Tour de France, 13. Etappe - Donnerstag, 14. Juli

Tour - Franzose Barguil gewinnt am Nationalfeiertag

Der Franzose Warren Barguil hat die 13. Etappe der 104. Tour de France gewonnen und damit für einen Heimsieg am Nationalfeiertag gesorgt.

Der Profi des deutschen Sunweb-Teams siegte im Bergtrikot am Freitag (14.07.2017) auf der nur 101 Kilometer langen Etappe von Saint-Girons nach Foix vor Nairo Quintana aus Kolumbien und dem Spanier Alberto Contador. Das Gelbe Trikot des Gesamtersten verteidigte der Italiener Fabio Aru erfolgreich.

Warren Barguil vom Team Sunweb bejubelt seinen Sieg. | Bildquelle: Reuters/Christian Hartmann

Favorit Christopher Froome, der in der Verfolgergruppe um Aru ins Ziel kam, attackierte zunächst am Berg, riskierte es dann nochmal in der Abfahrt - doch das Gelbe Trikot blieb auf den Schultern seines Konkurrenten. Der Brite bleibt damit mit sechs Sekunden Rückstand Zweiter in der Gesamtwertung. Auch die Verfolger Romain Bardet (Frankreich/AG2R/+0:25) und Rigoberto Uran (Kolumbien/Cannondale-Drapac/+0:35) schüttelte Froome auf der 13. Etappe nicht ab.

Landa holt in der Gesamtwertung auf

Dass Sky-Teamkollege Mikel Landa (Spanien) als Tagesvierter im Klassement zum Spitzenquartett aufschloss, wird in den kommenden Tagen für zusätzliche Brisanz sorgen. Landas Rückstand auf Aru beträgt nur noch 1:09 Minuten - die Ausgangslage verspricht Hochspannung für die Alpenetappen in der kommenden Woche.

Landa kam in einer vierköpfigen Fluchtgruppe um Tagessieger Warren Barguil ins Ziel. Der 25-Jährige bescherte den Franzosen am Nationalfeiertag den ersten Tageserfolg seit zwölf Jahren und seinem deutschen Team Sunweb den Premierensieg bei der Tour 2017.

Erster Angriff von Contador und Landa

In der erwartet hektischen Anfangsphase scheiterten zunächst alle Ausreißversuche. Zwar setzten sich vereinzelt Fahrer ab, aufgrund des hohen Tempos im zunehmend kleiner werdenden Hauptfeld endeten die diversen Fluchten jedoch jäh.

An der Spitze des Col de Latrape, des ersten von drei Anstiegen der ersten Kategorie, lancierte Ex-Tour-Sieger Alberto Contador mit Landa einen Angriff - diesmal mit Erfolg. Kurz darauf brachte auch Nairo Quintana, wie Contador am Donnerstag einer der großen Verlierer, in einer zweiten Gruppe eine Lücke zwischen sich und die Favoriten.

Quintana wahrt Podestchancen

In dieser hielt sich bis zur Mur de Peguere auch das deutsche Kletter-Talent Emanuel Buchmann (Ravensburg/Bora-hansgrohe) auf. Am letzten Berg vor der 27 km langen Abfahrt ins Ziel ging Froome in die Offensive. Zweimal attackierte der dreimalige Tour-Champion im Anstieg, in der Abfahrt versuchte er es wie auch die Rivalen erneut - vergeblich.

An der Spitze rehabilitierten sich derweil Quintana und Contador für die Schmach des Vortages. Zumindest Quintanas Chancen auf einen Podestplatz stiegen. Das Spitzenquartett Aru, Froome, Bardet und Uran war bereits vor dem Start enger zusammengerückt.

Kittel sammelt Punkte für das Grüne Trikot

Der Weltverband UCI nahm am Freitagmorgen die am Vortag ausgesprochene 20-Sekunden-Zeitstrafe gegen Uran zurück, sein Rückstand beim Etappenstart betrug wie im Ziel 35 Sekunden. Der fünffache Etappensieger Marcel Kittel sammelte auf dem Weg nach Foix im Zwischensprint kurz nach dem Start weitere Punkte für das Grüne Trikot.

Anschließend kämpfte er mit den anderen Sprintern im Grupetto um das Erreichen der Karenzzeit. Am Samstag können die schnellsten Fahrer im Feld aufatmen, die Schinderei in den Pyrenäen hat ein Ende.

Die 181,5 km lange 14. Etappe von Blagnac nach Rodez ist mit zwei Bergwertungen der dritten Kategorie längst nicht so fordernd wie die beiden vorherigen Teilstücke. Kittel und Co. dürften dennoch nicht zum Zuge kommen. Ein kurzer, giftiger Anstieg zum Ziel wird einen Massensprint verhindern. Das Terrain liegt eher Klassikerspezialisten.