Tour de France, 18. Etappe

Tour - Froome wehrt alle Angriffe auf Gelb ab

Der Franzose Warren Barguil (Sunweb) hat am Donnerstag (20.07.2017) die 18. Etappe der Tour de France von Briancon zum Col d'Izoard gewonnen. Der Brite Christopher Froome (Sky) wehrte auf der letzten Bergetappe alle Angriffe auf das Gelbe Trikot ab und dürfte aller Voraussicht nach nur noch schwer vom Spitzenplatz zu verdrängen sein.

Bergkönig Barguil holte sich den Sieg mit 20 Sekunden Vorsprung vor dem Kolumbianer Darwin Atapuma und dem Vorjahreszweiten Romain Bardet. Froome verteidigte das Gelbe Trikot als Vierter der Etappe erfolgreich. Er geht nun mit 23 Sekunden Vorsprung auf Bardet sowie 29 auf den Kolumbianer Rigoberto Uran in die letzten drei Etappen. Damit dürfte der Brite die letzte große Hürde auf dem Weg zu seinem vierten Gesamtsieg gemeistert haben. Das Einzelzeitfahren ist im Gegensatz zu den Rivalen seine Spezialdisziplin.

"Es war ein sehr, sehr schweres Finale. Wir haben sehr gut gearbeitet, aber es war unmöglich, Uran und Bardet abzuhängen", sagte Froome. Sieger Barguil, der wie der Brite in der Höhenluft an seine Grenzen gehen musste, meinte nach dem vierten Sunweb-Etappensieg binnen einer Woche: "Das alles hier ist einfach unglaublich, ein Traum wird wahr."

Hektische Anfangsphase

Die Ausgangsposition vor dieser Etappe hatte Krimicharakter: Hinter dem Gesamtführenden Froome lagen mit Rigoberto Urán (Cannondale), Bardet (Ag2R) und Fabio Aru (Astana) gleich drei Fahrer mit maximal 53 Sekunden Rückstand. Und der 179,5 Kilometer lange Tagesabschnitt bot für die Klassementfahrer mit den Anstiegen zum Col de Vars (2.209 Meter) und dem Etappenziel auf dem Col d'Iozard (2.360) die letzte Gelegenheit, noch einmal etwas an der Gesamtwertung zu verändern.

In der hektischen Anfangsphase hatte sich schnell eine 51 Mann starke Spitzengruppe vom Rest des Feldes gelöst, unter ihnen auch Simon Geschke (Sunweb). Der Vorsprung betrug zeitweise über acht Minuten.

Ag2R macht das Tempo

Aus dieser Gruppe konnten sich wiederum zunächst 22 Fahrer lösen und einen kleinen Vorsprung herausfahren. Hatten es die Klassementfahrer lange ruhig angehen lassen, verschärfte Bardets Team etwa 50 Kilometer vor dem Ziel aber das Tempo und verkürzte den Abstand zur Spitze kontinuierlich.

Dort hatte sich zwischenzeitlich Alexey Lutsenko (Astana) etwas abgesetzt, bis sich Atapuma (UAE Emirates) an die Verfolgung machte und den Kasachen sechs Kilometer vor dem Ziel stellte. Kurz vor dem Ziel wurde der Kolumbianer seinerseits vom Fahrer im gepunkteten Bergtrikot gestellt. Der Franzose brachte den Vorsprung ins Ziel.

Bardet macht vier Sekunden gut

Romain Bardet (l.) und Christopher Froome auf der 18. Etappe | Bildquelle: imago/David Stockmann

Froome hielt sich unterdessen immer an Bardets Hinterrad und setzte zwei Kilometer vor dem Ziel eine Attacke, der Bardet und Uran nur mühsam folgen konnten. Bardet konnte als Etappendritter durch die Zeitgutschrift den Abstand auf Froome immerhin um vier Sekunden verkürzen. "Ich habe alles gegeben - mehr ging nicht", sagte der Franzose nach der Etappe völlig atemlos.

Bester Deutscher am Donnerstag war Emanuel Buchmann auf Rang 31, er verteidgte seinen 15. Platz im Gesamtklassement.

Am Freitag erwartet die Fahrer auf der 19. Etappe Etappe zwischen Embrun und Salon-de-Provence mit 222,5 Kilometern der längste Tagesabschnitt dieser Tour. Eine Strecke ohne größere Anstiege, und damit wie gemacht für Sprinter und Ausreißer.