherte sich zum vierten Mal den Gesamtsieg.

Der Brite setzte sich nach 3.540 Kilometern vor dem Kolumbianer Rigoberto Uran und dem Franzosen Romain Bardet durch. Der Sky-Kapitän, der zuvor 2013, 2015 und 2016 triumphiert hatte, ist damit nur noch einen Erfolg von den Fünffach-Gewinnern Jacques Anquetil (Frankreich), Eddy Merckx (Belgien), Bernard Hinault (Frankreich) und Miguel Indurain (Spanien) entfernt.

Greipel: "Nah dran ist nicht gewonnen"

Die Schlussetappe der 104. Tour de France über 103 Kilometer von Montgeron nach Paris am Sonntag (23.07.2017) war traditionell eine Sache der Sprinter. Dabei siegte Groenewegen vor Greipel und Edvald Boasson Hagen aus Norwegen. "Nah dran ist nicht gewonnen. Ich hätte ein Stückchen früher losfahren müssen", sagte Greipel am Sportschau-Mikrofon.

Dylan Groenewegen gewinnt die 21. Etappe der Tour de France | Bildquelle: Reuters/ Christian Hartmann

Die deutschen Sprinter verpassten in der Hauptstadt den vierten Erfolg in Serie beim Finale. 2014 hatte Kittel auf den Champs-Élysées gewonnen, der dominierende Spurter der 104. Tour hatte in der Schlusswoche verletzt aufgegeben, war am Sonntag aber als Zuschauer zurückgekehrt. Greipel war bereits 2015 und 2016 zum Sieg in Paris gesprintet, im Vorjahr hatte er am Schlusstag seinen ersten Tagessieg gefeiert. Bei seiner siebten Tour-Teilnahme blieb der Rostocker nun erstmals ohne Etappenerfolg.

Sky-Team wollte keinen Sturz riskieren

Vom 32 Jahre alten Froome war derweil sichtlich der große Druck abgefallen, den er sich vor allem selbst gemacht hatte. Auf der "Tour d'Honneur" aus Montgeron, wo 1903 die erste Tour gestartet war, nach Paris scherzte er ausgelassen mit seinen Kollegen um den Bonner Christian Knees, den zum zweiten Mal nach 2012 (Bradley Wiggins) einem Sky-Kapitän zum Tour-Erfolg verhalf.

In der Schlussphase der letzten Etappe, als auf der Champs-Elysees ein höllisches Tempo gefahren wurde, war Froome dann aber der gewohnt tadellose Profi. Mit seinem Team führte er auf der letzten Runde gar das Feld an, wollte bloß keinen Sturz im Getümmel riskieren.

Froomes Machtdemonstration beim Zeitfahren

Einen Tag zuvor hatte Froome endgültig für klare Verhältnisse gesorgt und beim Zeitfahren in Marseille im Stile eines Champions die letzte große Herausforderung gemeistert. Als Dritter beim Sieg des Polen Maciej Bodnar über 22,5 km hatte er seinen Vorsprung im Gesamtklassement deutlich ausgebaut.

Konkurrent Uran rückte durch eine starke Vorstellung im Kampf gegen die Uhr auf Platz zwei vor, Froomes vermeintlich härtester Rivale Romain Bardet brach ein und verteidigte noch so gerade den Platz auf dem Podium - mit einer Sekunde auf Sky-Edelhelfer Mikel Landa.